Was Anleger daraus lernen können
Erst nach 35 Jahren, stimmt endlich die Propaganda von der Überlegenheit der Aktie. Kann ein Mensch mit einem normalen Arbeitsverhältnis 35 Jahre sparen? Die Erfahrungen zeigen, dass das Gros der Deutschen erst im mittleren Alter zwischen 35 und 45 mit dem Sparen anfängt, wenn überhaupt Geld übrig bleibt zum Sparen. Da müssten wir schon bis ins hohe Alter arbeiten und einzahlen, um uns sicher sein zu können, dass Aktien die bessere Alternative sind.
Doch so einfach ist es natürlich nicht. Selbst 40 Jahre braves Einzahlen reichen noch nicht aus, wie amerikanische Studien gezeigt haben. Die Zukunft ist einfach unsicher und nicht berechenbar. Was also tun? Aktien meiden?
Dieser, naheliegende Ratschlag ist für den langfristigen Vermögensaufbau verkehrt. Wer privat vorsorgen muss, braucht auch Aktien, weil doch auch die künftige Rendite von Staatsanleihen alles andere als sicher ist. Werden die nächsten 30 Jahre inflationär? Niemand weiß, ob in weiteren 30 Jahren Staatsanleihen oder Aktien die bessere Wahl waren. Deshalb kann es nur folgende Tipps geben.
Erstens das Gesparte streuen, zumindest auf Aktien und Anleihen.
Zweitens: Den Aktienanteil nicht zu hoch ansetzen. Lebensversicherer die wie die Allianz langfristig anlegen und der Aktien trauen, weisen eine Aktienquote von rund 25 Prozent auf, im dritten Quartal 2009 waren es sogar nur neun Prozent!
Drittens: Nicht auf Moden setzen, sondern auf Aktienfonds, die die großen Indizes abbilden.
Und viertens auf die Gebühren achten. Bei einem realen Ergebnis von etwa zwei Prozent macht es einen erheblichen Unterschied, ob die jährliche Verwaltungsgebühr des Fonds 0,3 oder - wie leider gang und gäbe - 1,5 Prozent ausmacht! Deshalb sind Indexfonds, die nur den Durchschnitt versprechen, aber das auch halten, eine kluge Idee. Denn ihre Kosten sind deutlich geringer als die von aktiv verwalteten Fonds.