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01. März 2013

Anne Hathaway: „Auch die Tränen waren echt“

Die Haare wachsen schon wieder: Anne Hathaway. Foto: REUTERS

Schauspielerin Anne Hathaway spricht im Interview über ihre oscarprämierte Rolle in „Les Misérables“, ihre neue Frisur und die frühe Gesangskarriere.

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Anne Hathaway ist eine Schauspielerin mit vielen Facetten, die sich nicht auf die immer gleichen Rollen festlegen lassen will. Nach jedem Erfolg sucht sie eine neue Herausforderung und probiert sich aus. So kam sie auch zu ihrer neuen Rolle als Sängerin in Tom Hoopers Musical-Verfilmung „Les Misérables“, für die sie am Sonntag mit dem Oscar als beste Nebendarstellerin geehrt wurde.

In „Les Misérables“ erleben wir Sie als fantastische Sängerin. Wo haben Sie das gelernt?

Meine Mutter ist eine großartige Sängerin. Ihr habe ich ständig zugehört, als ich noch ein Kind war. Sie sang eigentlich immer. Und ich war fest davon überzeugt, dass alle Leute den ganzen Tag singen. Erst auf dem Gymnasium fand ich heraus, dass dem nicht so ist. Meine Schulkameraden meinten damals: Du singst aber ganz schön viel. Meine Mutter hat immer darauf geachtet, dass ich nichts tue, das schlecht für meine Stimme ist. Doch sie hat mir auch nie richtig Unterricht gegeben. Ich sollte im wahrsten Sinne des Wortes meine eigene Stimme finden. Erst vor zwölf Jahren habe ich dann mit dem Unterricht angefangen, einfach so aus Spaß. Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal für eine Rolle brauchen würde.

Zur Person

Anne Jacqueline Hathaway wurde 1982 in New York als Tochter eines Richters und einer Schauspielerin geboren. Durch die Komödie „Plötzlich Prinzessin“ wurde sie 2001 weltweit bekannt. Regisseur Ang Lee besetzte sie 2005 für sein oscarprämiertes Drama „Brokeback Mountain“.

Der Oscar als beste Nebendarstellerin in der Musicalverfilmung „Les Misérables“ war ihr erster Academy-Award überhaupt. Hathaway ist seit 2012 mit dem Schauspieler Adam Shulman verheiratet.

Wann nehmen Sie Ihr erstes Album auf?

Keine Sorge. Ich starte keine Zweit-Karriere als Sängerin. Das kann ich mir nicht vorstellen.

Sie haben eine besondere Beziehung zu diesem Musical, weil schon Ihre Mutter die Rolle der Fantine in „Les Misérables“ gespielt hat. Durften Sie sich das Stück damals ansehen?

Ja, das durfte ich. Es war ein sehr besonderer Abend für mich, den ich niemals vergessen werde. Als ich meine Mutter auf der Bühne stehen sah und singen hörte, da dachte ich, das will ich auch machen. Und ich weiß noch genau, dass ich in dem Moment beschloss, Schauspielerin zu werden. Diese Lieder, die meine Mutter damals gesungen hat, sind mir in Fleisch und Blut übergegangen. Und deswegen liegen sie mir bis heute so am Herzen. Dass ich jetzt dieselbe Rolle spiele, ist einerseits wunderbar, andererseits aber auch merkwürdig. Denn als meine Mutter damals Fantine spielte, wurde diese Figur für mich zu einer Person, die wirklich existierte.

Die entlassene Fabrikarbeiterin Fantine prostituiert sich, um ihre Tochter durchzubringen. Was haben Sie als Kind empfunden, als Sie Ihre Mutter in dieser Rolle gesehen haben?

Es war eine hoch emotionale Situation für mich, mit ansehen zu müssen, was meine Mutter auf der Bühne durchmachen musste. Doch hätte ich das damals nicht erlebt, dann hätte ich Fantine nicht so spielen können, wie ich es getan habe. Für mich ist diese Rolle etwas sehr Besonderes und mit diesem Film schließt sich ein Kreis in meinem Leben.

Mussten Sie sich für diese Rolle wirklich die Haare abschneiden lassen?

Das ist mir nicht leicht gefallen. Es fiel mir sogar schwerer, als radikal abzunehmen. Aber als die Haare erst einmal ab waren, dachte ich: Ach, es sieht ja ganz niedlich aus, nicht schön, aber niedlich. Kurz nach dem Abschneiden sah ich nicht besonders attraktiv aus, aber ich wusste, dass wächst sich zurecht. Die Haare wurden mir tatsächlich in der Szene, die Sie im Kino sehen, mit einem Messer abgeschnitten. Und auch die Tränen, die ich dabei geweint habe, waren echt. Wie alle anderen Tränen auch.

Wollen Sie Ihr Haar wieder wachsen lassen oder bleiben Sie bei der Kurzhaarfrisur?

Ich werde sie wieder wachsen lassen, irgendwann.

Was kann nach diesem großen Erfolg eigentlich noch kommen?

Ich weiß es nicht. Tatsächlich bin ich gerade arbeitslos. Aber wahrscheinlich werden mein Mann und ich meinen nächsten Film gemeinsam produzieren. Und das wird ein Abenteuer, das ich ganz schön spannend finde.

Bevor Sie den Oscar erhielten, wurden Sie in Hollywood schon von einem Dinner zur nächsten Veranstaltung herumgereicht. Konnten Sie das überhaupt noch genießen oder war es Stress?

Das war kein Stress, im Gegenteil. Es war eine besondere Zeit für mich. Ich hatte so viele Jahre erlebt, in denen ich nicht Teil dieser Zeit mit diversen Verleihungen war. Also saugte ich alles in mich auf und konnte nicht glauben, dass mir all diese Dinge passieren. Es ist so wundervoll und großartig. Und ich werde mich nicht eine Sekunde darüber beschweren. Ich fliege gerade sehr hoch und genieße es, denn morgen kann es wieder vorbei sein.

Sah so Ihr Traum von einer erfolgreichen Schauspielkarriere aus?

Mein Ziel war es immer, Filme zu machen, die eventuell einmal für einen Preis in Betracht kommen. Aber die Arbeit stand für mich immer im Vordergrund. Der Rest bedeutet einfach die Kirsche auf dem Kuchen. Ich will nur dabei sein. Und das macht mich so glücklich, dass ich es einfach nicht lassen kann, permanent dämlich zu grinsen. So sehr freue ich mich.

Das Interview führte Bettina Aust.

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