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28. September 2012

Arnold Schwarzenegger Autobiografie: Der gut gelaunte Grobmotoriker

 Von Nina Rehfeld
Arnold Schwarzenegger in L.A.Foto: dapd

Arnold Schwarzenegger versucht, mit einem Doppelschlag sein Comeback zu feiern: Er bringt seine Enthüllungsautobiografie auf den Markt und initiiert wahrscheinlich eine politische Denkfabrik.

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Arnold Schwarzenegger ist auf vielen Bühnen zu Hause – durch das Bodybuilding erlangte er in frühen Jahren internationale Berühmtheit, als Schauspieler wurde er zur Action-Ikone und als Politiker setzte er einer durchaus filmreifen Laufbahn die Krone auf – bevor er in halb Kalifornien in Ungnade fiel.

Jetzt erschließt sich der 65-Jährige in einem Doppelcomeback zwei weitere Bühnen – als Autor einer Enthüllungsautobiografie, die den Skandal um seinen heimlich mit der Haushälterin gezeugten Sohn Joseph geschickt vermarktet, und als unwahrscheinlicher Initiator einer politischen Denkfabrik an der University of South Carolina. Der berühmte Satz „I’ll be back“ aus James Camerons Film „Terminator“ ist nicht umsonst das Lebensmotto des steirischen Polizistensohns.

Seine politische Karriere war noch nicht vorüber, da zeigte er sich 2010 neben Sylvester Stallone und Bruce Willis in der Action-Haudegen-Hommage „The Expendables“. Er war erst einen Tag aus dem Amt des Gouverneurs von Kalifornien, als sein unehelicher Sohn aufflog – womit sich Schwarzenegger nicht nur die Scheidung von seiner Frau Maria Shriver, einer Nichte von John F. Kennedy, sondern den Zorn des gesamten, mächtigen Kennedy-Clans zuzog. Der Skandal ist noch frisch im öffentlichen Bewusstsein, da bringt Mr. Schwarzenegger mit selbstbewusstem Strahlen eine Autobiografie mit Details des Seitensprungs und seiner Konsequenzen auf den Markt. Jeder Andere könnte seine Karriere damit zu Grabe tragen. Aber Arnold Schwarzenegger erweckt die seine soeben zu neuem Leben.

Reumütig und hemdsärmelig

Beim Familientherapeuten, so schreibt er in „Total Recall – My Unbelievable Life“, habe ihn seine Frau mit der Frage konfrontiert, ob er ein außereheliches Kind gezeugt habe. Maria Shriver hatte den Verdacht offenbar schon länger gehegt und auch die Mutter des Jungen zur Rede gestellt, die Schwarzenegger weiter angestellt hatte, um die Dinge „kontrollieren zu können“. Mit der Konfrontation hatte Shriver, wie alle Mitglieder des Kennedy-Clans ein echter Medienprofi, bis zum Tag nach dem Ende seines Gouverneursamts gewartet.

Schwarzenegger gab zu, die Haushälterin Mildred Baena 1996 im Gästehaus des Familienanwesens geschwängert zu haben. Seine Frau und die drei Kinder waren in die Ferien gefahren, während er in Los Angeles „Batman und Robin“ drehte. Er hätte das Geheimnis schon vor langer Zeit beichten sollen, schreibt er nach einem Bericht der New York Daily News in dem 600 Seiten umfassenden Buch, das am 1. Oktober in den USA erscheint. Stattdessen habe er es in seinem Kopf weggeschlossen, um nicht damit umgehen zu müssen. Und weiter: Als er die Dinge schließlich offenlegte, habe er seiner Frau versichert, dass sie die perfekte Gattin sei und er sie noch immer begehre.

„Es ist nicht deine Schuld, Schatz“, mag das Unangebrachteste sein, was man in einer solchen Lage sagen kann. Aber Schwarzenegger ist die Dinge immer schon hemdsärmelig angegangen. Als er 1968 nach Amerika kam und einen Auftritt Richard Nixons im Fernsehen sah, war er genügend beeindruckt, um Republikaner zu werden. Die Idee, sich 2003 zur Gouverneurswahl in Kalifornien zu stellen, sei eine spontane gewesen, die ihm auf dem Weg zu Talkmaster Jay Leno kam, behauptet Schwarzenegger – um Freunde und Familienmitglieder aus der Fassung zu bringen.

Seltsamerweise war es genau diese gut gelaunte Grobmotorik, die aus dem steirischen Polizistensohn einen Hollywoodstar von internationalem Rang machte. Sogar den bis heute präsenten österreichischen Akzent, den man in seinen ersten Filmen noch wegsynchronisierte, liebte das Publikum so sehr, dass man ihm den Spitznamen „Arnie“ gab.

Visionäre Filmszenen

Schwarzenegger weiß wie kein zweiter, aus Nachteilen sein Karriereglück zu zimmern. Warum sonst würde man einen, den die Nachricht vom Betrug seiner Frau vor eineinhalb Jahren in die unterste Schublade riss, nun landesweit in die Talkshows bitten, um davon zu berichten? Wie sonst würde man einem, dessen Image als Actionheld selbst seine politische Karriere färbte, eine akademische Karriere zutrauen, die er nun offenbar mit dem „Schwarzenegger Institute for State and Global Policy“ an der University of South Carolina anstrebt? Das Institut, so heißt es, soll sich mit politischen Themen wie Stammzellenforschung und dem Klimawandel befassen, und Schwarzenegger will sogar selbst dort lehren.

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an den Science-Fiction-Film „Demolition Man“, der 1993 ganze Kinosäle zum Kichern brachte, als Sylvester Stallone dort im Jahre 2032 auf die „Präsident Schwarzenegger –Bibliothek“ stößt. Inzwischen muss der Film wohl als visionär betrachtet werden. Ach ja: Zum Film wird Arnold Schwarzenegger ebenfalls zurückkehren. Vier Streifen warten bereits auf ihren Start, weitere sind in Planung. Wie sagt Schwarzenegger alias Trench so treffend in dem Ende August gestarteten Actionstreifen „The Expendables 2“? „I’m back“.

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