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18. Dezember 2012

Florian David Fitz: Jesus ist nicht religiös und Gott raucht

 Von Andreas Kurtz
Florian David Fitz. Foto: Christian Schulz

Florian David Fitz begibt sich mit seinem Regiedebüt „Jesus liebt mich“ in harte Kinokonkurrenz. Am Mittwoch stellt er es am Alexanderplatz vor.

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Florian David Fitz begibt sich mit seinem Regiedebüt „Jesus liebt mich“ in harte Kinokonkurrenz. Am Mittwoch stellt er es am Alexanderplatz vor.

Das Weihnachtsfest wird für Florian David Fitz alles mögliche, aber gewiss nicht übermäßig besinnlich oder ruhig. Ihm stehen die aufregendsten Tage des Jahres bevor, denn am Donnerstag kommt sein neuer Film „Jesus liebt mich“ in die Kinos. Über die Weihnachtsfeiertage wird der sich gegen den Hobbit und andere Konkurrenten an den Kinokassen bewähren müssen.

Bei „Jesus liebt mich“ – sehr frei nach Motiven von David Safiers gleichnamigem Bestseller verfilmt – wird jeder den Erfolg oder Misserfolg direkt mit Fitz verknüpfen, denn er hat die Hauptrolle gespielt, das Drehbuch geschrieben und erstmals selbst Regie geführt.

Mit dem Ergebnis ist er im Reinen: „Ich bin happy, wie der Film geworden ist. Ich mag besonders die Ernsthaftigkeit seines Humors.“ Fitz konnte ein Ensemble dirigieren, um das ihn viele Regisseure beneiden dürften: „Ich bin sehr glücklich, dass ich Henry Hübchen, Nicholas Ofczarek, Jessica Schwarz, Hannelore Elsner und Michael Gwisdek bei meinem Regiedebüt dabei haben durfte.“

Weiße Walle-Walle-Mähne

Ursprünglich war Fitz nur als Hauptdarsteller engagiert. In einer frühen Phase der Arbeit schrieb er aber das Drehbuch um und dann wurde ihm auch die Inszenierung anvertraut. Die weibliche Hauptrolle war schon davor mit Jessica Schwarz besetzt: „Ich habe dann gesehen, warum. Sie hat eine Unmittelbarkeit, die wenige haben.“

Ohne zu viel zu verraten: Kurz vor Schluss taucht in „Jesus liebt mich“ Gott auf. Er hat eine weiße Walle-Walle-Mähne und einen beeindruckenden Bart. Hinter den Unmengen von Haar steckt der Komödiant Michael Gwisdek, der in den Drehpausen für gute Stimmung sorgte. Fitz erinnert sich: „Er hat geraucht und Faxen gemacht. Ein rauchender Gott mit Klammern im Haar, damit ihm die Haarpracht nicht von der Zigarette angekokelt wird.“ Wer das gern sehen möchte, der muss auf die DVD warten: „Das passt doch gut ins Bonusmaterial.“

Die Kinopremiere von „Jesus liebt mich“ gab es in Essen, das Berliner Publikum hatte diesmal das Nachsehen. Ein kleiner Trostpreis wird an diesem Mittwoch der Besuch von Florian David Fitz in der Preview seines Films im Rahmen der „Cinelady“-Veranstaltungsreihe im Cubix am Alexanderplatz. Wie der Name „Cinelady“ schon sagt: eine Veranstaltung nur für Frauen. Die bekommen einen Prosecco spendiert und können nach der 19.45-Uhr-Vorstellung mit Fitz auf den Erfolg seines Films anstoßen (Tickets unter cinestar.de).

Die Ämterhäufung – Regie, Drehbuch, Hauptrolle – hat Fitz bei seiner jüngsten Arbeit übrigens keine absolute Macht eingebracht. Er musste trotzdem Kompromisse machen: „Dauernd. Und es hatte immer mit Geld zu tun.“

Weltuntergang ohne Armageddon-Imitation

Für ein Regiedebüt, das weiß Fitz inzwischen, war „Jesus liebt mich“ völlig ungeeignet. „Dafür ist so ein Film einfach zu aufwendig. Allein der Sturm über dem Bergsee kostete uns drei Drehtage. Eine große Herausforderung war auch die Suche nach der Antwort auf die Frage, wie man die Welt untergehen lässt, ohne Armageddon zu imitieren. Und wie man dabei im Genre bleibt. Das ist schließlich eine romantische Komödie.“

Der Mann, der Jesus spielt, verneint die Frage, ob er religiös sei. Trotzdem geht er gern in Gotteshäuser: „Ich mag die Ruhe in Kirchen.“ Mit Blasphemievorwürfen rechnet er wegen seines Films nicht: „In unseren Breiten darf man die Institution Kirche kritisieren.“

In der Serie „Doctor’s Diary“ hat Fitz bewiesen, dass er Comedy und Hauptrolle kann. Die Kombination aus eigenem Drehbuch und Hauptrolle brachte ihm für seinen Kinofilm „Vincent will Meer“ zwei Deutsche Filmpreise (bester Film und bester Hauptdarsteller) ein. Seitdem werden Erfolge erwartet.

Ängste, dass sein Höhenflug enden könnte, sind ihm nicht fremd: „Das wird so passieren. Es gibt kein Leben, das nur aus Erfolgen besteht.“ Er hat einen Plan B: „Wenn mich keiner mehr sehen will, kann ich Bücher schreiben. Vielleicht will die ja jemand haben und verfilmen.“

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