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11. Februar 2013

Grammy Awards 2013 : Newcomer sahnen bei Grammys ab

Lecrae mit dem Grammy für das beste Gospel-Album. Foto: REUTERS

Männlich, jung, alternativ und neu im Geschäft: Newcomer dominieren die begehrtesten Musikpreise der Welt. Mumford & Sons, Gotye, Fun, The Black Keys und Frank Ocean räumen bei den Grammys ab. Die britische Sängerin Adele gewinnt nur eine Trophäe.

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Los Angeles –  

Dieses Mal kommen vor allem die Männer zum Zuge: Newcomer des Jahres ist die New Yorker Indie-Rockgruppe Fun. Den Preis für die beste Single nimmt Gotye mit nach Hause. Und die britische Folk-Rock-Band Mumford & Sons gewinnt den Grammy für das beste Album.

Die Gruppe um Sänger Marcus Mumford wurde bei den begehrten US-Musikpreisen am Sonntagabend (Ortszeit) in Los Angeles für ihre Platte „Babel“ ausgezeichnet. Mumford & Sons setzte sich dabei gegen The Black Keys („El Camino“), Frank Ocean („Channel Orange“) und Jack White („Blunderbuss“) durch.

Bester Song

Ebenfalls Hoffnungen auf den Grammy für das beste Album hatte sich die New Yorker Band Fun. („Some Nights“) gemacht. Die Indie-Popper um Sänger Nate Ruess holten mit ihren Hit „We Are Young“ aber die Auszeichnung für den besten Song. Außerdem wurden sie als Newcomer des Jahres geehrt. „Ich weiß nicht, was ich mir gedacht habe, als ich dieses Lied geschrieben habe“, sagte Nate Ruess bei seiner Dankesrede. „Wie ihr sehen könnt, sind wir doch eigentlich gar nicht mehr jung und wir machen schon seit zwölf Jahren Musik. Aber anscheinend waren wir bisher ein gut gehütetes Geheimnis.“

Ohrwurm von Gotye und Kimbra

Den Grammy für die beste Single gewann der belgisch-australische Musiker Gotye, der gemeinsam mit der neuseeländischen Sängerin Kimbra mit dem Ohrwurm „Somebody That I Used to Know“ die Hitparaden gestürmt hatte. Die US-Rockband The Black Keys und ihr Frontmann und Songschreiber Dan Auerbach konnten vier der begehrtesten Musikpreise der Welt mit nach Hause nehmen, darunter den für das beste Rock-Album („El Camino"). Der kalifornische Hip-Hop- und R&B-Musiker Frank Ocean wurde für das beste zeitgenössische Album („Channel Orange“) und seine Zusammenarbeit mit den Rappern Jay-Z und Kanye West („No Church in the Wild“) ausgezeichnet.

Insgesamt wurden die Grammys in diesem Jahr in 81 Kategorien verliehen. Moderiert wurde die 55. Grammy-Verleihung vom Rapper LL Cool J.

Nur eine Trophäe für Adele

Nachdem die britische Sängerin Adele die Gala im vergangenen Jahr mit sechs Trophäen dominiert hatte, wurden die Grammys 2013 zu einer eher männlichen Angelegenheit. Bekannte weibliche Musikstars wie Kelly Clarkson, Beyoncé, Rihanna und auch erneut Adele gewannen jeweils nur einen der begehrten Preise und das auch nur in vergleichsweise unwichtigen Kategorien. Adele holte den Preis für „Beste Solo Pop-Performance“ mit ihrem Song „Set Fire to the Rain“. Kelly Clarkson gewann mit „Stronger“ den Grammy für „Bestes Pop-Gesangsalbum“.

Deutsche Hoffnungen enttäuscht

Die zahlreichen nominierten deutschen Künstler gingen allesamt leer aus: Weder der Filmkomponist und Oscar-Preisträger Hans Zimmer, noch die Sängerin Ute Lemper noch der Organist Hansjörg Albrecht konnten ihre Kategorien gewinnen. Auch das ebenfalls nominierte WDR Sinfonieorchester Köln, das SWR Vokalensemble Stuttgart und der WDR Rundfunkchor Köln, der Darmstädter Dirigent Michael Boder und die Akademie für Alte Musik Berlin wurden von den Vertretern der Plattenindustrie und Musikern nicht als Sieger ausgewählt.

Timberlake in Schwarz und Weiß

Ganz in Schwarz und Weiß gab unterdessen der Sänger Justin Timberlake bei der Gala ein umjubeltes Comeback. In schwarzem Anzug mit Fliege und Haartolle sang Timberlake seinen im Januar überraschend veröffentlichten Song „Suit & Tie“ - und sogar die Liveübertragung wechselte kurzzeitig auf schwarz-weiß. Auch Rapper Jay-Z kam auf die Bühne, um gemeinsam mit Timberlake aufzutreten. Im Anschluss sang Timberlake noch einen zweiten neuen Song, bei dem er von einem Orchester begleitet wurde. Im Publikum jubelten unter anderem Stars wie Jennifer Lopez, Nicole Kidman, Beyoncé, Sting und Katy Perry.

Gewagte Outfits

Bitte nicht zu viel nackte Haut zeigen - diesen Appell hatte vor der Grammy-Gala der US-Fernsehsender CBS an die Stars gerichtet. Denn besonders freizügige TV-Auftritte können in den USA empfindliche Geldbußen der Medienaufsicht FCC zur Folge haben. CBS hatte US-Medienberichten zufolge in einer E-Mail an die Agenten der Stars darum gebeten, dass „Gesäß und Brüste ausreichend bedeckt sind“. Auch sollten die Stars auf transparente Kleidung verzichten, die den Blick auf Brustwarzen erlauben könnte.

Doch viele Sängerinnen reizten bei der Verleihung der begehrten US-Musikpreise am Sonntagabend die Grenzen der Kleiderordnung aus und präsentierten sich mit gewagten Outfits auf dem roten Teppich. Popqueen Jennifer Lopez trug ein langes schwarzes Kleid, dessen Beinschlitz ihren rechten Oberschenkel bis zum Hüftansatz unbedeckt ließ. „Sie haben nichts über Beine gesagt“, scherzte sie mit Blick auf die CBS-Vorschriften.

Tiefe Einblicke

Während Country-Star Taylor Swift beim Eröffnungssong des Abends in weißen Hotpants über die Bühne stürmte, zeigte R&B-Sängerin Alicia Keys bei ihrem Cutout-Abendkleid Bauch und Dekolleté. Auch Popsängerin Katy Perry gewährte mit ihrem hautengen Gucci-Kleid in Minzgrün tiefe Einblicke.

Der Sender CBS hatte nach dem Superbowl 2004 mächtig Ärger mit der FCC bekommen. In der Halbzeitshow des Finales der Meisterschaft im American Football hatte Sänger Justin Timberlake damals die Brust seiner Kollegin Janet Jackson entblößt - vor mehr als hundert Millionen Fernsehzuschauern. (dpa/afp)

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