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17. Juli 2012

Jane Pitt: Mutter von Brad Pitt blamiert "Brangelina"

 Von Nina Rehfeld
Alles total witzig: Brad Pitt (Mitte) neben seiner Mutter Jane und der Verlobten Angelina Jolie. Foto: dapd

Brad Pitts Mutter spaltet mit einem erzkonservativen Leserbrief die Familie in zwei Lager. Sie wetterte gegen Obama, für Romney und gegen Abtreibung und die Homo-Ehe.

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Brad Pitts Mutter spaltet mit einem erzkonservativen Leserbrief die Familie in zwei Lager. Sie wetterte gegen Obama, für Romney und gegen Abtreibung und die Homo-Ehe.

Für Brad Pitt war es wohl einer jener Momente, wo er am liebsten im Boden versunken wäre: Als seine Mutter Jane in der vergangenen Woche einen Brief an ihr Lokalblatt, den Springfield News-Leader in Missouri, schickte und darin in schönster Tea-Party-Manier Präsident Obama verunglimpfte. Mensch Mama, muss das sein? Denn Jane Pitt positionierte sich nicht nur in der konservativsten Ecke des politischen Spektrums, sie schnitt auch zwei Themen an, die im Wahlkampf-Amerika Explosivstoff sind: die Homo-Ehe und das Recht auf Abtreibung.

Zur Person

Jane Etta Pitt, frühere Hillhouse, ist die Mutter von Hollywood-Star Brad Pitt. Gemeinsam mit ihrem Mann William Alvin Pitt, dem Besitzer eines Transportunternehmens, hat sie drei Kinder: William Bradley, genannt „Brad“, Doug und Julie Neal Pitt. Die Familie gilt als sehr konservativ und gläubig.

Brad Pitt gilt als Unterstützer Obamas, seine Mutter sprach sich für Romney aus.

Bezugnehmend auf einen Zeitungskommentar, der die Frage aufwarf, ob man als aufrechter Christ den Obama-Herausforderer Mitt Romney, einen Mormonen, wählen dürfe, hatte Mrs. Pitt geschrieben: „Jeder Christ sollte viel Zeit im Gebet verbringen, bevor er sich weigert, für einen Familienvater mit hohen moralischen Ansprüchen zu stimmen.“ Wer nicht Romney wähle, schrieb Jane Pitt weiter, stimme mit Obama für einen Mann „der keine Zeremonie am nationalen Tag des Gebets abhielt und der die Ermordung ungeborener Babys und die gleichgeschlechtliche Ehe unterstützt.“

Peinlich ist das schon: Pitt ist schließlich Obama-Unterstützer und ein Fürsprecher der Homo-Ehe. Mehrfach betonte er, dass er seine langjährige Lebensgefährtin und Mutter seiner Kinder, Angelina Jolie, erst dann heiraten würde, wenn jedermann in diesem Land das Recht dazu habe. Und er muss glauben, dass der Moment nahe ist, hat er sich doch im April mit Angelina verlobt.

Der 48-Jährige gilt in Hollywood als Saubermann, als eine Art Unberührbarer – zumindest war das so, bis Mutti auf den Plan trat. Prompt stürzten sich die amerikanischen Klatschreporter auf Mrs. Pitts Äußerungen.

Ironie und heiliger Ernst

„Oh mein Gott, igitt!“, stichelte die Klatschwebseite Celebitchy ironisch, andere nahmen sich der Sache mit dem heiligen Ernst der Promipostillen an: Das Magazin Star wusste, dass Angelina „zutiefst beschämt“ sei vom Leserbrief der Schwiegermama in spe. Klatschkolumnist Perez Hilton legte nach, sie sei zudem sauer, dass Brad sich nicht hinter seine Mutter stelle. Die habe nämlich, wie die New York Post berichtete, reihenweise Einschüchterungen, sogar Todesdrohungen erhalten. Der National Enquirer wollte schließlich in Erfahrung gebracht haben, dass Jolie die Hochzeit mit Pitt platzen lassen wolle, falls seine Mutter ihre Ansichten nicht ändere – schließlich bringe ein solcher Vorfall ihre humanitäre Arbeit in Gefahr.

Brad Pitt ist nicht der erste, dessen politische Ansichten von denen der Eltern abweichen. Und die Äußerungen von Jane Pitt, die auf moderne Europäer haarsträubend hinterwäldlerisch wirken mögen, bewegen sich aus hiesiger Sicht völlig im Rahmen der politischen Diskussion – die Homo-Ehe und das Thema Abtreibung sind zentrale Munition im Wahlkampf der Republikaner, deren Basis von konservativen, bibeltreuen Christen dominiert wird. Die wiederum lassen keine Gelegenheit aus, beides als Verbrechen gegen Gott zu brandmarken.

Brad Pitt hat oft davon gesprochen, aus einem konservativen Haushalt zu stammen, und mancher interpretierte das als übertriebene Betonung seiner bodenständigen Wurzeln. Jetzt allerdings sagte er lieber nichts zu der Aufregung. Und auch seiner Mutter scheint es angesichts der hysterischen Reaktionen die Sprache verschlagen zu haben.

Dafür meldete sich der Vater von Angelina Jolie zu Wort – der Schauspieler und Oscar-Preisträger Jon Voight stärkte Jane Pitt den Rücken: „Freut mich für sie“, sagte er dem konservativen Nachrichtensender Fox News. Voight gilt als erzkonservativ, er unterstützt Mitt Romney als Präsidentschaftskandidat und sprach sich öffentlich gegen Obamas Gesundheitsreform und die Wandlung Amerikas „in ein sozialistisches Land“ aus. Auch Angelina Jolie wird also schon ihre Momente gehabt haben, in denen sie am liebsten im Boden versunken wäre. Auch sie äußerte sich nicht.

Der Spießer-Bruder beruhigt

Glücklicherweise tauchte ein weiteres Familienmitglied zur Ehrenrettung auf: Doug Pitt, Brads drei Jahre jüngerer Bruder, der in Springfield lebt und dort ein kleines Computerunternehmen führt. Eben erst stellte er mit einem augenzwinkernden Werbespot für einen australischen Mobilfunkanbieter als „der zweitberühmteste Pitt in seiner Familie“ sein normales Spießerleben vor: Männerzimmer mit Siebziger-Jahre-Rock-Platten, All-in-one-Drucker, Bastelwerkstatt und die „sportliche“ Familienkutsche.

Jetzt stutzte Doug, der seinem Bruder frappierend ähnlich sieht, die Aufregung um Jane Pitts Leserbrief im amerikanischen Frühstücksfernsehen auf die angemessene Größe zurück: „Eltern und Kinder sind doch überall auf der Welt geteilter Meinung. Blöd ist, wenn das zu Bosheit und Zwistigkeiten führt. Das haben wir in unserer Familie nicht, hier werden offene Diskussionen geführt.“ So sprach der Mann, der dank seiner Mutter nun bloß noch der drittberühmteste Pitt in seiner Familie sein dürfte.

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