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Abfahrts-Olympiasiegerin Lindsey Vonn hat seit Jahren mit Depressionen zu kämpfen. Das gab die US-Amerikanerin in einem Interview mit dem US-Magazin People bekannt. Die 28-Jährige sagte der Zeitschrift, sie nehme seit Jahren Antidepressiva. „Alles an meinem Leben erscheint allen anderen so perfekt, aber ich muss kämpfen wie jeder andere auch“, sagte Vonn.
Es habe 2008 eine Phase gegeben, in der sie nicht mehr aus dem Bett kam: „Ich fühlte mich hoffnungslos, leer, wie ein Zombie. Ich konnte nicht einmal mehr heulen.“ Im Jahr 2008 ließ sie sich auf Anraten ihres damaligen Ehemanns Thomas behandeln, innerhalb eines Monats änderte sich ihr Zustand. Sie habe sich wie eine andere Person gefühlt, sagte Vonn: „Das war verrückt. Ich hatte endlich wieder Freude daran, rauszugehen.“
Mit Blick auf ihre aktuelle Situation und die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi ergänzte Vonn: „Das ist ein neues Kapitel in meinem Leben. Ich bin das erste Mal seit sehr langer Zeit glücklich.“ Bei der Weltcup-Abfahrt in Val d'Isere erlitt die „Speed-Queen“ jedoch einen sportlichen Rückschlag. Bereits nach 16 Fahrsekunden rutschte sie bei einem Linksschwung weg, weil sie sich zu weit nach innen gelegt hatte. Vonn überschlug sich und durschlug rücklings zwei Fangzäune. Erst das dritte Netz stoppte ihren Sturz. Unter bangen Blicken ihrer Schwester Laura, die im Zielraum stand, blieb sie zunächst einige Sekunden regungslos liegen. Vonn konnte jedoch bald aufstehen und offenbar unverletzt ins Ziel abfahren.
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Vonn, die in diesem Winter bereits vier Weltcup-Rennen gewann, hatte im November mit einer Darmerkrankung zu kämpfen und war wegen der Beschwerden im Krankenhaus behandelt worden. Schon damals gab es Spekulationen, Vonn leide an Depressionen. „Alle Teile meines Lebens passen endlich zueinander“, sagte sie jetzt: „Ich akzeptiere, wer ich bin und schaue nach vorn.“
Im vergangenen Jahr hatte sich Vonn von ihrem Mann Thomas, der ihr als Trainer und Manager zur Seite stand, scheiden lassen. Die Ehe, sagte sie jetzt, sei bereits 2010 kaputt gewesen, als sie in Whistler Olympiasiegerin wurde. „Im Fernsehen oder in Artikeln ging es immer nur um meine großartige Ehe, die schneeweiße Fassade, all den Erfolg und mein perfektes Leben. Aber hinter der Kulisse war es ein Kampf“, sagte sie. Vonn gab zu, schon im Jahr 2002 - mit damals 17 - an Depressionen gelitten zu haben. Auslöser könnte die Trennung ihrer Eltern gewesen sein. „Wegen meiner Sturheit, oder, weil ich mich schämte zuzugeben, dass etwas gewaltig schief lief, habe ich nichts unternommen“, sagte sie.
Stattdessen habe sie all ihre Emotionen ins Skifahren geworfen, das für sie immer ein Ventil gewesen sei. „Ich heulte mich in den Schlaf, aber am nächsten Morgen stand ich auf dem Berg - und fühlte mich gut. Wenn ich skifahre, bin ich glücklich.“ (sid)
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