Der Legende nach sind Sie mit 14 Jahren von der Schule abgegangen, um Tänzerin zu werden. Waren Sie besonders mutig oder verrückt?
Es ist keine Legende, sondern die Wahrheit. Es steht viel Verrücktes im Internet, aber das ist richtig. Ob ich damals mutig war, weiß ich nicht. Vor allem hasste ich die Schule, das war eine Tatsache. Ich war Legasthenikerin und eine sehr schlechte Schülerin. Mit fünf oder sechs Jahren habe ich schon angefangen zu tanzen. Als meine Eltern festgestellt haben, dass ich die Schule wirklich hasste, schickten sie mich in eine professionelle Tanzschule in Monaco.
Eine unkonventionelle Erziehungsmethode...
Sie sagten mir, dass ich das ernsthaft machen muss. Ich liebte dieses Institut, aber ich muss sagen, ich habe die Tanzausbildung eigentlich nur deshalb gemocht, weil mir dadurch die Schule erspart blieb. Ich hatte gleichzeitig Fernunterricht, doch darum habe ich mich kaum gekümmert. Meine Bildung habe ich später im Theaterseminar nachgeholt.
Sie haben unterschiedlichste Rollen gespielt: depressive, extrovertierte und sinnliche Frauen. Wie haben Sie es geschafft, sich nicht festlegen zu lassen?
Mit meinen ersten Hauptrollen hatte ich großen Erfolg. Da wollte man mich sozusagen einsperren in ein gewisses Rollenbild und da hatte ich schnell das Gefühl, an Klaustrophobie zu leiden. Das war für mich kein Zustand. Denn für mich als Schauspielerin ist die Lust am Neuen und Unbekannten wichtig. Ich bin der Meinung, dass ein Schauspieler alle Genre können muss, Komödien genauso wie Dramen. Und man muss die unterschiedlichsten Menschen darstellen können. Stellen Sie sich vor, ich habe gerade eine Catcherin gespielt!
Worin besteht dieser ewige Drang, sich anders darzustellen? Wollen Sie sich verändern oder über sich hinauswachsen?
Es ist einfach die Lust daran, immer Lust zu haben.
Das Interview führte Bettina Aust.
Interviews mit den ganz Großen, News über Leute in den Schlagzeilen