So, wie am vergangenen Donnerstag bei einem Presse-Event in Los Angeles im Vorfeld der Grammy-Verleihung – einer der letzten Gelegenheiten, bei denen die Sängerin gesehen wurde. Houston schwitzte, ihre Zunge wurde schwer und sie begann wirr zu reden. Doch bevor sich die Szene zu einer Katastrophe ausweitete, konnte ihre 19-jährige Tochter sie dezent aus dem Raum manövrieren. „Komm Mama, wir müssen jetzt gehen“, sagte Bobbi Kristina Brown ruhig aber bestimmt, und bugsierte sie an den Reportern vorbei.
Bobbi Kristina war in den Jahren seit der Scheidung von Bobby Brown immer mehr zu Erzieherin und Pflegerin ihrer Mutter geworden, erinnerte sich Familienfreundin Ellin LaVar. Wie so häufig in Familien mit Suchtproblemen, war es auch bei den Houstons das Kind, das die Verantwortung übernahm.
Schon während der chaotischen Jahre der Ehe zwischen ihrem Vater Bobby Brown und Whitney Houston, so LaVar, habe sich Bobbi Kristina für ihre Mutter zuständig gefühlt. Die Tochter war für die Mutter da, wenn die betrunken oder high war – oder wenn ihr Vater ihre Mutter wieder mal geschlagen hatte.
Bobbis Bedürfnisse mussten hinten anstehen
Nach der Scheidung 2007 wurde diese Dynamik noch verstärkt. Laut LaVar wurde Whitney Houston zunehmend von ihrer heranwachsenden Tochter abhängig. Die eigenen Bedürfnisse des Teenagers blieben außen vor. Gelegenheit, sich ein eigenes Leben aufzubauen hatte sie nicht. Auf ihrer Facebook-Seite gab sie als Beruf „Musikerin“ an und fügte hinzu, „ins Entertainment hinein geboren“. Ihre Karriere bestand aus ein paar Aufnahmen mit ihrer Mutter und einem Youtube-Video, in dem sie einen Song von Adele covert.
Dieser Mangel hatte seine Folgen. Wie ihre Eltern hatte auch Bobbi Kristina Drogenprobleme. Im März 2011 kursierten Fotos von ihr im Internet, auf denen sie auf einer Party mit Kokain hantiert. Ihr Ex-Freund berichtete, dass sie sich von den 1.000 Dollar Taschengeld, die Whitney Houston ihr wöchentlich zusteckte, Kokain und Marihuana besorgt haben soll.
Houstons Tochter im Drogenrausch
Nachdem Whitney Houston am Sonnabend in einer Hotelsuite in Beverly Hills gestorben war, beruhigte sich Bobbi Kristina offenbar mit einem Cocktail aus Alkohol und Sedativen – einer Mixtur, die sie vorübergehend ins Krankenhaus von Los Angeles brachte. Aus der Klinik holte sie am Sonntag ihr Vater ab, um mit ihr gemeinsam nach New Jersey zu fliegen.
In Newark, der Heimatstadt von Whitney Houston im Bundesstaat New Jersey, soll am Samstag in der New Hope Baptisten-Kirche im kleinen, eher privaten Rahmen die Trauerfeier für Whitney Houston stattfinden. Dort hatte sie bereits als Kind gesungen. Für Bobbi Kristina wird der Abschied der Beginn eines schwierigen Weges sein. Mit ihrer Mutter wird ihr bisheriger Lebensinhalt zu Grabe getragen.
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