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Unternehmen: Licht aus Offenbach

Die Firma Lux AV-Technik verleiht seit mehr als 50 Jahren alles, was Konferenzveranstalter wollen. Und das mit Erfolg: Von der Krise war das Unternehmen nicht betroffen.

Birgit Sadlowski von der Firma Lux AV-Technik  Foto: Bernd Fickert

Angefangen hat alles mit einem Diaprojektor. Den wollte ein Kunde des Fotogeschäftes Lux in der Frankfurter Taunusstraße ausleihen. Inhaber Axel Sadlowski vermietete das Gerät – und stellte so 1974 die Weichen weg vom Verkaufen von Fotoapparaten, Projektoren und Filmen zum Verleihen von Konferenztechnik. Inzwischen heißt die vor 50 Jahren gegründete Firma Lux AV-Technik, ist seit 25 Jahren in der Offenbacher Luisenstraße zu Hause und beschäftigt 22 angestellte Frauen und Männer, darunter fünf Azubis. Zudem bereichert Hund Max das Team.

Ob 100 Pinnwände für die Commerzbankarena in Frankfurt, eine Videokonferenz oder eine Tagung mit Licht- und Beschallungsanlagen in Brüssel – die Kundenliste der Spezialfirma ist lang und international. Dabei laufe das Kerngeschäft aber im Umkreis bis zu 50 Kilometern, sagt Birgit Sadlowski, die 1990 die Geschäftsführung von ihrem Mann übernahm. Treugeblieben sei ihnen einer der ersten Kunden aus den 1970er Jahren, das heutige Holiday Inn Frankfurt Airport-North.

Marke Eigenbau

Ein Diaprojektor findet sich zwar noch im Lager und wird ab und an auch noch ausgeliehen – zumal Dias „qualitativ unschlagbar sind“, wie Geschäftsführerin Sadlowski sagt. Doch gefragt sind heute ganz andere Ausstattungen: vom Beamer über Dolmetscherkabinen mit Headsets für Hunderte von Konferenzteilnehmern bis hin zu drahtlosen Abstimmungssystemen (TED). Und die Entwicklung schreitet zügig voran: In der Lichttechnik „ist LED die Zukunft“, sagt der technische Leiter Randolf Grabinger. Gibt es etwas noch nicht, so bauen Grabinger und sein Team das Gewünschte selbst. Zum Beispiel ein Rednerpult mit integriertem Monitor: Sie stellten einen Bildschirm hochkant und zimmerten ein Pult darumherum. Nun muss der Nutzer nur daran denken, dass er die Anzeige auf dem Bildschirm um 90 Grad dreht.

Grabinger ist für die Ausbildung der Fachkräfte für Veranstaltungstechnik zuständig. Seit 13 Jahren gibt es Lehrlinge, Chefin Sadlowski kümmert sich um die kaufmännischen Azubis. Zwar ist der Stapel mit Bewerbungsmappen fast so hoch wie ein Aktenordner. Doch es sei immer schwieriger, geeignete Bewerber zu finden, stimmen die beiden in die Klage vieler Ausbilder ein. So müssen die Interessenten zwar gut in Mathe und Physik sein, um Statik und Elektrolasten auszurechnen. Doch das reicht nicht. Auch gute Umgangsformen sind essenziell. Wer jemanden wie Josef Ackermann ein Mikrofon anstecken wolle, müsse höflich und sicher auftreten, sagt Sadlowski.

Obwohl die Kunden in der Finanzkrise sehr zurückhaltend waren, sei Lux AV-Technik ohne Entlassungen oder Kurzarbeit durch die Krise gekommen, sagt Sadlowski. Sie beschäftigt sich hauptsächlich mit der Planung, bei Bedarf packt sie aber auch beim Beladen der Lastwagen an. Die Arbeit macht der 59-Jährigen Spaß, aber sie hat sich vorgenommen: „Mit 63 höre ich auf.“ Die Nachfolge überlässt sie nicht dem Zufall, schon jetzt bezieht sie ihre Mitarbeiter in alle Entscheidungen ein.

Autor:  Wiebke Rannenberg
Datum:  22 | 7 | 2011
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