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Lilien - Darmstadt 98
Spielberichte und Interviews zu den Lilien, News und Hintergründe zu Darmstadt 98.

05. November 2015

Darmstadt 98 - Hamburger SV: „Wir müssen ja kein Tiki-Taka spielen“

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Wäre fast wieder bei den Lilien gelandet: Ivo Ilicevic.  Foto: Imago

Der SV Darmstadt 98 hat sich fußballerisch weiterentwickelt und erwartet am Samstagabend den Hamburger SV zu einem heißen Tänzchen am Böllenfalltor. Schuster wollte Ilicevic holen.

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An Bruno Labbadia, den Mann aus Schneppenhausen vor den Toren Darmstadts, hat Dirk Schuster keine guten Erinnerungen. Also nicht, dass er gegen den heutigen Trainer des Hamburger SV eine persönliche Antipathie entwickelt habe, im Gegenteil. „Unser Miteinander ist sehr herzlich“, versicherte der Coach des SV Darmstadt 98. Aber als aktiver Fußballer hat der Vorstopper Schuster gegen den Mittelstürmer Labbadia kein Land gesehen. „Er hat in schöner Regelmäßigkeit gegen uns getroffen“, sagte Schuster lachend.

Gut, dass Bruno Labbadia heutzutage nicht mehr selbst im Strafraum sein Unwesen treibt, sondern im feinen Zwirn an der Seitenauslinie stehen wird. Immer noch emotional und brodelnd wie ein Vulkan, aber während der 90 Minuten zur Tatenlosigkeit verdammt. Für den verlorenen Sohn Labbadia ist das Aufeinandertreffen morgen Abend (18.30 Uhr) in Darmstadt allemal ein besonderes Spiel.

Mehr Ruhephasen müssen ins Spiel

Für die Lilien ist es das auch, was aber weniger mit der Rückkehr des in Darmstadt groß gewordenen Ex-Trainers zu tun hat. Nein, für die 98-er ist so ein Duell mit dem Bundesliga-Dino immer noch etwas ganz Spezielles. „Vor ein paar Jahren hätten wir noch Geld dafür bezahlt, dass der HSV ans Böllenfalltor kommt“, erzählte Schuster launig. Nun ist eine Bundesligapartie des Mittelfelds: Hamburg auf Platz zehn mit 14 Punkten, Darmstadt 98 auf Rang 13 mit einem Zähler weniger.

Vor der Begegnung ist Schuster dann tatsächlich gefragt worden, ob das nun nicht die Spiele seien, die seine Mannschaft eigentlich gewinnen müsse. Also morgen gegen Hamburg, dann in Ingolstadt und gegen Köln. Er dachte für einen kurzen Moment, er hätte sich verhört. „Das wäre wohl etwas vermessen“, entgegnete er dann betont sachlich, um klarzustellen: „Auch wenn ich es schon 25 000-mal gesagt habe, so sollte man trotzdem nicht vergessen, wo wir herkommen. Für uns ist in jedem Spiel die Rolle des Außenseiters vorbehalten.“ Die haben die Lilien angenommen und mit Leben und Behauptungskraft gefüllt. „Wir sind in der Liga angekommen“, sagte Schuster. „Wir können schon mithalten.“

Doch es gebe Parameter, die noch gegen seine Mannschaft sprechen. Die Ballbesitzquote etwa. „Da haben wir es noch nicht einmal auch nur ansatzweise auf fifty-fifty geschafft.“ Daran gelte es zu arbeiten, denn wenn man die Kugel in den eigenen Reihen hat, habe man mehr Ruhephasen im Spiel. „Wir müssen ja kein Tiki-Taka spielen, aber etwas mehr Ballbesitz wäre mir schon lieber.“ Die Südhessen müssten dem Kontrahenten „mit unseren ureigenen Instinkten unsere Spielweise aufzwingen“, wie der Coach befand. Das klappte bislang erstaunlich gut.

Schuster: HSV spielt ehrlich

Die Darmstädter werden als schwer zu bespielender Gegner erachtet und auch ein bisschen gefürchtet. Beim letzten Spiel in Stuttgart etwa hat Schuster beobachtet, dass der VfB die Spielweise seines Teams angenommen und auf sich übertragen hatte. „Sie haben auch mit sehr viel Willen und Zweikampfhärte gespielt.“ Im Vorbeigehen und mit Schönwetterfußball ist gegen Darmstadt nichts zu holen. Das hat sich herumgesprochen.

Den HSV erwartet Schuster wenig divenhaft: „Sie spielen einen ehrlichen Fußball. Von der Leidenschaft, Einsatzbereitschaft und dem Willen nehmen sich die beiden Mannschaften nicht viel.“

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Generell ist der Fußballlehrer mit der Entwicklung zufrieden, in Stuttgart etwa zeigten die Lilien ihr bestes Spiel, schossen 17-mal aufs Tor, gingen beim 0:2 aber leer aus. „Die Gesamtentwicklung ist sichtbar“, führte Schuster aus. Und deshalb sei es auch klar, dass die „Erwartungshaltung gestiegen ist.“

Vielleicht wäre sie noch höher, wenn ein früherer Lilien-Spieler nicht für den HSV, sondern für die Darmstädter spielen würde: Ivo Ilicevic. Fast wäre er, wie Schuster bestätigte, wieder am „Bölle“ gelandet. „Wir hätten ihn gerne hier gesehen, aber er hat sich für den HSV entschieden.“ Bislang kommen die Lilien auch ohne ihn ganz gut klar.

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