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Lilien - Darmstadt 98
Spielberichte und Interviews zu den Lilien, News und Hintergründe zu Darmstadt 98.

24. September 2012

Darmstadt 98: Balsam für die Seele

 Von Sebastian Rieth
Beflügelt: Uwe Hesse trifft zum 1:0 für die Lilien.  Foto: Hübner

Trainer Jürgen Seeberger feiert mit einem 3:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart II ein gelungenes Heimdebüt beim SV Darmstadt 98. Vier Punkte aus zwei Spielen sorgen für Erleichterung beim neuen Lilien-Trainer.

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Dass beim SV Darmstadt 98 eine neue Zeitrechnung begonnen hat, war schon vor dem Anpfiff für alle ersichtlich. Die Mannschaft machte sich auf der anderen Hälfte des Spielfeldes warm, die Ersatzbänke waren getauscht – „ich wollte ein Zeichen setzen, einfach etwas verändern“, begründete Trainer Jürgen Seeberger bei seinem Heimdebüt gegen den VfB Stuttgart II. „Und außerdem kann man auf der anderen Seite besser mit dem Linienrichter quatschen.“ Mit dem war er aneinandergeraten, hatte ihn sogar aus seiner Coachingzone geschubst. Die Versöhnung folgte schon zur Halbzeitpause.

"Wir reden mehr und arbeiten anders."

Seeberger beackerte seine Außenlinie intensiv, saß fast nie, sondern hüpfte und gestikulierte am Spielfeldrand. Er lebte seinem Team die Leidenschaft vor, die Chemie zwischen ihm und der Mannschaft, zwischen seinen Impulsen und dem, was am Ende dabei herauskommt, stimmt.

Nach dem 3:1 (1:0)-Sieg gegen Stuttgart hat der Nachfolger von Kosta Runjaic in seinen ersten beiden Spielen nun schon vier Punkte geholt und immerhin den Anschluss an das Tabellenmittelfeld der dritten Liga nicht verpasst. „Das ist Balsam für die Seele“, sagte er nach dem ersten Darmstädter Sieg seit sieben Wochen. Dass die Entschlossenheit immer dagewesen und der Glaube nie abhandengekommen sei, habe Seeberger mit Wohlwollen registriert. „Das hilft der Mannschaft weiter.“

Und die nimmt ihren neuen Chef gut an. „Kosta hat auch einiges richtig gemacht“, befand Mittelfeldspieler Uwe Hesse, „aber vielleicht war der Trainerwechsel gut. Wir reden mehr und arbeiten anders. Viel intensiver.“ Den 24-Jährigen scheint der Schnitt auf der Kommandoposition zu beflügeln. Gegen Stuttgart war er – auch wenn technisch nicht alles klappte – ein Aktivposten, rackerte viel, suchte den Weg zum Tor und schoss in der 16. Minute sogar die Führung. „Ich weiß, dass jemand hinter mir steht“, sagte Hesse. Dann könne man auch mit breiter Brust auftreten.

Mehr Taktik, mehr Defensivarbeit

Dass die Lilien im Anschluss an das 1:0 allerdings wenig auf die Beine brachten, dass sie kaum in die Nähe des Stuttgarter Tores kamen, mögen sie nicht als Schwäche ausgelegt bekommen. „Wir schauen zuerst, dass die Null steht“, erklärte der Schütze des dritten Darmstädter Treffers, Hanno Behrens. Auch das habe sich unter Seeberger verändert: Mehr Taktik, mehr Defensivarbeit. Gegen Standards ist dieses Konzept allerdings machtlos.

Tobias Rathgeb versenkte einen Freistoß unhaltbar zum 1:1 (51.), die Partie drohte zu kippen. Darmstadt verlor den Zugriff auf das Spiel, der Aufbau verzettelte sich zunehmend im Eins gegen Eins, und der Nachwuchs des Bundesligisten machte über die Außen Druck. Wären die Lilien zu Saisonbeginn unter dieser Last noch zerbrochen, zogen sie sich am Samstag selbst wieder hoch.

Ein genialer Pass des eingewechselten Elton da Costa reichte aus, um die Hintermannschaft zu düpieren und VfB-Torhüter André Weis zu einem unnötigen Foul an Marcus Steegmann zu verleiten. Den Strafstoß verwandelte Andreas Gaebler trocken zum 2:1 (71.).

„Das war die Schlüsselszene“, wusste Seeberger hinterher. „Damit haben wir die Moral des Gegners gebrochen.“ Behrens dritter Treffer (77.) rundete den Sieg ab.

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