Lilien - Darmstadt 98
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01. Oktober 2012

Darmstadt 98: Drei Fehler zu viel für die Lilien

 Von Sebastian Rieth
Kritischer Zungenschlag: Jürgen Seeberger. Foto: Rhode

Der SV Darmstadt 98 spielt gut mit, lässt bei der 1:3-Niederlage gegen Arminia Bielefeld aber die letzte Konsequenz vermissen. Nach zwei Niederlagen findet sich Darmstadt 98 nun unvermittelt im Tabellenkeller der dritten Liga wieder.

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Der SV Darmstadt 98 spielt gut mit, lässt bei der 1:3-Niederlage gegen Arminia Bielefeld aber die letzte Konsequenz vermissen. Nach zwei Niederlagen findet sich Darmstadt 98 nun unvermittelt im Tabellenkeller der dritten Liga wieder.

Sie lächelten müde, grüßten kurz und verschwanden dann wortlos in der Kabine. Die Spieler des SV Darmstadt 98 durften nach dem Abpfiff nicht gleich mit den Journalisten sprechen, so hatte es ihr Chef angeordnet. Jürgen Seeberger wollte nicht zu viel Zeit zwischen dieser mutraubenden 1:3 (0:1)-Heimniederlage gegen Arminia Bielefeld und seiner aufbauenden Ansprache verstreichen lassen. „Ich habe ihnen gesagt, dass sie gleich wieder aufstehen und die Moral oben halten sollen“, erzählte der Trainer des Drittligisten.

Warme Worte konnte er spenden, aber so schnell vermochte dann keiner der Spieler den Schalter umzulegen. Cem Islamoglu kam als erster seines Teams zum Auslaufen aus der Kabine und war noch sichtlich mitgenommen: „Ein gutes Spiel alleine reicht nicht“, gab der Innenverteidiger bedröppelt zu Protokoll. „Wenn man unten steht, darf man einfach keine Fehler machen.“ Die Lilien leisteten sich exakt deren drei – es waren drei zu viel.

Simple Gegentore

Vor der Bielefelder Führung per Foulelfmeter durch Felix Burmeister war Hanno Behrens im Strafraum den entscheidenden Tick zu spät gewesen (35.), beim 2:0 des ehemaligen Offenbachers Pascal Testroet hatte Christian Beisel einfach nicht verteidigt. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn er nach einem Ellbogencheck von Christian Müller, der später noch Gelb-Rot sah, gleich dem an der Außenlinie schon bereitstehenden Benjamin Gorka Platz gemacht hätte. Aber Beisel blieb sichtlich gehemmt auf dem Rasen und ließ Testroet gewähren (59.).

Das 3:1 fiel zwölf Minuten vor dem Ende ähnlich simpel: Ein Abstoß, eine Kopfballverlängerung und ein kluger Lupfer des eingewechselten Sebastian Hille entschieden die Partie. „Die Mannschaft denkt zu offensiv. Das ist ein fataler Umstand“, bemängelte Seeberger und stellt damit seinem Vorgänger Kosta Runjaic nicht unbedingt ein gutes Zeugnis aus. „Man gewinnt die Spiele immer über die Defensive.“

Was den Lilien fehlt, ist Galligkeit, Entschlossenheit, die finale Konsequenz und der letzte Punch, wenn es in den Strafraum geht. Egal, ob das der eigene oder der gegnerische ist. Denn auch vorne ließen die 98er zu viel liegen, obwohl sie dank ihres Spielmachers Elton da Costa gefällig kombinierten und nach dem Anschlusstreffer von Kacper Tatara (59.) in Überzahl auf den Ausgleich drängten.

Die Realität heißt Abstiegskampf

Es war die vielleicht beste Leistung dieser Saison, aber immer dann, wenn es ernst wurde, versagte die Mannschaft. Dann waren die Gäste aus Ostwestfalen resoluter und kaltschnäuziger. Auch das ist eine Qualität.

Dem eigenen Team könne er kaum etwas vorwerfen, sagte der Trainer. „Ich habe eine Mannschaft gesehen, die will.“ Aber auch eine, die laut Seeberger immer noch den utopischen Zielen eines gesicherten Mittelfeldplatzes hinterher laufe. Die Realität heißt Abstiegskampf. Das kurze Zwischenhoch ist nach den zwei Niederlagen der englischen Woche längst verflogen, der Fortschritt blieb ertragslos und die Lilien sind wieder dort gelandet, wo sie Seeberger übernommen hatte: Auf dem drittletzten Tabellenplatz.

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