Lilien - Darmstadt 98
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03. September 2012

Darmstadt 98: Emotionales Chaos bei den Lilien

 Von Sebastian Rieth
Geht seiner Wege: Trainer Kosta Runjaic (re.).  Foto: hübner

Der bevorstehende Abgang von Kosta Runjaic überschattet die Niederlage von Darmstadt 98 gegen 1. FC Heidenheim. Die Lilien kassieren angeblich 100.000 Euro Ablöse für den Trainer. Ein Nachfolger soll spätestens am Mittwoch präsentiert werden.

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Der bevorstehende Abgang von Kosta Runjaic überschattet die Niederlage von Darmstadt 98 gegen 1. FC Heidenheim. Die Lilien kassieren angeblich 100.000 Euro Ablöse für den Trainer. Ein Nachfolger soll spätestens am Mittwoch präsentiert werden.

Als Kosta Runjaic seine vorerst letzten Schritte auf dem Rasen am Böllenfalltor machte, wusste kaum jemand, wie er mit dieser Situation umgehen sollte. Nicht die Fans des SV Darmstadt 98, die teils applaudierten, teils pfiffen; nicht die Spieler, die ihren Trainer schätzen, aber von den Diskussionen um seinen Abgang nicht unbeeinflusst blieben; und auch nicht Runjaic selbst, der erst lässig alle Nachfragen zu seinem bevorstehenden Wechsel zum Zweitligisten MSV Duisburg abblockte, dann aber auf simple Nachfragen zur 0:2 (0:0)-Heimniederlage gegen den 1. FC Heidenheim seltsam gereizt reagierte.

In Darmstadt wissen sie derzeit nicht wohin mit ihren Befindlichkeiten. Es herrscht ein emotionales Chaos.

Wieder salonfähig gemacht

Das liegt zum einen daran, dass der 41-Jährige viele Verdienste um den Verein hat. Er war es, der die Lilien sportlich wieder salonfähig gemacht hat, der sie in seinen zweieinhalb Jahren Amtszeit aus der Regionalliga in die dritthöchste Spielklasse brachte, der mit viel Akribie arbeitete, sich aber zuletzt an den widrigen Umständen immer mehr die Hörner abstieß. Auf der anderen Seite wäre nach der erneuten Niederlage wohl auch in Darmstadt eine Trainerdiskussion entbrannt, die dem Verein nun abgenommen wird. Runjaic wechselt von einem Abstiegsrang der dritten Liga eine Spielklasse nach oben. Ein steiler Aufstieg.

„Wir haben mit Duisburg Einigkeit erzielt“, bestätigt Darmstadts Vizepräsident Rüdiger Fritsch. Die Unterschriften sollen am Montag folgen, über die fällige Zahlung, um Runjaic per Ausstiegsklausel aus seinem bis 2014 laufenden Vertrag zu kaufen, mochte er allerdings nicht viel sagen.

Nur so viel: „Wir haben die Summe gekriegt, die wir wollten.“ Dem Vernehmen nach soll sie um die 100.000 Euro liegen. Den neuen Trainermanager wollen die Lilien spätestens am Mittwoch präsentieren. Nachdem Fritsch den Ex-Sandhauser Frank Leicht ausschloss, kursiert noch der Name von Alois Schwartz, der aktuell den 1. FC Kaiserslautern II betreut.

Pfiffe in Darmstadt

„Es wird Zeit, dass endlich Klarheit in der Trainerfrage herrscht“, forderte Stürmer Marcus Steegmann nach der hochverdienten Niederlage, bei der Marc Schnatterer (53.) und Bastian Heidenfelder (64.) getroffen hatten. Anschließend gab es Pfiffe. Er selbst könne zwar damit leben, so Runjaic, „dass dieses junge Team aber nicht gnadenlos angefeuert wird, verstehe ich nicht.“

Auch wenn er sich dazu eigentlich nicht äußern wollte, klang bei seinen letzten Worten der Abschied durch: „Spieler kommen und gehen, Trainer kommen und gehen“, sagte Runjaic. „Nur der Verein bleibt.“

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