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Lilien - Darmstadt 98
Spielberichte und Interviews zu den Lilien, News und Hintergründe zu Darmstadt 98.

17. September 2012

Darmstadt 98: Lilien mit Glück im Bund

 Von Sebastian Rieth
Mein Ball: Preston Zimmerman nach dem 2:2.  Foto: pressehaus

Obwohl nach dem ersten Gegentor zeitweise ein Debakel droht, kommt der SV Darmstadt 98 beim Debüt des neuen Trainers Jürgen Seeberger in Halle noch zu einem schmeichelhaften Unentschieden.

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Den Ball wollte Preston Zimmerman gar nicht mehr hergeben. Wie einen guten Freund klemmte sich der US-Amerikaner das Spielgerät unter die Achseln, rannte damit jubelnd zur Eckfahne und rückte ihn fast widerwillig erst zum Anstoß wieder heraus. Zimmerman wusste, wem sein Dank in jenen Momenten galt, er wusste, dass dieser Ball es in den Schlussminuten der Drittligapartie beim Halleschen FC äußerst gut mit dem SV Darmstadt 98 gemeint hatte. Zuerst flog die Kugel nach einem Volleytritt von Michael Stegmayer bilderbuchmäßig in den Torwinkel (81.), dann titschte sie so unglücklich auf Darko Horvats Handschuhe, dass der Keeper den Ball fallen ließ und Zimmerman zum 2:2-Endstand abstauben konnte. Ein schmeichelhafter Punktgewinn.

Denn lange hatte es nach einer Niederlage und bisweilen sogar nach einem Debakel für die Lilien im ersten Spiel unter dem neuen Trainer Jürgen Seeberger ausgesehen. Das Tor von Stegmayer war im Grunde der erste gefährliche Schuss nach der Pause, doch er setzte neue Energie frei. „Da haben wir an uns geglaubt und wussten, dass wir das Spiel noch drehen können“, sagte Zimmerman. Vorher war das nicht so.

Fragile Defensive

Seeberger hatte während der Länderspielpause Zeit, die Mannschaft in einem dreitägigen Trainingslager kennen zu lernen, und in vielen Einzelgesprächen Ursachen dafür zu finden, warum es in dieser Saison noch nicht so recht laufen mag. „Es ist eine gewisse Verunsicherung zu spüren“, sagt er. Umso wichtiger sei dieser späte Ausgleich von Halle, der sich wie ein Sieg anfühle und der noch für einiges gut sein könne. „Sicherheit bekommt man nur über Erfolgserlebnisse“, weiß Seeberger.

Wie labil sein Team ist, zeigte sich am Samstag. Bis zur 37. Minute, bis zum ersten ernsthaften Angriff der Gastgeber, waren die Lilien besser und hatten gute Chancen. Doch dann stürzte das wackelige Kartenhaus in sich zusammen. Die Verteidigung war allenfalls beim Protestieren gegen die knappe Torentscheidung stark, nicht aber beim Verhindern des Kopfballs von Telmo Teixeira Rebelo.

Der Rückstand tropfte wie Wasser auf die Mühlen der Darmstädter Verunsicherung. Die Lilien-Abwehr stand nun völlig neben sich und Dennis Mast gelang nur vier Minuten nach der Führung das zweite Tor für den Aufsteiger. „Wir haben nicht gut verteidigt“, sagte Seeberger. Den Glaube an einen Punktgewinn habe er dennoch nie verloren; dieses Gefühl müsse immer da sein.

Runjaic hinterlässt große Hypothek

Auf dem Platz zeigte sich das aber nicht. Halle war klar die bessere Mannschaft, erarbeitete sich Chancen im Minutentakt und hätte eigentlich ein, zwei Treffer nachlegen müssen. Alleine der quirlige Portugiese Teixeira Rebelo hatte gleich drei gute Möglichkeiten auf dem Fuß.

Auch wenn Seeberger feine taktische und personelle Änderungen an der Mannschaft vorgenommen hat, und auch wenn er versucht, den Spielern ein Gen des positiven Denkens einzuimpfen und sie offensiv spielen zu lassen, so scheint die Hypothek, die ihm der zum Zweitligisten MSV Duisburg gewechselte Kosta Runjaic hinterlassen hat, doch ziemlich groß. Seeberger wird sie nur langsam abstottern können – und der Ball sollte auch weiterhin ein Darmstädter Freund bleiben.

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