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Lilien - Darmstadt 98
Spielberichte und Interviews zu den Lilien, News und Hintergründe zu Darmstadt 98.

12. November 2012

Darmstadt 98: Zu viele Löcher im Beton

 Von Sebastian Rieth
Danny Latza (2. v. l.) verwandelt - leider ins eigene Tor. Foto: imago

Der SV Darmstadt 98 scheitert beim Versuch, sich in Karlsruhe einen Punkt zu ermauern.

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Der SV Darmstadt 98 scheitert beim Versuch, sich in Karlsruhe einen Punkt zu ermauern.

Wie angewurzelt stand Danny Latza da und schob den Saum seines Trikots bis zur Nasenspitze. Die Fassungslosigkeit stand ihm ins Gesicht geschrieben, in diesem Moment wäre er wohl am liebsten im Erdboden versunken. Nach einem Eckball hatte der Abräumer des SV Darmstadt völlig frei gestanden und mit einem präzisen Kopfball das Leder im Tor versenkt. Blöd nur, dass es das eigene war und der Treffer nach einer Dreiviertelstunde die Hoffnungen auf einen Punktgewinn des Drittligisten beim Karlsruher SC endgültig ad absurdum führte. Die Partie ging 0:2 (0:0) verloren und Latzas Kopfball ins eigene Netz blieb – so zynisch muss man das sagen – die Szene mit der größten Darmstädter Torgefahr.

Mauern als Taktik

Sieht man von den wenigen couragierten Minuten zu Beginn einmal ab, beschränkten sich die Lilien komplett auf die Verteidigung des eigenen Tores. „Das war auch der Plan“, bestätigte Trainer Jürgen Seeberger, der im Mittelfeld mit Latza, Hanno Behrens und Benjamin Baier gleich drei defensive Abräumer aufgeboten hatte. Spielmacher Elton da Costa saß deshalb 58 Minuten nur auf der Bank. Seeberger wollte hinten dicht machen, die Null solange wie möglich halten und irgendwann „besser ins Spiel kommen“. Von einer breiten Brust nach dem Sieg gegen Kickers Offenbach war nichts zu spüren, stattdessen igelte sich die Mannschaft in der eigenen Hälfte ein. Den Respekt vor dem Karlsruher SC, der in der Liga zuvor sechsmal ohne Niederlage geblieben war und auch den Zweitligisten MSV Duisburg aus dem Pokal geworfen hatte, konnte das Team nie ablegen. Deshalb ließ Seeberger mauern.

Tristes Niveau

In der ersten Halbzeit klappte das noch ganz gut, da verschoben die Gäste geschickt und machten mit ihrem breiten Aufgebot im Mittelfeld die Räume eng. Nach Torchancen musste man schon sehr gründlich suchen, das Niveau der Partie passte sich dem tristen Novemberwetter an. Karlsruhe kam nur selten zu flüssigen Kombinationen, Darmstadt kaum mit dem Ball über die Mittellinie. Einzig Innenverteidiger Benjamin Gorka hielt die 10000 Zuschauer bei Laune, weil er – obwohl schon verwarnt – gleich mehrfach ordentlich hinlangte. Nur der Gnade des Schiedsrichters war es zu verdanken, dass der baumlange Verteidiger in der Pause ausgewechselt werden konnte und nicht schon vorher vom Platz flog.
Nach dem Seitenwechsel kamen die Badener zwar stärker auf, hatten durch einen Kopfball von Koen van der Biezen auch eine gute Gelegenheit (49.), aber irgendwie schien sich so langsam Resignation breit zu machen. Es gab Pfiffe von den Rängen, die Spieler waren unzufrieden. Genau darauf hatte Seeberger spekuliert. „Wenn wir das 0:0 in die Schlussviertelstunde gerettet hätten, wären sie noch nervöser geworden“, vermutete der Trainer. Es blieb beim Konjunktiv, denn ausgerechnet in dieser Phase fand Rouwen Hennings mit einem satten Schuss in den Torwinkel das kleine Loch im südhessischen Beton (72.). „Da waren wir zu offen“, so Seeberger. Danach habe man „keine reelle Chance“ mehr gehabt. Den Kopfballtreffer von Latza zählte er da freilich nicht dazu.

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