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Lilien - Darmstadt 98
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05. November 2012

Darmstadt gewinnt gegen Offenbach: Zwei bescheidene Helden

 Von Sebastian Rieth
Komm in meine Arme: Benjamin Gorka und Torwart Jan Zimmermann.  Foto: imago sportfotodienst

Abräumer Behrens trifft bei Darmstadts Derby-Sieg gegen die Kickers aus Offenbach, den Keeper Jan Zimmermann am Ende festhält.

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Abräumer Behrens trifft bei Darmstadts Derby-Sieg gegen die Kickers aus Offenbach, den Keeper Jan Zimmermann am Ende festhält.

Die schwierigste Entscheidung hatten die Profis von Darmstadt 98 nach dem Abpfiff zu treffen. Wer war denn nun ihr Derby-Held, bei dem sie sich für den 1:0-Sieg gegen Kickers Offenbach bedanken sollten? Antreiber Hanno Behrens, der den Treffer erzielt hatte? Oder doch der in der Schlussphase famos haltende Keeper Jan Zimmermann?
Es passte es zu den 90 aufreibenden Drittliga-Minuten, dass die Mannschaft auch nach Spielschluss schnell eine Lösung fand. Die eine Hälfte tätschelte Behrens den blonden Schopf, die andere spurtete auf Zimmermann zu. Dieses Derby hatte zwei Matchwinner, auch wenn die davon wenig wissen wollten. „Wir gewinnen immer zusammen“, erklärte Zimmermann.
Schon beim Abschlusstraining hatten die Spieler den Schulterschluss geübt, die paar Kiebitze in ihre Mitte genommen, einen Kreis gebildet und sich auf die Begegnung eingeschworen, die nach fünf sieglosen Spielen die Wende bringen sollte. Nachdem das vor 9600 Zuschauern gelungen war, sagte 98-Trainer Jürgen Seeberger stolz: „Wir haben einen besonderen Tag erlebt.“

Das lag nicht zuletzt an Hanno Behrens, der nur in die Startelf gerutscht war, weil Danny Latza eine Gelbsperre absaß. Manchmal fügen sich die Dinge eben im richtigen Moment. Behrens schien ein Opfer der sportlichen Talfahrt zu werden. Nachdem sich der Zugang des Hamburger SV II seinen Stammplatz erkämpft und zehn Spiele von Beginn an bestritten hatte, setzte ihn Seeberger beim 1:3 in Saarbrücken nur auf die Bank. Benjamin Baier kehrte nach langer Verletzungspause zurück – da war für den jungen Burschen aus Elmshorn im defensiven Mittelfeld plötzlich kein Platz mehr.

Behrens hinten und vorne präsent

Behrens wusste also, dass das Derby vielleicht die letzte Chance vor der Winterpause sein würde, an diesem Status zu rütteln. Er packte sie beim Schopf. Der 22-Jährige war Abfangjäger und Ballverteiler in einer Person und in der ersten Halbzeit an allen wichtigen Aktionen seines Teams beteiligt. Im eigenen Strafraum rettete Behrens in höchster Not, vor dem Strafraum des Gegners lauerte er auf das, was im Fußballer-Jargon „zweite Bälle“ genannt wird: Abpraller. Sekunden vor der Pause fiel ihm das Spielgerät dann vor die Füße. Der Mittelfeldspieler überlegte nicht lange. Er schlenzte den Ball gefühlvoll an OFC-Schlussmann Robert Wulnikowski vorbei an den Innenpfosten, von dort sprang er ins Tor.
„Wir waren voll da, haben immer Gas gegeben. Drei Punkte, Derbysieg – was soll ich noch sagen?“, sprudelte es aus ihm heraus. Für den Torjubel musste sich der Abräumer allerdings entschuldigen. Er hatte eine Werbebande umgetreten. „Es tut mir leid, wenn etwas kaputt gegangen ist. Aber das musste einfach raus.“
Als bei Behrens und seinen Mannschaftskollegen die Kräfte schwanden und die Kickers aufkamen, stand plötzlich Jan Zimmermann im Fokus. „Die ersten 67 Minuten waren angenehm“, erinnerte er sich. Da bekam er kaum etwas auf seinen Kasten. Als ihn die Lilien dann brauchten, war er zur Stelle und vereitelte die Chancen von Fabian Bäcker (67.) und Stefan Vogler (78.). Zimmermann hielt den Sieg fest, hätte aber am liebsten gar nichts zu tun gehabt: „Wenn wir 90 Minuten die Bälle vom Tor weghauen, habe ich auch nichts dagegen.“ Ein Derby-Held kann man so aber nicht werden.

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