Lilien - Darmstadt 98
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26. September 2012

Kronprinz in der Dirigentenrolle

 Von Sebastian Rieth
Rüdiger Fritsch ist der neue Präsident von Darmstadt 98. Der Jurist will vor allem Kontinuität.  Foto: imago

Rüdiger Fritsch will beim Drittligisten SV Darmstadt 98 vor allem Kontinuität und Innovation

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Lässig hatte Rüdiger Fritsch seinen Arm auf die Lehne des freien Nachbarstuhls gelegt und verfolgte unaufgeregt die Verkündung des Wahlergebnisses. Nur mit einer Gegenstimme wurde er von den 143 Mitgliedern auf der Jahreshauptversammlung am Montagabend zum neuen Präsidenten des Fußball-Drittligisten SV Darmstadt 98 ernannt. Ein kurzes Lächeln huschte über sein Gesicht. Diese Wahl ohne Gegenkandidat sei wie eine Hochzeit gewesen, erklärte der 51-Jährige: „Jeder weiß, was passiert, aber aufgeregt ist man trotzdem.“

Als erster gratulierte ihm sein Vorgänger Hans Kessler. Er hatte den Verein fünf Jahre lang geführt, wirtschaftlich saniert, sportlich wieder salonfähig gemacht und bei seinem Abschied eine Träne verdrückt. Die Nachfolge anzutreten, sei für Fritsch eine Ehre. Mit diesem geordneten Übergang habe man in Darmstadt bewiesen, dass ein Führungswechsel auch harmonisch gelingen kann.

So mag auch die Geschichte nicht überraschen, wie Fritsch seinen Weg zu den Lilien fand. Darmstädter Scouts entdeckten das Talent seines ältesten Sohnes, holten ihn vor neun Jahren in die damalige D-Jugend und damit auch den Vater in den Verein. „Das war der emotionale Durchbruch“, erinnert sich der in Frankfurt arbeitende Wirtschaftsjurist. Die Kanzlei hat ihren Sitz in der Darmstädter Landstraße, einige Jahre arbeitete Fritsch dabei mit Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann zusammen.

Hatte ihn Kessler behutsam als Kronprinz aufgebaut, so findet sich Fritsch nun laut eigener Aussage in der „Dirigentenrolle“ wieder. „Kontinuität muss nicht Langeweile bedeuten“, sagt er. Die Projekte der Zukunft hat er vor seiner Brust.

Bis zum Ende der Saison soll die Ausgliederung des Profifußballs in eine Kapitalgesellschaft geschafft sein. Dass der Verein abermals schwarze Zahlen präsentierte und fast schuldenfrei ist, war nach den schwierigen Zeiten der Vergangenheit kein Selbstläufer. Der nächste Sprung könne nun mit einem neuen Stadion gemacht werden, sagt Fritsch. Derzeit prüft der Magistrat der Stadt in einer Studie die Machbarkeit. „Das Böllenfalltor ist eine Geldvernichtungsmaschine“, weiß der Urberacher um die maroden Umstände und zieht einen einleuchtenden Vergleich: „Kein Mensch würde jeden Monat 300 Euro in ein altes Auto stecken, wenn er dafür auch ein neues leasen kann.“

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