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Lilien - Darmstadt 98
Spielberichte und Interviews zu den Lilien, News und Hintergründe zu Darmstadt 98.

11. März 2016

Lilien: Kein ganz normales Spiel

 Von 
Jonathan „Johnny“ Heimes bei der Erstliga-Aufstiegsfeier.  Foto: imago

Darmstadt 98 will gegen Augsburg für den riesengroßen Fan Johnny Heimes siegen, der nach langer Krankheit mit 26 Jahren einem Krebsleiden erlag. Die Mannschaft wird mit Trauerflor auflaufen, es soll eine Schweigeminute geben.

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Das Heimspiel heute am Böllenfalltor gegen den FC Augsburg ist für den SV Darmstadt 98 eine doch ziemlich spezielle Geschichte, und das hat nichts damit zu tun, dass die Lilien die letzten vier Partien auf eigenem Geläuf allesamt in den Sand gesetzt und verloren haben. Nein, für die Südhessen ist die Begegnung eine höchst emotionale, weil sie für einen ganz besonderen Menschen spielen wollen, den am Dienstag verstorben Jonathan „Johnny“ Heimes.

Nach langer Krankheit erlag der riesengroße Fan des SV Darmstadt mit 26 Jahren einem Krebsleiden, sein Schicksal und sein eiserner Kampf rührten die Menschen in Darmstadt und weit über die Grenzen der Stadt hinaus. Es ist klar, dass die Darmstädter heute siegen wollen – für „ihren“ Johnny, mit dem sie im vergangenen Sommer noch auf der großen Bühne im Herzen der Stadt den Aufstieg gefeiert hatten. „Wir wollen auch für Johnny Leistung bringen und sein Gedankengut weiter bei uns tragen“, sagte Trainer Dirk Schuster. „Er war einer von uns. Ohne ihn würden wir heute wohl nicht über die Bundesliga sprechen.“

Eine Anspielung darauf, dass die Lilien im Mai 2014 mit Armbändchen mit der Aufschrift „Du musst kämpfen. Es ist noch nichts verloren“ im Gepäck zum Zweitliga-Aufstiegsspiel in Bielefeld antraten und nach der 1:3-Niederlage im Hinspiel Wundersames vollbrachten, sich mit 4:2 durchsetzten und in die zweite Liga einzogen. Es war der Beginn des Darmstädter Märchens, an dem Johnny Heimes großen Anteil hatte. Seine mit der Darmstädter Tennisspielerin Andrea Petkovic gegründete Initiative „Du musst kämpfen“ zugunsten krebskranker Kinder ist so etwas wie das Leitmotto der 98er geworden. „Johnny hätte sich nichts sehnlicher gewünscht, als dass wir die Klasse halten“, sagte Schuster.

Bisher nur ein Sieg am Böllenfalltor

Das wird schwer genug, denn dazu müssten die Lilien auch mal wieder ein Heimspiel gewinnen. Das hat in dieser Saison nicht so wirklich gut geklappt, bislang steht ein einziger Sieg am Böllenfalltor zu Buche, am 22. September mit 2:1 gegen Werder Bremen. Das ist eine fast schon erschütternde Bilanz, widerlegt aber auch die alte Formel, wonach man nur über die Heimspiele den Klassenerhalt schaffen könne. Auswärts sind die Darmstädter nämlich eine Macht, stellen mit 19 Punkten das drittbeste Team der Liga, nur Dortmund und Bayern sind da besser. Vielleicht sollten die Südhessen beantragen, nur noch in der Fremde antreten zu dürfen.

Andererseits muss man festhalten, dass die Darmstädter schon ziemlich dicke Brocken zu bearbeiten hatten. Bayern, Dortmund, Schalke, Mainz und Leverkusen gehörten zu den Kontrahenten in den ersten acht Spielen der Rückrunde, in denen sie insgesamt nur zwei Punkte weniger geholt haben als in der Hinserie. Gegen die Mannschaften auf Augenhöhe ziehen sich die Lilien deutlich besser aus der Affäre, von den acht errungenen Zählern holten sie sieben gegen Mannschaften, die akut abstiegsgefährdet sind: Sieg in Hannover, Sieg in Hoffenheim, Remis in Bremen. Das ist nicht so schlecht.

Heute (15.30 Uhr) kommt der FC Augsburg ans „Bölle“, eine Mannschaft, die nun nicht gerade einen Lauf hat und am zurückliegenden Wochenende einen echten Keulenschlag versetzt bekam: Nach 3:0-Führung musste sich die Elf von Trainer Markus Weinzierl mit einem 3:3 gegen Bayer Leverkusen zufrieden geben. Eine gefühlte Niederlage. Der FCA ist Tabellennachbar und hat ebenfalls 26 Punkte. Die Darmstädter wollen alles daransetzen, sich ein Stück weit aus dem Tabellenkeller abzusetzen.

Dabei helfen soll ein neuer Rasen, der endlich ausgerollt wurde. Und das Gedenken an Johnny Heimes. Die Lilien wollen mit Trauerflor auflaufen, es soll eine Schweigeminute geben. „Es soll in würdiger Weise an ihn gedacht werden. Wir wollen in Johnnys Sinne das Spiel gewinnen“, sagte Schuster. „Die Mannschaft ist sich dessen bewusst.“

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