Frank arbeitet in einer Fastfood-Bude, auf seinem Hemd steht "Frank - gern zu Diensten!" Honey sitzt in einer Funkzentrale, ihr Ex in der Todeszelle. Robert Lee, der gemeinsame Sohn, ist ein bisschen verhaltensgestört. Und was aus Ernie werden wird, Sohn von Frank und Honey, muss sich erst noch zeigen. Er weiß jedenfalls schon alles über Dinosaurier. Diese vier, für die man zu der Zeit, in der der Roman spielt, das Wort Patchwork-Familie noch nicht hatte, fahren ins winterkalte Michigan, denn Franks Onkel ist tot und er hofft zu erben.
Michael Collins schreibt Romane, in denen immer ein Stück Krimi untergebracht ist: In "Nicht totzukriegen" ("The Resurrectionists") ist es eine komplizierte Geschichte um falsche Identitäten, Mord, Selbstmord. Am Ende wird sie sauber aufgelöst. Und doch hätte Collins, der vorzüglich darin ist, die triste Welt der Underdogs einzufangen - Alltagsdetails, Atmosphären, Gefühlsnuancen -, sie besser noch unwichtiger gemacht.
Denn eigentlich fesselt er vor allem damit: Wie die Familie sich in Michigan langsam aus der Verlierer-Rolle befreit, wie Frank als Hausmeister, Honey als Tippse langsam Fuß fassen, ihre Kinder auf brauchbare Schulen schicken, eine soziale Beziehung zu ihrer Wohnungsvermieterin aufbauen. Dies alles vor dem Hintergrund von Kleinstadt-Bigotterie, persönlicher - Frank musste erleben, wie seine Eltern verbrannten - und gesellschaftlicher Traumata wie dem Vietnam- und Koreakrieg. Franks Kollege ist ein solcher fürs Leben gezeichneter Kriegsheimkehrer. Am Ende bekommt er wenigstens eine Entziehungskur.
Michael Collins:
Nicht totzukriegen. Aus dem Englischen von Eva Bonné.
btb-Verlag,
München 2009,
416 Seiten, 9 Euro.