Literatur

24. Dezember 2012

Kinderbücher: Mit Vogel, Hund und Schaf nach Beet-le-helm

 Von Cornelia Geissler
Sabine Ludwig: Wer hustet da im Weihnachtsbaum? Ab 8 Jahre. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek 2012. 128 S., 9,99 Euro. 

Zum Ende des Jahres bleibt endlich etwas Zeit um zur Ruhe zu kommen, auch für die Kleinen. Wir stellen Ihnen Kinderbücher für die friedlichsten Tage im Jahr vor.

Drucken per Mail

Zum Ende des Jahres bleibt endlich etwas Zeit um zur Ruhe zu kommen, auch für die Kleinen. Wir stellen Ihnen Kinderbücher für die friedlichsten Tage im Jahr vor.

Hannes Trautwein muss heimlich einen Wellensittich beaufsichtigen. Heimlich, weil seine Mutter kein Tier in der Wohnung duldet, er aber hofft, sie in der Weihnachtszeit mit dem geliehenen Vogel des Klassenkameraden zu erweichen. Nun ist er in der Nachbarswohnung deponiert, wo Hannes die Blumen gießen muss.

Seine Schwester ist ständig kurz davor, ihn zu verpetzen. Die Gans riecht gammelig, der Weihnachtsbaum nadelt wie verrückt. Der Hausmeister hört verdächtige Geräusche. „Wer huset da im Weihnachtsbaum“ heißt das jahreszeitlich passende Buch von Sabine Ludwig.

Wie man es von der Autorin erwartet, will sich also bei Familie Trautwein keine rechte Besinnlichkeit einstellen. Aber das ist ja gerade gut! Denn Sabine Ludwig liegen als Erzählerin chaotische Verhältnisse, desorganisierte Eltern und hyperaktive Kinder ganz besonders.

Nun zeigt sie sich auch noch als Tier-Porträtistin. Bubi, so heißt der Vogel, ist Fußball-erfahren durch die Bundesliga-Radiokonferenz. Hustend imitiert er gern den Opa seines Besitzers. Ludwig schreibt so lebendig, dass man als Leser unversehens mit in ihre Weihnachtswelt hineingleitet und sich wie Bolle amüsiert. Besinnlich kann es ja danach immer noch werden.

Kreide und Tusche

Emmi allerdings fühlt sich zwar Ostern schon wie Weihnachten, weil ihre Mutter mit ihr nach Finnland fährt und sie sich dort hundertfünfzig Hunden gegenübersieht. Seit Jahren wünscht sich das Mädchen einen Hund, soll das nun in Erfüllung gehen?

Doch die Mutter lenkte das Interesse am Herrn dieser Huskys in den Schnee, Emmis Vater ist nämlich schon vor längerer Zeit abhanden gekommen. Mit viel Einfühlung erzählt Angelika Glitz von „Emmi“ und ihren Problemen in der Zweierfamilie. Sie erzählt auch von Jari und dessen Vater sowie von der Einsicht, dass zwei Wochen mit hunderten Hunden im Freien besser sind als Jahre in der Stadtwohnung.

Eine wichtige Widmung

Wann hat ein Bilderbuch eine Widmung? Selten, und wenn ja, meist für das Kind des Künstlers. Diese hier ist besonders und wichtig. „Für alle Kinder, die nur ein Tuch und ein altes Herrenhemd brauchen, um sich auf den Weg nach Beet-le-helm zu machen“, schreibt Annette Langen, bevor „Unsere eigene Weihnachtsgeschichte“ beginnt.

Wenn die Tage kürzer werden, spielen Mia und Jona immer wieder, dass sie Maria und Josef sind, ziehen mit ihrem Stoffschaf durch die Wohnung, weil sie kein Eselchen haben. Und wie aus ihrer kindlichen Erzählung, aus ihrer Fantasie und aus der alten Geschichte ein neues, eigenes Abenteuer entsteht, das hat Marije Tolman ganz entzückend gezeichnet.

Vor zart mit Kreide und Tusche gemalten Landschaften bewegen sich kleine Figuren mit Kindergesichtern und mit vielen Schafen drumrum. Schließlich gibt es da auch diesen Stern und sein Leuchten und die Hoffnung.

Jetzt kommentieren

Spezial

Blicken Sie mit uns zurück auf die größte Buchmesse der Welt: Höhepunkte, Fotos, Interviews in unserem Buchmesse-Spezial.

Deutscher Buchpreis - Shortlist
Buchtipps
TV

Gestern ferngesehen? Wir auch! Diskutieren Sie mit!

Video: Neue Krimis
Videonachrichten Kultur