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Literatur

11. Oktober 2012

Nobelpreis Literatur 2012: Literaturnobelpreis geht an den Chinesen Mo Yan

Schriftsteller Mo Yan bei der Frankfurter Buchmesse im Jahr 2009.  Foto: dpa

Der Chinese Mo Yan erhält den Literaturnobelpreis 2012. Das teilte die Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit. Mo Yan ist einer der erfolgreichsten zeitgenössischen Schriftsteller Chinas.

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Der Chinese Mo Yan erhält den Literaturnobelpreis 2012. Das teilte die Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit. Mo Yan ist einer der erfolgreichsten zeitgenössischen Schriftsteller Chinas.

Stockholm/Peking –  

Der Literatur-Nobelpreis geht in diesem Jahr an den Chinesen Mo Yan. Der 57-jährige Schriftsteller verbinde „mit halluzinatorischem Realismus Volksmärchen, Geschichte und Zeitgenössisches“, hieß es am Donnerstag in der Begründung der Jury in Stockholm. Der Chinese schrieb unter anderem „Das rote Kornfeld“.

Der Nobel-Preis ist dieses Jahr mit acht Millionen schwedischen Kronen (fast 930.000 Euro) dotiert. Die Auszeichnungen werden am 10. Dezember überreicht, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

Vergangenes Jahr hatte die Jury mit der Auszeichnung des schwedischen Lyrikers Tomas Tranströner für eine Überraschung gesorgt. In diesem Jahr waren der Japaner Haruki Murakami, aber auch die Kanadierin Alice Munro und der US-Schriftsteller Philip Roth als Favoriten gehandelt worden.

Der 57-jährige Mo Yan ist einer der erfolgreichsten zeitgenössischen Schriftsteller Chinas. Im Westen wurde Mo Yan mit seinem Buch „Rotes Kornfeld“ (1987) bekannt, das der berühmte Regisseur Zhang Yimou verfilmte. Er ist ein Geschichtenerzähler - inspiriert von den Erzählungen der Bauern in seinem Heimatdorf Gaomi (Provinz Shandong) in Ostchina. Das arme Dorf ist bis heute seine literarische Heimat, auch wenn Mo Yan schon lange in Peking lebt.

Am 17. Februar 1955 als Guan Moye geboren, ist der Schriftsteller in Armut und Klassenkampf aufgewachsen. Er konnte nur fünf Jahre zur Schule gehen. Mit 20 Jahren trat er der Volksbefreiungsarmee bei, wo er als Bibliothekar arbeitete und sein schriftstellerisches Werk begann. Das Chaos der Kulturrevolution (1966-76) prägte Mo Yan.

In China etabliert

Viele seiner Bücher sind in andere Sprachen übersetzt worden, was die internationale Aufmerksamkeit für Mo Yan erklärt. Bekannte Werke sind auch „Die Knoblauchrevolte“ (1989), „Die Schnapsstadt“ (1993) oder „Große Brüste und breite Hüften“ (1996). Sein Buch „Wa“ (übersetzt: Frosch) von 2009 beschäftigt sich mit der kontroversen chinesischen Ein-Kind-Politik.

Anders als der erste aus China stammende und Frankreich zugeordnete Literatur-Nobelpreisträger Gao Xingjian (2000), der in Paris lebt, oder der häufig als Kandidat genannte Bei Dao, der sich aus dem Exil heraus kritisch mit dem chinesischen Regime auseinandersetzte, ist Mo Yan ein in China etablierter Schriftsteller. Als Mitglied der offiziellen Delegation Chinas bei dem umstrittenen Gastlandauftritt auf der Frankfurter Buchmesse 2009 musste sich Mo Yan gegen Vorwürfe wehren, nicht genug Distanz zum System zu wahren. (afp/rtr)

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