Hedwig Dohm (1831- 1919) ist der Glücksfall einer witzigen, engagierten Autorin. Die Bücher, in denen sie sich lustig macht über die angebliche männliche Überlegenheit, in denen sie scharfsinnig die "Argumente" der Antifeministen auseinandernimmt oder sie ihren Erfindern - nein, Nachplapperern - um die Ohren haut, sind immer noch eine erheiternde, ja glücklich machende Lektüre.
Ihr freier Ton steckt heute ebenso an, wie er es vor 100 Jahren tat. Isabel Rohner gibt seit 2006 die Werke der Hedwig Dohm neu heraus, Romane, Erzählungen, Aufsätze. Einer der letzten erschien in Franz Pfemferts Die Aktion.
Isabel Rohner: Spuren ins Jetzt. Hedwig Dohm - Eine Biographie, Ulrike Helmer Verlag, Sulzbach/T. 2010, 154 Seiten, 19,95 Euro.
Jetzt hat Rohner eine angenehm zu lesende Biographie der Frau geschrieben, deren Stücke Theodor Fontane rezensierte und die die Sanatoriumsbriefe ihrer Enkelin - ganz wie deren Gatte Thomas Mann - in einem Roman verarbeitete. Immer wieder spricht in dieser Biographie Hedwig Dohm selbst. Hoffentlich bekommt sie dadurch wieder einige neue Leser. Das wäre ein Glück für uns. (awi )
Unser Literatur-Magazin zur Buchmesse gibt’s jetzt auch als multimediale App fürs iPad - mit Videos, Hör- und Leseproben.