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Sarah Wiener grüßt mich nicht mehr

Aller Verehrung zum Trotz muss ich heute sagen: Ich bin sehr enttäuscht. Denn Sarah Wiener grüßt mich nicht mehr. Obwohl ich ihr nichts getan habe!

Kennen die sich? Oder tun sie nur so?
Kennen die sich? Oder tun sie nur so?
Foto: FR/Porrmann

Um das gleich mal klarzustellen: Ich bin ein Fan von Sarah Wiener. Ich seh sie gerne kochen, ich mag ihr Bewusstsein für frische, gesunde Lebensmittel, für ökologische Zusammenhänge und all das. Wäre der Begriff nicht so verschrien, dann würde ich sagen: Sarah Wiener kocht so wunderbar politisch korrekt.

Doch aller Verehrung zum Trotz muss ich heute sagen: Ich bin sehr enttäuscht. Denn Sarah Wiener grüßt mich nicht mehr. Obwohl ich ihr nichts getan habe! Noch vor einem Jahr hatten wir uns bei unserer Begegnung am Heyne-Stand zur Begrüßung herzlich umarmt. Heuer sind wir uns schon drei Mal über den Weg gelaufen, und in ihrem Blick lese ich… nichts! Keine Wiedersehensfreude. Ja, wenn ich’s recht bedenke: nicht mal ein Wiedererkennen!

Es ist bitter. Aber die Wahrheit ist wohl: Prominente kennen nur Leute, die a) selbst prominent sind oder b) sich in einem einigermaßen vertraut wirkenden Dunstkreis von anderen Prominenten aufhalten und/oder c) einfach so tun, als seien sie alte Bekannte.

Bei unserer Begegnung auf der Buchmesse 2007 trafen b) und c) zu. Ich saß auf einem Sofa an besagtem Stand und war in ein (echt, jetzt:) privates Gespräch mit einer bekannten Persönlichkeit vertieft. Plötzlich stand Sarah Wiener neben mir. Meine Lieblingsköchin! Ich sprang auf, machte einen Schritt auf sie zu und wollte etwas Kluges sagen. Stattdessen rief ich nur erfreut: "Hallo, Sarah!"

"Ach, hallooo!", gab Sarah Wiener zurück, und eh ich mich versah, umarmte sie mich. "Wir kennen uns doch?", fragte sie dann, wohl, um sicherzugehen. Ganz offensichtlich hatte die Situation, in der sie mich vorgefunden hatte, mich stante pede in diese "Wir-gehören-alle-zur-Familie"-Clique katapultiert. Und ich? Was tue ich, ich Doof? Ich bin ehrlich und sage, wenn auch leise und widerwillig gedehnt: "Naja, das ist nur zur Hälfte richtig".

Hätte ich mal den Mund gehalten - oder einfach geblufft. "Wir haben doch letztens mal zusammen gekocht", das hätte sie mir vielleicht sogar abgenommen. So aber hatte ich - das wird mir heute schmerzlich vor Augen geführt - unserer herzlichen Verbundenheit ein rasches Ende bereitet.

Autor:  Monika Porrmann
Datum:  18 | 10 | 2008
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