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01. Juli 2010

Hessen hat keine DEL-Klubs mehr: Weißer Fleck

 Von Matthias Kittmann
Blick ins Leere: Ian Gordon, Lions-Goalie a. D.  Foto: Kollmeier

Die DEL versetzt dem Profi-Eishockey in Hessen den Todesstoß und kündigt den Frankfurt Lions sowie den Kassel Huskies die Lizenz. Einen Komplott gegen Hessen muss man dabei nicht zwingend vermuten. Von Matthias Kittmann

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Lions

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Ganz plötzlich ist da inmitten von Deutschland ein großer weißer Fleck. Nicht weiß wie Eis, eher weiß wie Tipp-Ex. Am vergangenen Mittwochabend hat die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) die Entscheidung getroffen, mit einem Federstrich professionelles Eishockey in Hessen von der Landkarte streichen zu wollen. Sowohl den Frankfurt Lions als auch den Kassel Huskies wurde mitgeteilt, dass der Lizenzvertrag "einseitig und mit sofortiger Wirkung gekündigt ist."

Die Huskies stellten daraufhin Strafanzeige bei der Kölner Staatsanwaltschaft gegen DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke und den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Wilfried Fabel. Beide stünden im Verdacht, Geheimnisse der Huskies verraten zu haben, sagte Huskies-Geschäftsführer Fritz Westhelle. So sollen vertrauliche Lizenzunterlagen von der DEL an andere Klubs weitergegeben worden sein.

Einen Komplott gegen Hessen muss man dabei nicht zwingend vermuten, dazu sind beide Fälle zu unterschiedlich gelagert. Während bei Kassel das Insolvenzverfahren bereits eröffnet ist (was laut DEL-Statuten zum Ausschluss führt), war bei den Lions die Insolvenz nur beantragt. Dies war auch keineswegs die Begründung der DEL. Die wahren Gründe der Ablehnung decken einmal mehr die Unausgegorenheit des DEL-Regelwerks auf.

"Ich hatte schon die ganzen letzten Tage ein komisches Gefühl. Wir kämpfen an allen Fronten gegen Windmühlenflügel", so Lions-Chef Siggi Schneider. Zum ersten Mal ist in der Stimme des in den vergangenen Wochen so unermüdlichen Kämpfers zur Rettung der Lions Resignation zu spüren. Nach dem Eingeständnis eines 3,5 Millionen Euro-Lochs - davon 2,5 Millionen-Budget-Lücke für die kommende Saison - hatten die Lions und der vorläufige Insolvenzverwalter Fabio Algari mit der Stadt Frankfurt um Erlass oder Stundung von Mietschulden aus der Vor-Schneider-Ära gerungen. In letzter Minute kam schließlich am Mittwoch vergangener Woche eine Einigung zustande. Noch am gleichen Tag wurden die Lizenzunterlagen fristgerecht eingereicht.

Überschuldungsargument der DEL scheint abstrus

Und jetzt wird es kurios: Die DEL zweifelte nicht die Budgetplanung für die kommende Saison an - sondern forderte 600.000 Euro in bar wegen Überschuldungsgefahr durch Altschulden. Das war zu viel für Schneider, der in den vergangenen 18 Monaten ohnehin schon Altverbindlichkeiten von rund 3,2 Millionen beglichen hatte und nun sogar mit weiteren Gesellschaftern für die kommende Saison für 1,8 Millionen Euro bürgen wollte.

Das Überschuldungsargument der DEL scheint dabei abstrus, weil die halbe Liga Schulden vor sich her schiebt. So schleppen die Berliner Eisbären ein Minus von 35 Millionen mit sich herum, für das allerdings Milliardär Anschutz gerade steht. Juristisch ist die Argumentation gar absurd. Denn die DEL legt strengere Regeln an als das aktuelle Insolvenzrecht. Laut Paragraph 19 des 2008 neu gefassten Insolvenzrechts liegt trotz bestehender Verbindlichkeiten "eine so genannte Überschuldung nicht vor, wenn eine positive Fortgangsprognose besteht", so Rechtsanwalt Algari. Deshalb wurde auch er von der DEL-Entscheidung völlig überrascht. Schneider ärgert nicht nur das DEL-Gebaren, ihn enttäuschen auch die Reaktionen in der Rhein-Main-Region auf den Überlebenskampf der Lions: "Bei den großen Unternehmen interessiert es anscheinend niemanden, ob es in Frankfurt Eishockey gibt. Unterstützung kam von den Fans und aus dem Mittelstand."

Den Frankfurt Lions bleibt jetzt nur noch eine realistische Möglichkeit: Die Anrufung des DEL-Schiedsgerichts, das aus externen juristischen Experten besteht. Denen müssten die aktuellen Gesetzestexte vorliegen. Sollte auch das scheitern, wäre die Insolvenzeröffnung und damit das Ende des Frankfurter Profi-Eishockeys unausweichlich. Immerhin gäbe es für eine Mini-Lösung noch eine Hintertür: Die Nachwuchsorganisation Young Lions, als Verein selbstständig, hat sich sportlich für die dritthöchste Klasse, die Oberliga, qualifiziert. Dort wären sie höchst willkommen. Besonders beim Nachbarn EC Bad Nauheim. Die sind seit Mittwoch unvermittelt zur Nummer Eins in Hessen geworden.

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