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Löwen Frankfurt
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17. Dezember 2012

Löwen Frankfurt: "Wir müssen ein Feuerwerk abbrennen"

„Man braucht auch mal eine Ansage.“ Peter Baumgartner.  Foto: Huebner/Voelker

Löwen-Verteidiger Peter Baumgartner über die Derby-Niederlage, das Saisonziel Meisterschaft und den Führungsstil von Trainer Frank Gentges.

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Löwen-Verteidiger Peter Baumgartner über die Derby-Niederlage, das Saisonziel Meisterschaft und den Führungsstil von Trainer Frank Gentges.

Peter Baumgartner weiß, wie sich die ganz großen Triumphe anfühlen. 2010 feierte der 90-malige DEL-Verteidiger mit den Hannover Scorpions die deutsche Eishockey-Meisterschaft, nun will er die Löwen Frankfurt zum Aufstieg führen. Im Sommer wechselte der 26-jährige Bayer vom Zweitligisten Hannover Indians an den Main, wurde gleich zum Kapitän und zu einem der besten Abwehrspieler (18 Spiele/26 Punkte) der Oberliga.

11:1 in Herford

Die Löwen Frankfurt haben die Derbyniederlage gegen den EC Bad Nauheim gut verkraftet und sind nur einen Tag später in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Die Mannschaft von Trainer Frank Gentges siegte am Samstagabend bei den Ice Dragons Herford mit 11:1 (5:0, 2:1, 4:0) und setzte sich mit einem ausgetragenen Spiel mehr zumindest vorübergehend an die Spitze der Eishockey-Oberliga West.

Überragender Spieler auf dem Eis war ausgerechnet der zuletzt auf das Abstellgleis geratene Lance Monych, der insgesamt viermal traf. Die weiteren Tore erzielten Pohanka (2), Koziol, Breiter, Schoofs, Schmid und Stokowski. (ser.)

Herr Baumgartner, die Löwen haben zwei Derbys gewonnen und zwei verloren – trübt die Niederlage gegen Bad Nauheim nun ein wenig die Stimmung?

Nein, wir haben gesehen, dass wir mit Kassel und Bad Nauheim auf Augenhöhe sind. In solchen Spielen entscheiden dann die kleinsten Kleinigkeiten und das Quäntchen Glück. Diesmal hatten wir ein bisschen weniger davon. So ist eben der Sport. Jetzt müssen wir wieder ein Feuerwerk abbrennen und uns das Gewinner-Feeling zurückholen. Aber sind wir mal ehrlich: Eigentlich gehören alle drei Mannschaften in die zweite Liga.

Kein Derby ging im Vorfeld geräuschlos über die Bühne. Nervt das?

Es ist jedem klar, dass es zwischen den Klubs Reibungspunkte gibt. Genau das macht ein Derby doch aus. Natürlich freuen wir uns auch über einen 20:0-Sieg und setzen uns immer wieder neue Ziele, um die Motivation nicht zu verlieren. Aber diese Topspiele sind doch etwas ganz Besonderes. Dafür zahlen die Zuschauer Eintritt.

Ein Ziel war die West-Meisterschaft zum Ende der Hauptrunde. Das wird nun schwierig…

…aber es bleibt weiterhin in unseren Köpfen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen und müssen jetzt auf die Patzer der Konkurrenz hoffen.

Richtig ernst wird es ohnehin erst im neuen Jahr. Wie weit ist die Mannschaft schon?

Wir haben eine super Truppe, die gegen jeden Gegner gewinnen, aber auch Punkte liegen lassen kann. Wenn wir unsere volle Leistung abrufen, dann stoppt uns keiner. Als ich mit Hannover Meister geworden bin, hatte ich daran zwar keinen großen Anteil, aber jeder war in der Mannschaft wichtig. Das merke ich in Frankfurt auch. Hier wächst etwas zusammen.

Drei Spieler haben das Team während der Saison bereits verlassen. Bringt das Unruhe?

Das Leben ist kein Zuckerschlecken und es ist im Profi-Eishockey wie in der normalen Arbeitswelt auch: Wenn der Chef mit jemandem nicht mehr zufrieden ist, weil er schlechte Leistungen bringt, dann wird er dort nicht mehr lange arbeiten.

Muss man sich an den Führungsstil von Frank Gentges gewöhnen?

Ich habe auch schon unter Hans Zach trainiert. Am Anfang dachte ich: Was will der eigentlich von mir? Bis ich später erkannt habe, dass er absolut recht hat. Er hat uns immer aufs Neue gefordert – das ist bei Frank Gentges ähnlich. Ich hatte Trainer, bei denen hast du regungslos in der Ecke gestanden und die haben nie mit dir geredet. Das nützt einem Spieler doch nichts. Man braucht auch mal eine Ansage und muss in die Schranken gewiesen werden. Wenn das jemandem nicht passt, dann hat er zum Kommunizieren einen Mund.

Das Gespräch führte Sebastian Rieth.

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