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Löwen Frankfurt
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20. November 2012

Löwen Frankfurt: Dem Schicksal getrotzt

 Von Sebastian Rieth
Manuel Neumann will bald wieder aufs Eis. Foto: Storch

Nach seinem schweren Trainingsunfall arbeitet Löwen-Verteidiger Manuel Neumann an seinem Comeback

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Nur die Halskrause erinnert Manuel Neumann noch an die schlimmsten Stunden in seinem Leben. „Mir geht es schon wieder viel besser. Ich bin ein positiver Mensch“, erzählte der Verteidiger des Eishockey-Oberligisten Löwen Frankfurt, als er am Freitagabend das erste Mal nach seinem Horror-Unfall wieder in der Halle stand. Er wusste, dass er Glück im Unglück hatte, dass es das Schicksal noch einmal gut mit ihm gemeint hatte und die ganze Sache auch hätte anders ausgehen können. Im Training war er in die Bande gerauscht und hatte sich den fünften Halswirbel gebrochen. „98 Prozent stehen danach nicht mehr auf“, erklärte Neumann. Ein Leben im Rollstuhl mit nur 26 Jahren. Darüber will er gar nicht nachdenken: „Es hätte alles passieren können.“

Verein trennt sich von Krämmer

Zumal er sich der Schwere der Verletzung zuerst gar nicht bewusst gewesen ist. „Natürlich hatte ich Schmerzen. Ich dachte aber: Das kriegst du jetzt eingerenkt, legst einen Eisbeutel drauf und dann geht’s weiter.“ Doch Physiotherapeut Eddy von Werner überblickte die Dramatik der Situation, brachte Neumann ins Krankenhaus und verhinderte so Schlimmeres. Der Verteidiger wurde in einen Rollstuhl gesetzt, geröntgt, später operiert. „Da war der Spaß endgültig vorbei.“ Dass er nur drei Wochen und zahlreiche Besuche seiner Mannschaftskollegen später schon wieder ernsthaft an ein Comeback im Frühjahr denkt, grenzt fast schon an ein Wunder. „Am liebsten würde ich sofort in die Kabine rennen, mich anziehen und raus aufs Eis gehen“, erzählte Neumann. Er muss aber zugeben, dass ihm momentan schon alleine der Besuch in der Halle Schwierigkeiten bereitet. „Das ist das Maximum. Mehr geht nicht.“ Noch nicht.
Die Erleichterung bei den Löwen ist groß, trotzdem wird man auf den Ausfall reagieren. Die Umbauarbeiten in der Verteidigung haben längst begonnen. Gestern trennte sich der Verein von Bastian Krämmer, der den Ansprüchen nicht genügte. Durch die Einsparung seines Gehalts sind nun wieder finanzielle Mittel für Verstärkungen frei geworden.

Kommt Kreuzmann?

Ein Skandinavier oder ein Slowake stünde bereits Gewehr bei Fuß, sagte Trainer Frank Gentges. Außerdem scheinen sich die Löwen mit den Kassel Huskies in den Verhandlungen um einen Wechsel von Stephan Kreuzmann nach Frankfurt anzunähern. Angeblich seien die Nordhessen bereit, auf knapp die Hälfte der geforderten 20000 Euro zu verzichten. Das wollte Kassels Geschäftsführer Stefan Traut nicht bestätigten. Er sehe aber die Möglichkeit eines Ablösespiels am Saisonende und sagte: „Die Angebote aus Frankfurt werden immer besser.“ Das ist schon beachtlich, hatte sein Pendant Stefan Krämer noch vor fünf Tagen betont, keinen Euro auf den Tisch legen zu wollen. Sollte man sich bis Donnerstag nicht einigen, wird Kreuzmann wohl bei den Eisbären Hamm unterschreiben. Von denen verlangen die Huskies kein Geld.
Die 2:3-Niederlage am Sonntag in Kassel zeigte, dass die zweite Löwen-Baustelle im Tor liegt. Dort leistete sich Jan Kremer einen dicken Schnitzer. „Als Nummer zwei, drei ist er überragend. Um aufzusteigen, brauchen wir aber den besten Torwart der Liga – und den haben wir nicht“, sagt Gentges. Deshalb wurde kürzlich Danijel Kovacic für sechs Wochen auf Probe verpflichtet.

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