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Löwen Frankfurt
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09. Oktober 2012

Löwen Frankfurt: Der Haussegen hängt schief

 Von Sebastian Rieth
Keine Freunde: Der sportliche Leiter der Löwen, Michael Bresagk, und der neue Trainer Frank Gentges.  Foto: Jan Huebner

Löwen-Trainer Gentges will den zwei Spielern, die er rausschmeißen wollte, noch eine Chance geben. Ruhe kehrt deswegen nicht beim Eishockey-Oberligisten ein: Gegenüber der FR übt Gentges Kritik an der Personalplanung von Sportchef Bresagk.

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Löwen-Trainer Gentges will den zwei Spielern, die er rausschmeißen wollte, noch eine Chance geben. Ruhe kehrt deswegen nicht beim Eishockey-Oberligisten ein: Gegenüber der FR übt Gentges Kritik an der Personalplanung von Sportchef Bresagk.

Sie haben nach drei Spieltagen noch keine Partie verloren, stehen auf dem zweiten Tabellenrang der Eishockey-Oberliga West und schafften zuletzt auch das, woran sie in der Vorsaison viermal kläglich gescheitert waren: Einen Derbysieg gegen Bad Nauheim. Und doch gibt es die heile Welt bei den Löwen Frankfurt nur auf dem Papier. Nachdem die Mannschaft am Freitagabend beim Krefelder EV eine 3:0-Führung noch aus der Hand gab und der Sieg erst im Penaltyschießen eingefahren wurde, kamen so manche Befindlichkeiten zum Vorschein, die bislang unter dem Deckmantel der Vorbereitung und der ersten Erfolge noch verborgen geblieben sind.

In der FR kritisierte Trainer Frank Gentges einige Spieler als „Jammerlappen“ und legte gleich zweien nahe, sich einen anderen Arbeitgeber zu suchen. Mit ein wenig Abstand hört sich das nun ein bisschen anders an. „In der Trainingswoche kann sich jeder wieder neu beweisen. Die Tür ist nie ganz zu“, sagt der 47-Jährige.

Ein finaler Warnschuss

Er macht aber auch deutlich: „Entweder sie haben es nach fünf Wochen begriffen, oder man muss sich von ihnen trennen.“ Der Trainer unternimmt einen allerletzten Versuch, die Lethargie aus ihren Kleidern zu schütteln. Für das angesprochene Duo ist es ein finaler Warnschuss. Zwar nennt Gentges keine Namen, die Anzeichen verdichten sich allerdings, dass er damit die beiden DEL-erfahrenen Stürmer Roland Mayr und Norman Martens, der erst im Sommer vom Zweitligisten aus Dresden kam, meint. Beide konnten bislang nicht im Ansatz überzeugen.

„Ich will niemanden schlechtreden oder bloßstellen. Wir dürfen uns nicht selbst ins Knie schießen“, betont der Coach. Irgendwann müsse aber auch einmal Schluss sein.

Dass Gentges die Verpflichtung des finanziell wohl kostspieligen Duos von vorneherein kritisch gesehen habe, daran lässt er keinen Zweifel. Dafür sei Michael Bresagk zuständig gewesen. Der sportliche Leiter wiegelt ab: „Man muss als Trainer mit dem Material zurechtkommen, das einem zur Verfügung steht.“ Bresagk kann die Kritik zum Saisonstart nicht ganz nachvollziehen, ihm pendelt die Wahrnehmung zu schnell zwischen den beiden Extremen. „Man kann nicht sagen: Heute scheint die Sonne und morgen regnet es.“ Dass zwischen Gentges und Bresagk viele Reibungspunkte herrschen, ist kein Geheimnis.

Computerfehler hilft Löwen

Hinzu kommen vermeidbare Fehler. Am ersten Spieltag setzten die Hessen zwei Spieler ein, die eigentlich noch gesperrt waren. Wäre nicht zufällig beim Verband ein Computerfehler aufgetreten, hätten die Löwen den 14:0-Sieg gegen Neuwied aberkannt bekommen. Bresagk sieht die Schuld nicht bei sich: „Wenn Sachen falsch übermittelt werden, sind mir die Hände gebunden.“

Unterdessen mag sich Gentges mit solchen administrativen Dingen nicht mehr beschäftigen. „Ich bin es leid und müde, mich zu Themen zu äußern, die nicht in meinem Aufgabenbereich liegen.“ Das sei auch ein Resultat des großen Medieninteresses in Frankfurt, das er vom EHC Dortmund so nicht kannte und das ihn nach seiner Verpflichtung im Sommer ein wenig überrascht habe. Denn der Mann aus dem Ruhrpott ist sicher kein Diplomat, er ist keiner, der Stunden überlegt, bevor er eine Aussage trifft. Gentges nennt die Dinge klar beim Namen, offen und ehrlich, er spricht frei von der Leber weg. „In diesem Bereich muss ein Trainer lernfähig sein“, merkt Bresagk an.

Nun war es aber wahrlich nicht so, als dass die Löwen nicht gewusst hätten, welchen Charakter sie sich da ins eigene Haus holen. Gentges hat dennoch seine ersten Schlüsse gezogen, er werde nicht länger der Lautsprecher am Ratsweg sein. Aber er weiß auch: „Wenn man einen Trainer will, der sich dem anpasst, der sich verbiegen lässt, dann bin ich der Falsche.“

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