Löwen Frankfurt
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03. Dezember 2012

Löwen Frankfurt: Elektrisierendes Duell

 Von Sebastian Rieth
Das 3:1 – Branislav Pohanka bezwingt Benjamin Finkenrath. Foto: Hübner

Die Löwen Frankfurt ringen in einem dramatischen Spiel der Eishockey-Oberliga West in der mit 7000 Zuschauern ausverkauften Eissporthalle die Kassel Huskies mit 3:2 nieder.

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Die Löwen Frankfurt ringen in einem dramatischen Spiel der Eishockey-Oberliga West in der mit 7000 Zuschauern ausverkauften Eissporthalle die Kassel Huskies mit 3:2 nieder.

Als sich die Spieler der Löwen Frankfurt unter ohrenbetäubendem Lärm ihre erste Ehrenrunde gönnten und das 3:2 (1:1, 2:1, 0:0) im Spitzenspiel der Eishockey-Oberliga West gegen die Kassel Huskies mit den Fans feierten, stand Stefan Krämer bereits erwartungsfroh im Kabinengang. In seinen Händen hielt er eine weiße Tapetenrolle, die er den Profis wenig später in die Hand drückte und deren Beschriftung eindeutig war: Derbysieger stand in schwarzen Buchstaben darauf geschrieben. Der Geschäftsführer jubelte: „Das tut einfach gut.“
Das Duell der alten Rivalen elektrisierte, es war ein Eishockeyspiel auf hohem Niveau, mit wechselnder Führung und knackigen Zweikämpfen. Zwischen den beiden Klubs knirscht es immer – und das ist auch gut so. Fast ein halbes Jahr hatte man in Frankfurt auf diese Partie warten und sich mit meist hoffnungslos unterlegenen Gegnern abgeben müssen. Am Sonntagabend wurde es in der mit 7000 Zuschauern ausverkauften Eissporthalle zum ersten Mal in dieser Saison ernst.

Wegweisende Partie

Zwar entschied die Partie noch lange nicht über den Aufstieg, sie war aber ein deutlicher Fingerzeig im Kampf um die Meisterschaft. Nach der 2:3-Hinspielniederlage im Penaltyschießen liegt der direkte Vergleich nun wieder beim Spitzenreiter aus Frankfurt, der von der ersten Minute an auf den Derbysieg brannte. Adam Domogalla scheiterte am Pfosten, Branislav Pohanka zweimal an Kassels Keeper Benjamin Finkenrath. Als sich der Druck eigentlich im Powerplay noch hätte erhöhen sollen, schlugen die Gäste zu. Einen Scheibenverlust von Pascal Schoofs nutzte Brad Snetsinger zur Führung. Nach neun Minuten und einer einzigen Frankfurter Unachtsamkeit hatten die Huskies die Partie auf den Kopf gestellt. „In so einem Spiel darfst du keine Sekunde locker lassen. Kassel blieb immer brandgefährlich“, sagte Löwen-Coach Frank Gentges. Sein Team erholte sich nur zaghaft, kam aber dank einer Einzelleistung von Pohanka zum 1:1(16.) – ebenfalls in Unterzahl.

Die Gewissheit, dass auch ein Keeper wie Finkenrath zu überwinden ist, gab den Löwen neuen Mut. Roland Mayr (28.) und Pohanka (30.) brachten die Scheibe im Tor unter. Kurz hatte man den Eindruck, die 3:1-Führung sei der Dosenöffner gewesen, weil Frankfurt keinen Zentimeter verloren gab, im 5:3-Powerplay die Entscheidung auf der Kelle hatte und 22-mal aufs Tor schoss. Kassel versuchte es nur neunmal, war dafür aber gnadenlos effektiv: Tobias Schwab verkürzte auf 2:3 (37.).
„Eigentlich“, sagte Gentges, „müssen wir drei, vier Tore mehr machen.“ Bestraft wurde das nicht. Weil die Löwen um einen starken Steven Bär im Schlussabschnitt hervorragend verteidigten, blieb Pohanka mit seinen beiden Treffern der Matchwinner. „Für solche Abende spielt man Eishockey“, ließ der Slowake vom Teamkollegen Michael Schmerda übersetzen. Ein neues Wort in Deutsch habe er allerdings schon gelernt: „Was ein Derbyheld ist, das weiß ich jetzt.“

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