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Löwen Frankfurt
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09. Januar 2013

Löwen Frankfurt: Freiheiten für das gewisse Etwas

 Von Sebastian Rieth
Der Mann mit dem gewissen Etwas: Lanny Gare (r.).  Foto: Storch

Löwe Lanny Gare steht jetzt auf der anderen Seite des Eises und will Bad Nauheim die Tabellenführung entreißen.

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Lanny Gares ganzer Stolz saß auf seinem Schoß und schaute mit großen Augen in die Runde der Journalisten. Vier Monate ist seine kleine Tochter nun alt. Am Freitagabend, als der Papa bei den Löwen Frankfurt debütierte, habe sie erstmals ein Eishockey-Spiel komplett gesehen, ohne dabei einzuschlafen, berichtete der Vater. Dem Nachwuchs scheint der neue Arbeitgeber zu gefallen – dem Rest der Familie auch.

Während Gares Ehefrau als Flugbegleiterin kaum einen idealeren Standort als Frankfurt hätte finden können, staunte auch der Kanadier mit deutschem Pass nicht schlecht, als er kurz vor seinem Wechsel an Neujahr auf die Kaderliste des Oberligisten schaute: „Wow“, habe er da nur gedacht. „Diese Mannschaft hat Potenzial für die zweite Liga.“ Sollten die Löwen den Aufstieg tatsächlich schaffen, würde sich sein Vertrag um ein Jahr verlängern. Gare braucht diese Verlässlichkeit und Aussicht auf Kontinuität. Er ist keiner dieser ständig wandernden Eishockey-Nomaden. Zumindest nicht mehr. „Ich will Sicherheit für meine Familie“, erklärt der 34-Jährige.

Im Sommer hatte Gare dennoch ein Abenteuer gewagt und war nach vier Jahren beim EC Bad Nauheim zu den Lausitzer Füchsen in die zweite Liga gewechselt. Diese Herausforderung habe ihn gereizt, aber es lief nicht rund. In der Wetterau der Star, war er in Weißwasser nur einer von vielen. Eine Verletzung warf ihn zurück. Gare war unzufrieden, die ersten Interessenten klopften an.

Bad Nauheim wollte sich Gare nicht antun

Natürlich wollte ihn auch Bad Nauheim wieder an die alte Wirkungsstätte locken, doch der Mann mit dem eingebauten Killerinstinkt winkte ab. Nach dem Krach in der Geschäftsführung habe es bei den Roten Teufeln „zu viele Gerüchte“ gegeben. „Wer ist der Leader? Wer zahlt das Geld?“ Das wollte sich Gare nicht antun. Nun müsse er eben damit leben, dass man vor dem Derby morgen (19.30 Uhr) sauer auf ihn sei. Doch der Angreifer betont: „Ich habe immer alles für Bad Nauheim gegeben.“

Fortan steht er auf der anderen Seite und will in der Eissporthalle dem Lokalrivalen die Tabellenführung in der Endrunde entreißen. Das übliche Säbelrasseln zu seiner Person sieht er ziemlich entspannt. Schließlich sei er lange kein „Rookie“ mehr, habe in den kanadischen Universitäten vor mehr als 20000 Zuschauern gespielt und „wenn jemand einen Bierbecher auf mich wirft, dann habe ich ja einen Helm auf.“ Der Mann denkt pragmatisch. „Es ist ein Eishockeyspiel Frankfurt gegen Bad Nauheim und nicht Lanny Gare gegen Bad Nauheim“, sagt er. Alles andere wäre wirklich „Kindergarten“.

Am Main verspricht man sich viel von dem Neuzugang. Er soll in den entscheidenden Phasen einer Partie den Unterschied ausmachen, er soll das gewisse Etwas vor dem Tor verkörpern. Dafür bekomme er „ein paar mehr Freiheiten“ eingeräumt, gesteht Trainer Frank Gentges. Seine Partner Roland Mayr und Tom Fiedler müssten dafür eben intensiver in den Ecken arbeiten, um Gare nicht seiner Qualitäten im Slot zu berauben. „Ich will viele Tore schießen“, sagt der Kanadier. Dann bliebe sicher auch das kleine Töchterchen wieder lange wach.

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