Wahrscheinlich hat es Rüdiger Storch gleich geahnt. Einem alten Hasen wie ihm macht kaum einer mehr etwas vor, nach 20 Jahren als Hallensprecher bei den Löwen Frankfurt hat er schon so einiges erlebt. Da kann ihn auch eine Anzeige des Rivalen EC Bad Nauheim beim Landesverband nicht aus der Fassung bringen. Sein Gefühl sollte Storch nicht täuschen. Wie die Frankfurter Rundschau erfuhr, wird das Verfahren gegen ihn schon in Kürze eingestellt.
Was war passiert? Am Donnerstagabend verlas Storch vor dem Derby der Eishockey-Oberliga West nicht einfach nur die Namen der Spieler, sondern reagierte zudem auf eine Aussage des Bad Nauheimer Trainers Frank Carnevale. Man werde die Löwen schon zum Weinen bringen, hatte der getönt. „Also tue ich ihm den Gefallen“, antwortete Storch, imitierte einen Heulkrampf und warf sich auf das Eis. Über den Sinn dieser Aktion lässt sich ebenso streiten, wie über deren humoristischen Wert. Dass die Roten Teufel ihn nach der 2:4-Niederlage allerdings beim Verband anschwärzten, ihm Verspottung und Aufhetzen der Fans vorwarfen, hatte schon etwas von einem schlechten Verlierer.
Auch wenn LEV-Verbandsboss Markus Schweer, an diesem Abend selbst unter den Zuschauern, von einer „misslungen Show“ spricht, so glaubt er nicht an eine Bestrafung Storchs. „Ein Hallensprecher muss sich ab Spielbeginn seriös und sachlich verhalten. Das hat er ohne Zweifel gemacht“, sagte Schweer der FR. Zwei sei er kein Sportrichter, „wenn ich aber einer wäre, würde ich das Verfahren einstellen.“ Das habe er auch in dieser Deutlichkeit den zuständigen Gremien mitgeteilt.
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