Eine Übungseinheit reichte aus − und Lanny Gare war begeistert. „Das erinnert mich an meine Zeit in Kanada“, erzählte der neue Stürmer der Löwen Frankfurt und meinte damit seinen Trainer. Dass Frank Gentges durchaus laut werden kann, störe ihn nicht. Schreien und Anfeuern müsse erlaubt sein. „Er arbeitet total professionell und gibt uns die beste Vorbereitung auf ein Spiel.“
Solche Lobeshymnen entgehen natürlich auch der Geschäftsführung nicht. Sie verlängerte am Wochenende per Option vorzeitig den Vertrag des Coaches um eine weitere Saison. „Wir sind uns der deutlichen Art und Weise unseres Trainers bewusst“, sagte Löwen-Boss Stefan Krämer. Er gehe aber davon aus, dass genau das ein Erfolgsrezept von Gentges ist. Der 47-Jährige ist impulsiv, steht ständig unter Strom und kommt nur in den seltensten Momenten zur Ruhe. Für den Erfolg lässt er nichts aus. Kernige Worte gehören da wohl zum Geschäft. Krämer schätzt seinen Übungsleiter als „Eishockey-Experte und Kenner der Szene“, als jemand, der aus der Mannschaft das Optimale herausholt. Daran gibt es momentan keinen Zweifel.
Nach dem 8:1 (4:1, 3:0, 1:0)-Auswärtssieg gestern Abend bei den Hammer Eisbären bleiben die Hessen am zweiten Endrunden-Spieltag in der Oberliga West auf dem zweiten Tabellenplatz. Das Team liegt auf Kurs. Deshalb sei die Vertragsverlängerung ein „logischer Schritt“, um dem Verein auf dieser Position eine „feste Struktur“ zu geben, sagte Krämer. Noch in der vergangenen Saison war man mit einer solchen Entscheidung schlecht gefahren. Im Dezember 2011 wurde der Kontrakt mit Clayton Beddoes vorzeitig verlängert und der Kanadier dann am Saisonende vor die Tür gesetzt. Ein zäher Rechtsstreit folgte.
Damals waren die Voraussetzungen aber andere. In Hamm bewies die Mannschaft, dass sie sich auch von einem Rückstand und körperbetontem Spiel nicht aus der Bahn werfen lässt. Zweimal Kreuzmann und Rumpel sowie Gare, Martens, Fiedler und Mayr sorgten mit ihren Treffern für das mittlerweile schon obligatorische Schützenfest. Gentges lobte: „Wir haben brutal gutes Eishockey gezeigt.“ Auch solche Worte hört man von ihm. Über seinen Vertrag mag er dagegen nicht gerne sprechen. Er sehe sich als „Mittel zum Zweck“, als derjenige, der die „Top-Adresse“ wieder nach oben führen soll.
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