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Löwen Frankfurt
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24. Januar 2013

Löwen Frankfurt: Kassel und Bad Nauheim warten

 Von Sebastian Rieth
Branislav Pohanka.  Foto: Pressefotografie Storch, Bad Hg.

Derby-Zeit: Die Löwen treffen auf Kassel und Bad Nauheim - drei Leistungsträger, Branislav Pohanka, Thomas Ower und Petr Sikora blicken voraus.

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1. Branislav Pohanka, der Zuverlässige

Den richtigen Deutschkurs habe er für sich und seine Frau zwar noch nicht gefunden. Die Angebote, auf die Branislav Pohanka im Internet stieß, seien einfach zu teuer gewesen. Das Wort „Derbyheld“ hat der slowakische Stürmer der Löwen Frankfurt aber schon längst verinnerlicht. Diese neun Buchstaben sind auch ihm schon untergekommen. Das verwundert nicht. Drei ihrer fünf Partien gegen die hessischen Nachbarn haben die Löwen für sich entschieden, dreimal erzielte Pohanka den entscheidenden Treffer. Er ist der Mann für die wichtigen Tore und hauptverantwortlich dafür, dass sein Team die inoffizielle, aber äußerst aussagekräftige Tabelle der Hessenmeisterschaft anführt. „Auf ihn ist Verlass“, sagt Trainer Frank Gentges und hofft, dass der 28-Jährige auch am Wochenende wieder zuschlägt. Morgen Abend (19.30 Uhr) empfangen die Löwen als Spitzenreiter der Endrunde in der Eishockey-Oberliga West den Hauptrunden-Meister Kassel Huskies, am Sonntag (18.30 Uhr) geht es dann zum EC Bad Nauheim.

Pohanka ist froh, sich mit den besten Teams der Liga messen zu können. Dann ströme „die Energie von den Rängen auf das Eis“. Das sei „richtiges Hockey“ – und nicht die Kantersiege gegen hoffnungslos unterlegene Gegner. Damit hat der passionierte Tennisspieler ohnehin so seine Probleme. Obwohl er schon seit anderthalb Jahren in der Oberliga über das Eis flitzt, ist ihm nicht jede Mannschaft geläufig. „Da habe ich ein wenig Chaos drin und kann die Mannschaften nicht immer zuordnen“, gesteht er. Aber Kassel und Bad Nauheim – diese zwei kenne er sehr wohl.


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Während die Nordhessen mit Tempo und Technik glänzen, wird in der Wetterau hart gearbeitet, nie aufgesteckt und mit großem Kämpferherz das eigene Tor verteidigt. „Wir“, sagt Pohanka, „haben von beidem etwas. Das kann unser Vorteil sein.“ Das übliche Säbelrasseln vor den Derbys blieb diesmal aus, die Verantwortlichen sind um Beruhigung bemüht, wollen sich nur zu sportlichen Themen äußern. Pohanka habe das ein oder andere Scharmützel natürlich mitbekommen, „aber es interessiert mich nicht.“ Er will einfach nur erfolgreich sein – und dafür braucht er noch nicht einmal einen Deutschkurs. „Eishockey hat seine eigene Sprache.“

2. Thomas Ower, der Reaktionsschnelle

Thomas Ower.  Foto: Storch

Das vergangene Wochenende ist Thomas Ower ganz schön auf den Magen geschlagen. Erst musste der Torhüter des EC Bad Nauheim bei der Derbypleite gegen Kassel fünfmal den Puck aus dem eigenen Netz holen, dann legte ihn – wie die Hälfte der Mannschaft – ein Virus lahm. An einen geregelten Trainingsbetrieb ist nicht zu denken, alles, was der Vorbereitung auf das Heimspiel am Sonntag gegen Frankfurt dient, ist letztlich improvisiert. „Wir sind nicht so tief besetzt, dass wir jeden Ausfall kompensieren können“, sagt Ower. Zumindest der Einsatz des Goalie soll nicht fraglich sein. Bad Nauheim atmet auf.

Denn wenn die Wetterauer eine Chance im Nachbarschaftsduell haben, dann nur mit dem 27-Jährigen zwischen den Pfosten. Ower ist reaktionsschnell, baut sich wie eine Wand auf, wird gefürchtet und oft als bester Keeper der Oberliga bezeichnet. Die „kleinen Durchhänger“, die er selbst zu Saisonbeginn ausgemacht hatte, sind längst Geschichte.

2008 durfte er mit Bad Tölz schon einmal den Aufstieg in die zweite Liga feiern, da will er wieder hin, das sei „der schönste Moment meiner Karriere“ gewesen, erzählt Ower. „Dafür lohnt es sich ans Limit zu gehen. Meine Stärke ist zweifellos der Wille.“

An Frankfurt habe er eigentlich nur gute Erinnerungen, die Zeit , als er zwischen 2008 bis 2010 bei den Lions in der DEL den Backup gab, möchte er nicht missen. Auch sein Trainer Frank Carnevale schlägt diesmal leise Töne an. Lediglich, dass beim ersten Derby in Bad Nauheim eine Glasflasche auf die Löwen-Bank geworfen worden sei, streitet er vehement ab und hält es für eine Inszenierung. Das, sagt der Kanadier, habe nie stattgefunden.

3. Petr Sikora, der Nervenstarke

Petr Sikora.  Foto: Storch

Die Antwort von Petr Sikora kommt wie aus der Pistole geschossen. Frankfurt oder Bad Nauheim – welcher der hessischen Rivalen ist dem Stürmer der Kassel Huskies wohl lieber? „Beide sind scheiße“, platzt es aus ihm heraus. Diese Aussage ist eindeutig. Wer jetzt aber glaubt, da wolle mal wieder jemand Öl ins Derby-Feuer gießen, die Stimmung aufheizen oder die Fans anstacheln, der irrt. Von solchen Spielchen hält sich der 42-Jährige fern, dafür hat er in seiner langen Karriere schon zu viel erlebt. Sikoras Worte sollen als Lob verstanden werden. „Beide Gegner sind unangenehm zu spielen“, sagt er. „Es entscheiden Kleinigkeiten.“

Und genau da kommt Sikora ins Spiel. In der Hauptrunde war es der im oberschlesischen Karviná geborene Glatzkopf, der im Penaltyschießen gegen die Roten Teufel und die Löwen den entscheidenden Versuch verwandelte. „Da war viel Glück dabei“, meint Sikora erst bescheiden, um dann zuzugeben: „Man muss es aber auch können.“

Den Scoringtouch hat der alte Hase nicht verloren. Fast in jedem Spiel trifft er für die Huskies. Das soll auch noch eine Weile so blieben. „Eishockey ist meine Liebe – und die möchte ich nicht verlieren“, erzählt er. Vor allem zur Derbyzeit lodert das Feuer in ihm wie am ersten Tag. Dann, sagt Sikora, kribbele es in den Fingern, dann werde sogar er nervös. Ähnlich ergeht es auch seinem Teamkollegen Danny Albrecht, der während der Saison nach einem Streit mit Löwen-Trainer Frank Gentges im Unfrieden von Frankfurt nach Kassel gewechselt war. Mit „gemischten Gefühlen“ kehre er deshalb zurück, vielmehr möchte er nicht sagen: „Das Thema ist abgehakt.“

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