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Löwen Frankfurt
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15. Januar 2013

Löwen Frankfurt: Klein, aber oho

 Von Sebastian Rieth
Sicherer Rückhalt: Danijel Kovacic im Tor der Löwen Frankfurt.  Foto: Storch

Goalie Danijel Kovacic ist bei den Löwen Frankfurt mittlerweile die unumstrittene Nummer eins. Auch wenn er in zweierlei Hinsicht Luft nach oben hat.

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Danijel Kovacic hielt es nicht mehr in seinem Kasten. „Irgendwann muss man auch mal ein Zeichen setzten und zeigen, dass man da ist“, erzählt der Torhüter der Löwen Frankfurt. Beim 4:0-Auswärtssieg seines Teams am Sonntagabend gegen die Füchse Duisburg hatte er zwischenzeitlich seine angestammte Position vor den Pfosten verlassen und bei einer Prügelei den Schlichter gespielt. Das sieht man von einem Eishockey-Torwart äußerst selten, meist sind es die Jungs mit den dicken Schonern, die von ihrem Kameraden geschützt werden. In diesem Fall habe Kovacic unnötige Strafzeiten vermeiden wollen. „Davon hatten wir schließlich schon genug.“

Dass der hessische Oberligist auch im dritten und vierten Spiel der Endrunde ohne Punktverlust blieb, war ein maßgeblicher Verdienst des 25-Jährigen. Im Derby gegen Bad Nauheim gab er seinem Team in der entscheidenden Phase den Rückhalt, in Duisburg, wo Gare, Pohanka, Schmid und Liesegang trafen, feierte er gar einen Shut-Out. Mit „kleinen, aber sicheren Schritten“ nähere er sich endlich seiner Bestform, erzählt der Rosenheimer, den die Löwen erst spät in dieser Saison verpflichtet hatten. Beim DEL-Klub Krefeld Pinguine war er im Sommer durch den Rost gefallen, am Main hat er sich nun gegen Jan Kremer und den lange verletzten Boris Ackers als Nummer eins durchgesetzt. Doch Kovacic warnt: „Man kann sich nie zu 100 Prozent sicher sein. Meine Kollegen sind auch stark.“

Dass Trainer Frank Gentges dennoch keine Gelegenheit auslässt, um zu betonen, die Konkurrenz in Kassel und Bad Nauheim habe weitaus bessere Torhüter und man eine vergleichbare Verpflichtung im Sommer schlichtweg versäumt, stört Kovacic kaum. Davon lässt er sich nicht unterbuttern. Jeder dürfe seine Meinung sagen, erzählt der Goalie, „aber wenn ich wirklich so schlecht wäre, dann hätten sie mich nicht geholt.“

Gentges prangert Missstände an

Natürlich hat Kovacic noch Luft nach oben – und das gleich in zweierlei Hinsicht. Zum einen fehlt ihm nach einigen Wochen ohne Spielpraxis noch die Wettkampfhärte, zum anderen aber auch der ein oder andere Zentimeter an Körpergröße. „Für die Schüsse, die in den Winkel gehen, ist er zu klein“, urteilt Gentges über den Mann mit seinen 1,73 Metern. Kovacic weiß das und versucht es durch schnellere Reaktionen und späteres Abtauchen wettzumachen. „Wenn Ackers und Kremer auf dem Eis liegen“, berichtet er mit einem Augenzwinkern, „dann sind sie immer noch so groß, wie ich im Stehen.“

Während Kovacic kontinuierlich besser wird und sich somit das Problem im Tor von selbst zu beheben scheint, prangert Gentges andere Missstände an. In der Verteidigung fällt ihm etwa Steven Bär für den Rest der Saison aus. Er habe nach dem Foul an ihm im Derby „Knochensplitter im Auge“, die morgen operativ entfernt werden. Da der Markt aber wenig hergebe, werde man wohl auf die Rückkehr von Manuel Neumann warten. Dass sei allemal besser, als nun einen Schnellschuss zu wagen, sagt Gentges. Der Coach ist zudem sauer auf die Schiedsrichter-Leistungen. In den vergangenen beiden Partien sei das „eine Katastrophe“ gewesen. „Sie erfinden Regeln, die es gar nicht gibt.“ Dann kommt es schon einmal zu Unmut und zu Handgreiflichkeiten, die ein kleiner Torhüter schlichten muss.

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