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Löwen Frankfurt
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18. November 2012

Löwen Frankfurt: Kleinigkeiten entscheiden

 Von Sebastian Rieth
Branislav Pohanka (Löwen, l.) gegen Alex Kreuzer.  Foto: Jan Huebner

Die Löwen Frankfurt müssen sich nach hartem Kampf den Kassel Huskies im Penaltyschießen geschlagen geben

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Die Löwen Frankfurt müssen sich nach hartem Kampf den Kassel Huskies im Penaltyschießen geschlagen geben

Nein, sagte Frank Gentges als sich der Trubel ein wenig gelegt hatte, diese Niederlage fühle sich gar nicht wie eine an. Dafür wäre seine Mannschaft einfach zu gut gewesen, dafür hatten die Löwen Frankfurt ein packendes und 6100 Zuschauer elektrisierendes Hessenderby bei den Kassel Huskies zu lange dominiert. „Aber am Ende entscheiden Kleinigkeiten“, wusste der Trainer. „Wir sind an Kassels Torhüter Benjamin Finkenrath verzweifelt.“ Erst in der regulären Spielzeit, dann im Penaltyschießen. Die Löwen verließen nach dem 2:3 (0:1, 2:1, 0:0, 0:1) erstmals in dieser Saison die Halle als Verlierer und behaupteten die Tabellenführung in der Eishockey-Oberliga West nur, weil man bereits einmal mehr als der Rivale aus Nordhessen ran durfte. Die Leistung gab dennoch allen Grund, positiv nach vorne zu blicken.

Die Partie in Kassel war das Beste, was diese Spielklasse zu bieten hat, es war ein Spektakel und von Beginn an mit viel Temperament gepudert. Abtasten, abwarten, auflauern – nicht mit diesen beiden Teams. Nach wenigen Sekunden traf der Frankfurter Nils Liesegang bereits den Pfosten, ehe Michael Christ in der neunten Minute die Huskies in Führung schoss und die stolze Unterzahl-Bilanz der Löwen zunichtemachte. Bisher hatten die Jungs vom Main mit einem Spieler weniger auf dem Eis noch kein Gegentor kassiert. Doch es kam noch schlimmer: Als Brad Snetsinger per Lupfer eigentlich Zeit für einen Wechsel schinden wollte, rutschte Torwart Jan Kremer die Scheibe über die Stockhand zum 0:2 ins Tor (24.). Dass die neue Konkurrenzsituation mit dem erst kürzlich verpflichteten Danijel Kovacic ihn beeinflussen könnte, glaubt der junge Keeper nicht. „Der Druck ist immer da. Das ist eher ein Ansporn“, sagte Kremer. Bis zu diesem Zeitpunkt war seine Mannschaft keinesfalls schlechter, aber Kassel verteidigte einfach grandios.

Genau das hatte Gentges zwei Tage vor dem Derby zum Thema gemacht. Ein bisschen neidisch schaute er auf die Abwehr des Lokalrivalen, die besser als die eigene sei. „Wir haben vier gute Verteidiger, aber danach ist ein Riesenloch“, sagte der Trainer. Würde er in Kassel die Nummer fünf bis acht allzu oft spielen lassen, „dann kriegen wir dort die Bude voll“. So weit kam es bekanntlich nicht, einen Ersatz für den verletzten Manuel Neumann hätte er aber trotzdem gerne. Ob es Stephan Kreuzmann wird, der ausgerechnet wenige Tage vor dem Derby seine Wechselabsicht von Kassel nach Frankfurt bekundet hatte, soll sich Anfang dieser Woche entscheiden. Am Sonntagabend spielte er jedenfalls für keinen der beiden. „Die Anwälte der Vereine haben sich unterhalten“, erzählte Stefan Traut. Dass man von den aufgerufenen 20000 Euro Ablöse abrückt, will der Geschäftsführer der Huskies nun nicht mehr ausschließen. Sollten die Klubs allerdings keine Einigung erzielen, hat Gentges schon den nächsten Kandidaten im Auge. Ein Ausländer soll es sein.

Dass aber auch die hochgelobte Kasseler Defensive zu bezwingen ist, bewiesen die Löwen in einem richtig starken zweiten Drittel. Zunächst feuerte Danny Albrecht von der blauen Linie ein echtes Pfund ab und stellte den Anschluss her (27.), dann gelang Christoph Ziolkowski das verdiente 2:2 (32.). Der Spitzenreiter hatte sich nicht nur in die Partie zurückgekämpft, er war drauf und dran, sie zu kippen. Fortan stand Husky-Torhüter Finkenrath unter Dauerbeschuss, konnte seine Mannschaft aber in die Verlängerung retten. Dort hatten die Gastgeber die größeren Chancen. Sie retteten den Schwung mit ins Penaltyschießen, wo Manuel Klinge und Petr Sikora für Kassel trafen. Löwen-Kapitän Peter Baumgartner kündigte an: „In zwei Wochen gibt es die Revanche.“

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