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Löwen Frankfurt
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27. September 2012

Löwen Frankfurt: Löwen müssen abspecken

 Von Sebastian Rieth
Bekam einen Anruf von Huskies-Verteidiger Stephan Kreuzmann: Löwen-Trainer Frank Gentges.  Foto: Hübner

Trainer Frank Gentges zieht vor dem Saisonstart in der Eishockey-Oberliga die Zügel an und holt mit Jakub Rumpel einen neuen Spieler.

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Wenn Frank Gentges eines nicht leiden kann, dann sind das Dinge, auf die er keinen Einfluss hat. Dass einige junge Spieler mit Übergewicht zum Trainingsauftakt erschienen sind und sich ihr Zustand auch nach der längsten Vorbereitung des Frankfurter Eishockeys nicht grundlegend verbesserte, kann der neue Trainer der Löwen nicht akzeptieren. „Bei diesen Parametern mache ich keine Abstriche. Leute, die uns von unserem Ziel abbringen, müssen gehen“, fand Gentges deutliche Worte, und es passt zu seinem Naturell, dass er dies auf der Saisonpressekonferenz des Oberligisten tat, wo doch naturgemäß für negative Nachrichten kaum Platz ist. Gentges ist das egal. Vor dem Start der Runde am Freitagabend gegen Neuwied will er bloß keine Selbstzufriedenheit aufkommen lassen. Erreicht ist noch nichts, auch wenn die Vorzeichen gut sind.

Nach einer vermaledeiten Saison hat der Klub reagiert, in Gentges einen absoluten Kenner der Szene installiert und die Mannschaft komplett umgekrempelt. Nur fünf Spieler durften bleiben. „In der Breite sind wir gut aufgestellt“, sagte der 47-Jährige. „Aber in der Spitze sehe ich noch andere Mannschaften vor uns.“ Dennoch greife derzeit ein Rädchen immer besser in das andere, in den acht Testspielen (sechs Siege) habe man sich kontinuierlich gesteigert. „Es gibt keine Ausreden“, sagte der neue Kapitän Peter Baumgartner. Erst recht nicht, da die Löwen auf das Verletzungspech in der Vorbereitung reagiert und den Slowaken Jakub Rumpel verpflichtet haben. Er wurde mit einem Vertrag bis Ende November ausgestattet und soll den Kanadier Lance Monych (Innenbandanriss im Knie) ersetzen. Ein bisschen weniger als eine Million Euro steckt die Vereinsführung in das Team. „Damit ist sie wesentlich teurer als im vergangenen Jahr“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Stefan Krämer.

Die Löwen kalkulieren konservativ

Insgesamt wollen die Löwen kostendeckend arbeiten und planen mit 1,5 Millionen Euro Umsatz. Eine sehr konservative Kalkulation, da der Zuschauerschnitt mit 3 000 Besuchern sehr niedrig angesetzt und eine eventuelle Playoff-Teilnahme noch gar nicht berücksichtigt ist. Doch genau dort wollen die Löwen hin. „Das ist unser Ziel“, sagt der Sportliche Leiter Michael Bresagk. „Außerdem wollen wir endlich auch die Derbys gewinnen.“ Schon am Sonntag spielen die Frankfurter in Bad Nauheim, im November reisen sie nach Kassel.

Das sind dann – zusammen mit dem EV Duisburg – auch jene Mannschaften, die die Meisterschaft der Weststaffel unter sich ausmachen werden und die besten Chancen zum Einzug in die Zwischenrunde haben. Nur die ersten vier der Tabelle kommen weiter. Dass in dieser Saison nicht nur der Sieger der Playoffs direkt in die zweite Liga aufsteigt, sondern auch der Finalverlierer noch die Chance über ein Relegationsspiel besitzt, mag da verlockend erscheinen. „Aber es ist leichter, in der zweiten Liga die Klasse zu halten, als aufzusteigen“, warnt Gentges. Im Umfeld macht sich Aufbruchsstimmung breit. 1 739 Fans sicherten sich eine Dauerkarte, nun sollen sie auch etwas geboten bekommen.

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