Sie sahen schon ulkig aus, diese Oberlippenbärte, die einige Wochen lang in den meisten Gesichtern der Frankfurter Eishockeyspieler sprossen. Von d’Artagnan bis hin zum Freddie-Mercury-Verschnitt war alles dabei. Im Rahmen einer weltweiten Kampagne wollten die Profis des Oberligisten bis Ende November Aufmerksamkeit für die Erforschung von Prostatakrebs erzeugen, danach sollte die eigentümliche Behaarung wieder ab.
Bei Tom Fiedler wird das allerdings noch ein wenig dauern. Als die Löwen die Eisbären Hamm zu Hause mit 14:0 (5:0, 3:0, 6:0) erwartet deutlich besiegten, hockte der Stürmer schon nach 18 Minuten in der Kabine und wurde ausgerechnet an der auseinanderklaffenden Oberlippe mit einem Dutzend Stichen genäht. Der Arzt tackerte den Bart wieder dran, an eine gepflegte Rasur ist in den nächsten Tagen, ebenso wie an einen Einsatz im Derby morgen (18.30 Uhr) gegen Kassel, nicht zu denken.
Dabei hatte die Partie für den 27-Jährigen denkbar gut begonnen. In der sechsten Minute lauerte er vor dem gegnerischen Tor auf einen Pass von Liesegang und verwertete das Zuspiel zur Führung, nur kurze Zeit später gelang ihm sogar ein Doppelpack.
Wahrscheinlich wurde dem gebürtigen Berliner an diesem Abend ausgerechnet seine Treffsicherheit zum Verhängnis. Frustriert vom frühen Rückstand streckte ihn Hamms Verteidiger Lucas Becker völlig überflüssig per Check nieder. Fiedler musste stark blutend in die Kabine. Da führten die Löwen bereits mit 5:0, weil zuvor Michael Schmerda doppelt und Christoph Ziolkowski einfach getroffen hatten.
Für die Hessen war die Aufgabe gegen die Eisbären nicht mehr als eine Trainingseinheit mit Zuschauerkulisse, die nur wenige Erkenntnisse für das bevorstehende Derby brachte. Die Huskies, so viel ist sicher, werden ein ganz anderes Kaliber sein. So leicht wie gegen Hamm wird es den Löwen nicht mehr gemacht. Roland Mayr (2), Christoph Koziol (2), Lance Monych, Peter Baumgartner, Adam Domogalla, Liesegang und Schmerda durften das Ergebnis beinahe ungehindert weiter in die Höhe schrauben und Torhüter Danijel Kovacic sich über einen Shutout freuen.
Unterdessen wird Norman Martens bald wieder im Spielbetrieb zurückerwartet. „Ich habe nur noch minimale Schmerzen“, berichtet der Stürmer nach seinem zweifachen Bänderriss in der Schulter. Seit einigen Tagen trainiert er wieder, in spätestens zwei Wochen könnte Martens auch unter Wettkampfbedingungen die Schlittschuhe schnüren. Seinen Oberlippenbart hat er im Übrigen längst gestutzt.
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