Löwen Frankfurt
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30. November 2012

Löwen Frankfurt: Zwei Streitobjekte

 Von Sebastian Rieth
Im Fokus: Neu-Löwe Stephan Kreuzmann. Foto: Jan Huebner

Beim Eishockey-Derby am Sonntag gegen die Huskies steht Neu-Löwe Stephan Kreuzmann im Fokus. Und es gibt Ärger um Danny Albrecht.

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Ein wenig merkt man Stephan Kreuzmann die mentale Belastung noch an, nur zaghaft huscht ein Lächeln über seine Lippen, der Verteidiger der Löwen Frankfurt atmet tief durch: „Ich bin erleichtert, dass dieser ganze Zirkus endlich vorbei ist“, sagt der 28-Jährige. Die vergangenen Tage waren für ihn nicht immer leicht. Inmitten der Eishockey-Oberligasaison pendelte Kreuzmann ausgerechnet zwischen den beiden großen Rivalen, wechselte von den Kassel Huskies nach Frankfurt und verpasste so das Hinspiel. Anstatt für einen der beiden auf dem Eis zu stehen, hielt ihn der verletzte Löwen-Torwart Boris Ackers mit einigen SMS über den 3:2-Penaltysieg der Nordhessen auf dem Laufenden.

Zähes Ringen

Kreuzmann saß in Duisburg, dort wo er geboren und aufgewachsen ist, wo seine Frau und die beiden Töchter wohnen, und wartete. Ein bisschen schien es, als habe er sich selbst den schwarzen Peter zugesteckt. Nachdem in Kassel seine Wechselabsicht öffentlich wurde, war eine Rückkehr undenkbar. Frankfurt wollte indes keinen Cent zahlen. Ein zähes Ringen begann, an dessen Ende sich beide Klubs auf ein Ablösespiel einigten.
„Ich habe nicht gewollt, dass es so ausufert. Es lag mir völlig fremd, der Mannschaft damit zu schaden“, blickt Kreuzmann zurück. Was ihn stört: Im Vertrauen habe er Husky-Geschäftsführer Stefan Traut gefragt, ob ein Wechsel möglich sei. „Ich dachte, man kann das mit Ja oder Nein beantworten.“ Dem war aber nicht so. Traut schaltete Anwälte ein, sprach mit Trainer Uli Egen und der Mannschaft. Kreuzmann war in Kassel unten durch. „Sie waren vielleicht ein bisschen gekränkt“, vermutet der neue Löwe. Traut sagt, Kreuzmann habe direkt Fakten schaffen wollen. Nach dem Heimspiel heute Abend (19.30 Uhr) gegen Hamm empfangen die Löwen am Sonntag (18.30 Uhr) die Huskies zur Revanche. Traut und Kreuzmann wollen sich aufrichtig die Hände geben.
„Es ist viel Brisanz in der Sache“, glaubt der Abwehrspieler. Von den ehemaligen Mitspielern erwartet er den ein oder anderen Schlag auf das Handgelenk. „Aber trotzdem kann ich jedem in die Augen gucken.“ Warum er nur wenige Monate nach seinem Wechsel von Dortmund nach Kassel schon wieder einen neuen Arbeitgeber suchte, könne er für sich selbst nicht genau definieren. Er habe sich einfach nicht wohlgefühlt. „Wir sind keine Fußballer, die Millionen verdienen. Wenn es mir schlecht geht, dann kann ich das nicht ausblenden, sondern ziehe es in die Familie mit rein.“

Anzeige wegen Verleumdung?

Zweieinhalb Wochen saß Kreuzmann letztlich zwischen den Stühlen. Ein ähnliches Schicksal droht auch Löwen-Stürmer Danny Albrecht – nur auf dem umgekehrten Weg. „Sein Agent hat ihn schon vor einigen Tagen bei uns angeboten“, bestätigte Traut. Weil diesmal die Nordhessen nicht zahlen wollen, habe Albrecht versucht, seinen Rauswurf zu provozieren. Das vermutet Löwen-Trainer Frank Gentges. Beim Spiel gegen Dortmund am Sonntag eskalierte die Situation. Albrecht fuhr aufreizend lässig zu einem Wechsel zurück und habe sich abfällig gegenüber Mitspielern geäußert. Daraufhin packte Gentges ihn unter den Armen, schüttelte ihn und schickte den Angreifer in die Kabine. Wenige Stunden danach reichte Albrecht seine Kündigung ein und warf seinem Trainer vor, ihn tätlich angegriffen zu haben. „Ich werde ihn wegen Verleumdung anzeigen“, sagt Gentges. „Wir können uns nicht auf der Nase herumtanzen lassen.“ Für die Löwen ist Albrechts Kündigung nicht rechtmäßig. Sie haben den 27-Jährigen abgemahnt und die Gehaltszahlung eingestellt.

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