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Löwen Frankfurt
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23. Dezember 2012

Löwen gegen Ratingen: Kratzen bis unters Dach

 Von Sebastian Rieth
Auch Überzahl hilft nicht.  Foto: Jan Huebner

Nicht einmal ein Stromausfall kann die Löwen Frankfurt stoppen. Gegen Ratingen gewinnen sie mit 28:0. Besser kann's zu Weihnachten nicht laufen.

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Nicht einmal ein Stromausfall kann die Löwen Frankfurt stoppen. Gegen Ratingen gewinnen sie mit 28:0. Besser kann's zu Weihnachten nicht laufen.

Frank Gentges tigerte durch die Eissporthalle und schaute immer wieder zur Decke, als wollte er mit seinem grimmigen Blick die Lampen anknipsen. Solche Momente, in denen er zur Untätigkeit verdammt ist und sich auf andere verlassen muss, schmecken dem Coach der Löwen Frankfurt gar nicht. Dafür ist er nicht gemacht. Am Sonntagabend blieb dem 47-Jährigen allerdings kaum etwas anderes übrig, als sich in Geduld zu üben. Weil eine Leitung des Stromversorgers seinen Geist aufgegeben hatte, gingen eine halbe Stunde vor dem 28:0 (6:0, 11:0, 11:0)-Heimsieg gegen die Ice Aliens Ratingen in der Halle am Ratsweg die Lichter aus. Die Eishockeyprofis tappten bei ihrem Warmmachprogramm plötzlich im Dunkeln.

Im Vergleich der beiden Mannschaften läuft immer etwas schief. Vor zwei Wochen war der ursprünglich angesetzte Termin bereits kurzfristig abgesagt worden, da die Ratinger Eishalle aufgrund des Schneefalls nicht betreten werden durfte und die Ausrüstung der Gäste noch in den Spinden lag. Nun hatte man den Teams unfreiwillig den Saft abgedreht. Immerhin konnte die Partie am drittletzten Hauptrundenspieltag der Oberliga West mit 25 Minuten Verspätung angepfiffen werden – und die Löwen standen gleich unter Strom.

Führung nach elf Sekunden

Michael Schmerda traf zur Führung, da waren gerade elf Sekunden gespielt. Tom Fiedler, Branislav Pohanka, Sven Breiter, Nils Liesegang und Lance Monych, der den Vorzug vor Jakub Rumpel erhalten hatte, erhöhten noch im ersten Drittel auf 6:0. Die Partie des Tabellenzweiten gegen den Vorletzten nahm seinen erwarteten Verlauf.

Einzig das Eis bereitete zu diesem Zeitpunkt ernsthafte Sorgen, weil nach dem Stromausfall die Kühlung nicht mehr ansprang. „Morgen haben wir hier eine Seenlandschaft“, prognostizierte Pressesprecher Matthias Scholze. Gestern Abend reichte es mit viel Geschick noch aus.

Abbruch wegen Lautstärke?

Die Eismeister verzichteten bei der Aufbereitung mit ihren Zambonis auf Feuchtigkeit und zogen die Fläche ganz ohne Wasser ab. Das Kratzen der Kufen war nach dem ersten Drittel dennoch bis auf die Zuschauerränge zu hören, mehrfach erwogen die Schiedsrichter einen Abbruch. Die Löwen kümmerte das wenig. Sie setzten ihr Schützenfest fort: Pohanka (4), Domogalla (3), Fiedler, Martens, Monych, Breiter, Liesegang, Schmerda (alle 2), Schmid, Mayr und Baumgartner schossen die weiteren Tore für die Hessen.

Auch wenn die Löwen ihren höchsten Saisonsieg feierten, zum sechsten Mal ohne Gegentor blieben und die 200-Treffer-Marke knackten, so elektrisierte das ungleiche Duell kaum jemanden in der Halle – weder vor noch nach dem Stromausfall. Vielleicht dämmert das ja auch bald den Funktionären im Verband.

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