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Löwen Frankfurt
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08. Juli 2010

Nicht alle kommen unter: Lions-Profis auf Jobsuche

 Von Matthias Kittmann
Puck (Symbolbild). Foto: rtr

Längst nicht alle Profis der Frankfurt Lions können nach dem Ende des DEL-Klubs mit Verträgen bei einem neuen Arbeitgeber rechnen. Denn die übrigen DEL-Klubs haben nur noch wenige Plätze frei.

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Insolvenz der Lions

Die Insolvenz der Frankfurt Lions betrifft auch viele Gläubiger, große wie kleine. Angefangen von Spielern über Vermieter bis hin zu Fans, die Dauerkarten gekauft hatten. Wer dies bis zum 28. Mai getan hat, muss wegen des Insolvenzrechts auf den größten Teil einer Rückzahlung verzichten. Auch die Stadt Frankfurt hat bekanntlich beträchtliche Forderungen (ca. 800000 Euro). Doch diese werden genauso "nachrangig" bewertet wie übrigens auch Forderungen der SSD AG, in der die Gesellschafter der Lions zusammengefasst waren. Zwar werden deren Gesellschafteranteile einkassiert, andererseits hatten sie auch in der vergangenen Saison zusätzlich ein Darlehen gegeben. Die Konkursmasse ist dagegen bescheiden, möglicherweise kommt dazu noch der DEL-Gesellschaftsanteil (600000 Euro), da den Lions bekanntlich gekündigt wurde. (kit)

Auch an Tag drei nach dem Aus für das Profi-Eishockey in Frankfurt herrscht immer noch eine Art Schockstarre. Auch bei den Spielern der Lions, die sich nun einen neuen Job suchen müssen. "Ich habe bis Montag daran geglaubt, dass wir überleben", sagt Verteidiger Sebastian Osterloh, seit vier Jahren in Frankfurt. Der 27-jährige Verteidiger redet immer noch in "Wir-Form", so wie ein Paar nach einer frischen Scheidung. Der gebürtige Kaufbeurer hatte es sich mit Frau und Kind gerade so richtig gemütlich eingerichtet, ein Häuschen im Grünen gemietet.

Das Wir-Gefühl war (und ist) bei den Lions ausgesprochen ausgeprägt, acht Spieler waren wenigstens drei Jahre in Frankfurt, vier sogar mehr als fünf Jahre. Und andere, die mal gegangen waren, kamen gerne wieder zurück. Wie etwa Michael Hackert, der nach drei zwar finanziell guten, aber sonst eher unerfreulichen Jahren in Mannheim vor drei Monaten glaubte, glücklich zu den Lions zurückgekehrt zu sein: "Das ist wirklich krass", sagt der Stürmer immer noch entsetzt, "nach Frankfurt zurückzukommen, war für mich eine Herzensangelegenheit. Ich habe mich total auf die neue Saison gefreut. Oh, Mann." Ein Spieler mit seiner Qualität dürfte noch am ehesten woanders unterkommen, sogar mit einem guten Vertrag: "Ich habe vier Angebote, darunter zwei Top-Klubs." Aber: "Die Lions waren mein Wunschteam. Es wird sehr eigenartig sein, die ganzen Jungs demnächst in irgendwelchen Teams zu treffen."

Welche Jungs das sein werden, ist noch offen. Sechs Wochen vor dem offziellen Trainingsauftakt haben die übrigen DEL-Klubs nur noch wenige Plätze frei. Michel Periard wird mit seinem Ex-Klub Nürnberg in Verbindung gebracht, die beiden Topscorer der Lions, Jeff Ulmer und Derek Hahn, mit den Berliner Eisbären, Thomas Oppenheimer (21) wird von der halben Liga gejagt, darunter Hamburg, Wolfsburg und Ingolstadt. Die Panther haben zudem am gestrigen Mittwoch Torhüter Ian Gordon verpflichtet, der sieben Jahre lang in Frankfurt spielte.

Richtig bitter kann es für andere Akteure werden. Jason Young, langjähriger Kapitän, eigentlich noch mit einem Vertrag ausgestattet und ebenfalls seit sieben Jahren bei den Lions, sagt: "Ich bin Realist - mit bald 38 Jahren wird es für mich nicht einfach, in der DEL unterzukommen. Das Schlimme ist: Keiner von uns hatte Zeit, sich auf so eine Situation vorzubereiten."

Dabei geht es nicht nur um den künftigen Job, sondern auch die nicht gezahlten April-Gehälter und ausgebliebenen Bonus-Zahlungen für die Playoffs. Da kommen pro Spieler um die 10 000 Euro zusammen, von denen sie nun nur einen Bruchteil bekommen. Für Young, der seit zwei Jahren Deutscher ist, doppelt schlimm: "Ich kann jetzt noch nicht mal in Kanada arbeiten, weil ich keinen kanadischen Pass mehr habe." Ähnlich bitter sieht es auch für Manager Dwayne Norris aus: "Ich hänge völlig in der Luft."

Und es kommt noch ein weiteres Problem hinzu: Spieler, die noch einen Vertrag hatten, haben auch noch ihre Wohnungen in Frankfurt. Jetzt geht die Angst um, dass Möbel und persönliche Sachen unvermittelt auf der Straße landen. Zumindest in diesem Punkt kann Insolvenzverwalter Fabio Algari die Spieler aber beruhigen: "Zum einen gibt es ja Kündigungsfristen bei Wohnungen, zum anderen werden wir dafür Sorge tragen, dass den Spielern und ihren Familien genügend Zeit bleibt, ihre persönlichen Angelegenheiten in Frankfurt zu regeln."

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