Kurz vor der Kurve drehten die Spieler der Löwen Frankfurt ab. Erstmals in dieser Saison gab es Pfiffe aus dem sonst so treuen Fanblock. „Ich kann das verstehen“, sagte Stürmer Sven Breiter. „Aber uns macht es auch keinen Spaß, schon wieder ein Derby zu verlieren.“
Mit 2:4 (1:1, 0:2, 1:1) zogen die Löwen gegen die Roten Teufel Bad Nauheim den Kürzeren, es war das erste Wochenende ohne Punktausbeute in dieser Saison und die insgesamt sechste Derbyniederlage. Allmählich, das wurde gestern Abend überdeutlich, droht der Klub sein Saisonziel zu verfehlen. Der vierte Platz in der Endrunde der Eishockey-Oberliga West, den sie momentan noch einnehmen, ist in Gefahr.
Spürbare Verunsicherung
Nach der ebenso unnötigen, wie peinlichen 2:3-Niederlage gegen Königsborn am Freitagabend, hatte sich große Verunsicherung breitgemacht. Die sonst so auskunftsfreudige Sportliche Leitung schien in Schockstarre, Trainer Clayton Beddoes fehlten auch Stunden nach dem Untergang in Unna noch die passenden Worte und Stürmer Kevin Thau kämpfte mit der Schlaflosigkeit.
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Nur für zwei Stunden machte er nach dem Desaster die Augen zu, die Selbstzweifel nagten an den Nerven. Auch deshalb hatte Beddoes viel mit seinen Spielern gesprochen, die Peinlichkeit sollte aus den Köpfen. Irgendwie.
Barg war nicht zu ersetzen
Auf ihre Fans konnte sich die Mannschaft in der mit 6400 Zuschauern proppenvollen Eissporthalle verlassen. Vor dem Bully hatten sie mit Wunderkerzen die eigene Kurve in eine brennende Wand verwandelt – der Funke schien überzuspringen. In der vierten Minute saßen mit Lanny Gare und Tobias Schwab jene zwei Spieler auf der Bad Nauheimer Strafbank, die in den beiden Derbys zuvor den Unterschied ausgemacht hatten.
Nun mussten sie zusehen, wie Frankfurt in Führung ging. Alexander Althenn, der nach drei Jahren in der Wetterau im Sommer an den Main gewechselt war, hielt seine Kelle in einen Fairbarn-Schuss. Die Mannschaft hatte es begriffen. Nur wenn die Löwen kämpfen, wenn sie Leidenschaft und Teamgeist zeigen, haben sie gegen die individuell besser besetzten Klubs der Liga eine Chance. Im ersten Drittel stimmten jene Attribute, es hatte lediglich zwei Schönheitsfehler.
Löwen verlieren Konzept
Da waren zum einen die Schiedsrichter, die viel zu kleinlich pfiffen, und zum anderen Kevin Lavallee. Der Topscorer der Liga nutzte einen Rebound zum 1:1, nachdem Torhüter Boris Ackers einen Gare-Schuss noch spektakulär hatte an die Latte lenken können (17.).
Nach dem Ausgleich war es wie so oft: Ein Rückschlag, und die Löwen verlieren ihr Konzept. Dylan Stanley, Schwab und Michael Maaßen sorgten für eine 4:1-Führung, die Roten Teufel machten den Frankfurtern so richtig die Hölle heiß.
Weil Ryan Fairbarn einen Penalty vergab, änderte auch Roland Mayrs Treffer daran nichts mehr (58.). An allen Ecken und Enden vermissten die Gastgeber ihren verletzten Ideengeber Simon Barg. „Und wenn dann“, so Breiter, „auch noch Bad Nauheim mit seiner super Mannschaft hierher kommt, haben wir einfach keine Chance.“
Eine bittere Erkenntnis.
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | EC Bad Nauheim | 79:36 | 36 | ||
| 2 | EV Duisburg | 63:37 | 33 | ||
| 3 | Kassel Huskies | 78:44 | 29 | ||
| 4 | EHC Dortmund | 68:42 | 28 | ||
| 5 | Löwen Frankfurt | 54:51 | 18 | ||
| 6 | Königsborn Bulldogs | 36:79 | 12 | ||
| 7 | Hammer Eisbären | 33:70 | 6 | ||
| 8 | Ratinger Ice Aliens | 36:88 | 6 | ||
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