Nach dem ersten punktlosen Wochenende der Löwen Frankfurt lässt Clayton Beddoes Dampf ab. Der Löwen-Trainer äußert sich im Interview über den Negativtrend beim Eishockey-Oberligisten, fehlende Führungsspieler und auslaufende Verträge
Clayton Beddoes, 41,droht: „Die Spieler werden merken, dass ihr Trainer sauer ist.“
Foto: Hübner
Clayton Beddoes, 41,droht: „Die Spieler werden merken, dass ihr Trainer sauer ist.“
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Nach außen wirkte Clayton Beddoes wie immer: smart, höflich, freundlich. In Wirklichkeit machte der Trainer der Löwen Frankfurt aber nur gute Miene zum bösen Spiel. Nach dem ersten punktlosen Wochenende für den Eishockey-Oberligisten in dieser Saison ließ der 41-Jährige erstmals Dampf ab.
Herr Beddoes, wie groß ist Ihr Frust?
Ich bin total enttäuscht und richtig sauer. Wir haben gesehen, dass wir Simon Barg nach seinem Handgelenksbruch nicht ersetzen können. Gerade im Überzahlspiel fehlt er uns sehr, da stimmt die Chemie zwischen den anderen Spielern noch nicht. Ich hoffe, dass wir uns da schnell verbessern, weil viel Zeit haben wir nicht mehr.
Aber es lag doch nicht nur an dem Ausfall eines Spielers.
Nein, sicher nicht. Gerade gegen Königsborn, aber auch lange Zeit gegen Bad Nauheim haben wir ohne Herz gespielt. Ich verstehe das nicht, denn eigentlich müssten alle Spieler heiß sein und kämpfen.
Pokalaus: Löwen verlieren gegen Hannover
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Pokalaus: Löwen verlieren gegen Hannover
Die Löwen Frankfurt konnten im Pokal gegen die klassenhöheren Hannover Indians lange mithalten, führten sogar durch einen Treffer von Ryan Fairbarn. Am Ende musste sich der hessische Oberligist aber - trotz einer kämpferischen Leistung - mit 2:3 geschlagen geben.
Foto: JAN HUEBNER
Die Löwen Frankfurt konnten im Pokal gegen die klassenhöheren Hannover Indians lange mithalten, führten sogar durch einen Treffer von Ryan Fairbarn. Am Ende musste sich der hessische Oberligist aber - trotz einer kämpferischen Leistung - mit 2:3 geschlagen geben.
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Die Löwen Frankfurt konnten im Pokal gegen die klassenhöheren Hannover Indians lange mithalten, führten sogar durch einen Treffer von Ryan Fairbarn. Am Ende musste sich der hessische Oberligist aber - trotz einer kämpferischen Leistung - mit 2:3 geschlagen geben.
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JAN HUEBNER
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Fußball-EM 2012
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Haben Ihre Spieler wirklich alles gegeben?
Ich muss ihnen das zumindest glauben. Wenn ich als Trainer kein Vertrauen in sie hätte, dann wäre doch alles vorbei.
Aber die Mannschaft gibt Ihnen dieses Vertrauen nicht zurück.
Die Spieler müssen jetzt wissen, dass es egal ist, ob wir einen Trainings- oder einen Spieltag haben. Wir haben ein klares Ziel vor Augen und müssen immer konzentriert und fokussiert sein. Der Spaß hat jetzt ein Ende. Es wird im Training härter zugehen. Die Spieler werden merken, dass ihr Trainer sauer ist.
Kommt ein solcher Warnschuss vielleicht schon zu spät? Waren Sie zu lange zu ruhig?
Ich bin von dieser Entwicklung überrascht. Ich dachte, dass sich die Mannschaft Stück für Stück weiter entwickelt, stattdessen wurde es in der vergangenen Woche immer weniger. Ich habe dem Team viel Eigenverantwortung übertragen.
Das Team hat ein Führungsproblem. Spielen Sie mit dem Gedanken, Kapitän Martin Schweiger abzusetzen?
Das wäre schon eine sehr extreme Maßnahme, aber es kann durchaus sein, dass es so langsam Zeit geworden ist, für etwas Extremes.
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Warum lassen sich die Löwen durch Gegentore so schnell aus der Bahn werfen?
Fehler passieren im Eishockey, das ist ganz normal. Wir müssen das versuchen, schnell abzuhaken und nach vorne zu schauen. Wir dürfen keine Pause machen und weiter Vollgas geben. Nur dann haben wir eine Chance.
Jetzt ist Platz vier in Gefahr. Hat das nächste Wochenende mit der Partie in Dortmund und dem Derby am Sonntag zu Hause gegen Kassel schon entscheidenden Charakter?
Wir wussten von Anfang an, dass es sehr schwer sein wird und die Gefahr, dass wir ausscheiden, immer da ist. Im Moment hat Duisburg wohl im Zweikampf um den vierten Platz die Nase vorne, deswegen müssen wir jetzt auch einmal gegen eine der Top-Drei-Teams punkten. Sollte es nicht klappen, wird aber nicht das kommende Wochenende entscheidend gewesen sein, sondern die Niederlage in Unna.
Sämtliche Verträge laufen am Saisonende aus. Viele Spieler sind es nicht, die sich für einen neuen Kontrakt empfohlen haben.
Für uns ergibt sich jetzt so langsam ein Bild. Wenn die Spieler wirklich weiterhin in Frankfurt bleiben wollen, dann müssen sie das auch zeigen. Am Freitag habe ich bis auf Marvin Bauscher von niemandem etwas in dieser Richtung gesehen, dabei sollte eine Vertragsverlängerung für die persönliche Zukunft eine große Rolle spielen. Denn wir haben in Frankfurt genügend Möglichkeiten, in der Sommerpause neue Spieler zu holen.
Aufgezeichnet von Sebastian Rieth