Kriftel gilt als CDU-Hochburg. Bei der Kommunalwahl im März vergangenen Jahres war die Gemeinde die einzige Kommune im Main-Taunus-Kreis, in der die CDU ihre absolute Mehrheit im Parlament halten konnte. 55,3 Prozent (plus 1,7) holten die Christdemokraten damals.
Am 4.März entscheiden nun die Krifteler bei einer Direktwahl, wer die kommenden sechs Jahre Rathauschef sein wird – oder bleibt. Die Wiederwahl von Christian Seitz (40, CDU) gilt als sicher. Er ist ein wenig streitbarer Kandidat und hat vor allem die Vereine im Ort hinter sich. 2006 setzte er sich mit 60,4 Prozent der Stimmen gegen Karl-Heinz Greb (SPD) durch.
Kriftel bezeichnet sich als „Obstgarten im Vordertaunus“. Neben Äpfeln ist die Gemeinde mit ihren rund 11000 Einwohnern vor allem für ihre Erdbeeren bekannt, die auf zahlreichen Feldern am Ortsrand angebaut werden.
Die verkehrsgünstige Lage an der A66 zieht die Industrie an. Auf 39 Hektar befinden sich drei ausgewiesene Gewerbeflächen, die jährlich rund fünf Millionen Euro Gewerbesteuern einbringen.
Von allen Kommunen im Main-Taunus-Kreis hat Kriftel die höchste pro Kopfverschuldung. Der Haushalt für dieses Jahr weist ein Defizit von knapp 3,5 Millionen Euro aus.
Dieses Mal haben nur die Grünen eine Gegenkandidatin aufgestellt. Sie wolle die demokratische Fahne hochhalten, sagt die 54-jährige Industriekauffrau Regina Vischer. Doch sie weiß auch: „Mein Wahlsieg wäre das Wunder von Kriftel.“ Sie hofft auf mindestens 40 Prozent der Stimmen. Bei der Kommunalwahl hat ihre Partei 21,1 Prozent (plus 12,4) der Wähler überzeugt. Für die SPD dagegen war das Ergebnis niederschmetternd: Sie verlor 9,5 und kam nur auf 18,2 Prozent. Daran hat die Partei hart zu knabbern. „Die politische Arbeit der letzten Jahre war mühsam“, sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende in Kriftel, Dorothea Barth. Viele Anträge ihrer Fraktion seien von den Christdemokraten „abgeblockt“ worden. Eine Wahlempfehlung will sie nicht abgeben.
Alle mögen Franz Jirasek
Mehrere Parteimitglieder hätten sich eine Kandidatur zur Bürgermeisterwahl vorstellen können, sagt der SPD-Vorsitzende Gerhard Mantel. Doch man habe keinen kräfteraubenden Alibi-Wahlkampf gegen einen Kandidaten führen wollen, gegen den man keine Chance habe. Die SPD wolle lieber in der Opposition wirken. Etwa beim Thema Haushalt. Kriftel hat von allen Kommunen im Kreis die höchste pro Kopfverschuldung. Dazu beigetragen hat die Renovierung des Freibads für 5,5 Millionen Euro und der Neubau der Kita Linsenberg, der 4,4 Millionen Euro kostet.
Alle vier Fraktionen haben sich in der Gemeindevertretung für die Wiederwahl des parteilosen Ersten Beigeordneten Franz Jirasek (55) Ende April ausgesprochen. Auch SPD und FDP stimmten diesmal für ihn. Jirasek ist unter anderem Leiter der Wirtschaftsförderung und als Dezernent für die Planung und Umsetzung von vielen großen Bauvorhaben verantwortlich.

Die Stadt und Region auf einen Blick: unsere neue Übersichtsseite für Frankfurt und Rhein-Main - das Pflicht-Lesezeichen für alle Hessen.
Berichte aus Bad Homburg, Hochtaunus | Bad Vilbel, Wetterau | Darmstadt | Frankfurt | Kreis Groß Gerau | Hanau, Main-Kinzig | Main-Taunus | Mainz | Offenbach | Kreis Offenbach | Wiesbaden.
Facebook | Twitter überregional | Google+