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"Black Devils MC": Tausende Rocker erobern Diedenbergen

Die Rockergruppe Black Devils MC wird 40. Das feiern die Biker mit einem riesigen Treffen auf der Speedwaybahn in Diedenbergen - und einem Konzert der Toten Hosen. Von Claudia Horkheimer

Großes Rocker-Treffen zum 40. der Black Devils.
Großes Rocker-Treffen zum 40. der Black Devils.
Foto: FR/Surrey

Tausende Motorradfahrer haben Diedenbergen seit Freitag fest im Griff. Dort feiert der älteste deutsche Motorradclub an diesem Wochenende seinen 40. Geburtstag auf dem Gelände der Speedwaybahn. Die Gästeliste ist lang: Hells Angels, Gremium MC, Dragons und natürlich alle Clubs von Rang und Namen aus der Region sowie die italienische Sektion der Black Devils haben sich angekündigt. Die Polizei bereitet sich auf ein Verkehrschaos vor. Ein konkretes Gefährdungspotenzial sehe man jedoch nicht. Die Stadt genehmigte unter Lärmschutzauflagen das Treffen.

Nicht nur vom Röhren der Maschinen her dürfte es recht laut zugehen, auch musikalisch wollen die mittlerweile in die Jahre gekommenen harten Jungs richtig Gas geben. Die Düsseldorfer Punkrocker "Die Toten Hosen", für die die Devils als Security tätig sind, treten heute Abend ab 21 Uhr auf. "Es wird unsere größte Party. Etwas, das einmalig ist", schwärmt Gogo. Der 55-Jährige ist seit 1975 dabei. Wie alle Devils trägt er über seinem T-Shirt eine Weste mit dem "Colour", dem Abzeichen des Clubs. Dazu gehören die obligatorischen Tätowierungen an den Armen, Sonnenbrille, schwarze Lederkluft. Wo man hinschaut, sieht man Drachen, Monsterfratzen, Nietengürtel, Piratenkopftücher, Vollbärte. Richtig böse Jungs eben, denen man lieber nicht im Dunkeln begegnen möchte. Zwar erklärt Devil-Mitglied René, der für den Ticketverkauf zuständig ist, die "Annahme, alle Motorradrocker würden mit kriminellen Aktionen ihr Geld verdienen, stimmt nicht". Doch zumindest das hessische Ministerium des Innern zählte die Black Devils noch vor einigen Jahren gemeinsam mit Hells Angels, Bandidos, Outlaws und Gremium zu den "polizeilich bedeutenden organisierten Motorradclubs".

"Kriminelle gibt es überall", sagt René. Viele Devils-Mitgleider seien ganz normale Handwerker und Geschäftsleute. "Wir arbeiten hart, um unsere Maschinen zu fahren." Auch vom Territorialstreit zwischen Angels und Bandidos bekomme man nichts mit. "Wir haben nicht den Anspruch, die größten zu sein. Wir wollen einfach unseren Club so leben, wie wir wollen." Das heißt: "An erster Stelle stehen die Motorräder, dann kommen die Kumpels und dann die Party."

Der heute aus mehreren deutschen und italienischen Chaptern bestehende Club wurde 1969 von einer Handvoll Arbeiterbuben gegründet, die gerne Moped fuhren und sich regelmäßig in Wiesbaden-Dotzheim trafen. "Freiheit bedeutete für uns: Schlafsack auf´s Moped und raus Party machen", erinnert sich Gogo. Weil man anfangs kein Clubhaus hatte und überall rausflog, wo man hinkam, machten die Devils einfach solange Randale, bis die Stadt nachgab und einen Raum bereitstellte. "Wir hatten ja kein Geld, uns etwas zu mieten. Wir waren froh, wenn wir Benzin im Tank hatten." Gerry, ehemaliges Mitglied der ersten Stunde, pflichtet ihm bei. Der 56-Jährige stieg zwar nach acht Jahren aus. Doch Motorradfahren tut er heute noch. Stolz zeigt er ein Foto seiner BMW Baujahr ´55. "Die fährt immer noch!"

Die Toten Hosen bei den Black Devils

Bildergalerie ( 12 Bilder )

Doch die Zeiten haben sich geändert. "Viele Biker bekommen Familie und Hobby nicht unter einen Hut", sagt Gogo. Denn Biker sein, sei eine Lebenseinstellung und heiße jeden Freitag Clubabend, jedes Wochenende Fahren. Auch gibt es strenge Regeln: Wer etwa dem Club beitreten will, muss eine Probezeit mit vielen Thekendiensten von ein bis fünf Jahren durchlaufen. Frauen sucht man indes in ihren Reihen vergeblich. Mitfahren und helfen dürfen sie, aber: "Frauen waren niemals Mitglieder und werden auch niemals welche sein", sagt Gogo.

Autor:  Claudia Horkheimer
Datum:  7 | 8 | 2009
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