Dichter Schnee bedeckt die gesamte Heinrich-Graf-Sportanlage. So dicht, dass von dem neuen Kunstrasenplatz derzeit nichts zu sehen ist – und das für den vergangenen Sonntag geplante Premierenspiel zwischen dem heimischen Regionalligisten 1. FC Eschborn und Viktoria Kelsterbach abgesagt werden musste.
Dennoch haben Bürgermeister Wilhelm Speckhardt (CDU) und die Verantwortlichen des Vereins den für 960.000 Euro umgestalteten Platz nun offiziell eröffnet. „Trainings- und Spielbedingungen für den Fußballverein verbessern sich deutlich“, kündigte der Rathauschef an.
Der Kunstrasen ersetzt einen Hartplatz, der den Kickern besonders in den Wintermonaten keine idealen Bedingungen bot. Deshalb sei es wichtig gewesen, dass die Arbeiten noch vor Beginn der Rückrunde abgeschlossen werden konnten, sagte Speckhardt. Begonnen hatten sie im August des vergangenen Jahres. Um schneller voranzukommen, werkelten die Bauarbeiter sogar unter Flutlicht.
Der neue Fußballplatz ist allerdings nur der erste Schritt beim Umbau der Heinrich-Graf-Sportanlage. Bis zum Frühjahr sollen eine 50-Meter-Laufbahn und eine Sprunggrube hinzukommen, die vor allem von der benachbarten Grundschule Süd-West für den Sportunterricht und die Bundesjugendspiele genutzt werden.
„Ein weiterer Ausbau und eine Modernisierung der übrigen Heinrich-Graf-Sportanlage ist ebenfalls schon beschlossen“, kündigt der Bürgermeister an.
Vorgesehen sind zwei zusätzliche Kleinspielfelder für die Jugendmannschaften des 1. FC Eschborn und die Sanierung des Vereinsgebäudes. Für die Besucher ist an der Ostseite des Rasenplatzes eine Tribüne mit vier Stehstufen geplant, die teilweise überdacht werden soll. Außerdem soll an der Zeppelinstraße ein Parkhaus mit zwei Etagen und 116 Stellplätzen entstehen. Die Stadt kalkuliert dafür mit Gesamtkosten von 5,7 Millionen Euro.
Neben der Süd-West-Schule wäre noch Platz für eine Ein-Feld-Halle sowie eine Schießanlage, die optional aber auch unterirdisch eingerichtet werden könnte. Allerdings müsste die Stadt dann noch tiefer in die Kasse greifen. Die Halle würde mit einem Betrag von 1,9 bis 2,4 Millionen Euro zu Buche schlagen. Eine unterirdische Schießanlage würde ebenfalls rund 2,4 Millionen Euro kosten.
Das ist allerdings noch Zukunftsmusik. Voraussetzung für den weiteren Umbau der Heinrich-Graf-Sportanlage ist ohnehin, dass das derzeit laufende Insolvenzverfahren des 1. FC Eschborn ein erfolgreiches Ende findet. „Wir haben die letzten Jahre hart dafür gearbeitet und gezeigt, dass wir sportlichen Erfolg und gesundes Wirtschaften ordentlich vereinbaren können“, sagt der Sportliche Leiter Marcus Klandt. Und er ist optimistisch: „Wir sind spürbar kurz vor der Abwicklung.“
Die Stadt hat schon auf die ihr zustehende Insolvenzquote verzichtet. Sie hatte seinerzeit mit einer Million Euro für den Verein gebürgt und muss dieses Geld nun endgültig abschreiben.
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