Abo | ePaper | App | Newsletter | Facebook | Anzeigen | Trauer

Main-Taunus
Lokal-Nachrichten aus dem Taunus

07. Dezember 2012

Bad Soden: Verborgene Kunstschätze

 Von Christina Franzisket
Der Kurator und sein Projekt: Helmut Schiffler im Badehaus. Foto: Martin Weis

Eine Ausstellung im Bad Sodener Badehaus zeigt unbekannte Werke aus der Stadt, die in der Welt gefragt sind. Und ganz nebenbei erzählt sie auch die Lebensgeschichte der Künstler.

Drucken per Mail

Kurator Helmut Schiffler verneigt sich vor Bad Sodens Künstlern. In seiner Ausstellung „Hommage an Bad Sodener Künstler“ im Badehaus zeigt er noch unbekannte Werke von zwölf Künstlern und erzählt ihre Lebensgeschichte. Mit dieser Ausstellung holt Schiffler, der selbst in der Kurstadt lebt, einen lange verborgenen Kulturschatz ans Licht.

Die Kriterien, wer als ein Bad Sodener Künstler gilt, legte der Kurator selbst fest: „Es reichte mir nicht, wenn jemand nur für eine Tasse Kaffee in der Stadt war“, so Schiffler, „ich wollte, dass sie viele Jahre hier gelebt haben.“ Das zeige, dass man sich bewusst für Bad Soden als Wohnort entschieden habe und gerne hier lebte.

Zwei Jahre lang recherchierte er – neben seiner Arbeit als Galerist – mühsam ihre Lebensgeschichten. Dabei holte er sich Hilfe von Kunstpaten, Verwandten, Nachfahren, Nachbarn oder Freunden der Künstler. Sogar eine Ahnenforscherin half ihm mit Informationen.

Bilder aus München und Hamburg

Dadurch konnte Schiffler auch weit verstreute Werke ausfindig machen: „Es sind Bilder aus München, Kassel oder Hamburg dabei.“ Rund 85 Prozent der Werke, die die Ausstellung zeigt, befanden sich vorher in Privatbesitz, nur einige wenige kamen aus dem Archiv der Stadt Bad Soden.

Seine Motivation für die viele Arbeit schöpfte Schiffler aus einem Schlüsselerlebnis: Am 30. Januar 2010 starb der Künstler Harald Sommer in Bad Soden. Schiffler kannte ihn und schätzte seine Arbeit: „Ich war mir sicher, dass auf seine Beerdigung viele Menschen aus Bad Soden kommen“, sagt Schiffler, „zu Ehren seiner Kunst.“ Doch es kamen nur er, seine Frau und die engsten Verwandten von Sommer. „Ich war entsetzt“, erinnert er sich.

An dem Tag machte Schiffler sich zur Aufgabe, den Menschen in Bad Soden mit einer kostenlosen Ausstellung die Künstler der Stadt vorzustellen, damit ihren Nachlass zu ehren und sich vor ihrer Kunst zu verneigen.

Nach einigem Werben fand er Unterstützer für das Finanzielle: Die Stadt Bad Soden, die Sparkasse, der Verein „Wir für Bad Soden“, dem er selbst vorsteht, das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie das Geschäft Kornmann Rahmen. Schiffler selbst arbeitete ehrenamtlich.

Nicht alle Bilder sind Originale

Unter den ausgestellten Künstlern befindet sich unter anderem der Bildhauer Friedrich C. Hausmann, der 1860 in Wien geboren wurde und 1936 in Bad Soden starb. Er lebte 32 Jahre lang in Bad Soden und schuf bekannte Werke wie den Märchenbrunnen an der Untermainanlage in Frankfurt oder den Engelbrunnen in Wien. Außerdem leitete er einige Jahre die Bildhauerschule des Städelschen Instituts in Frankfurt. Schifflers Ausstellung zeigt eine Mädchenbüste, die Hausmann schuf: „Die hätte das Städel bestimmt auch gerne“, sagt er.

Andere Werke konnte Schiffler nicht im Original ausstellen, wie etwa die Porträtgemälde von Christian Seybold (1695-1768). Der Maler wurde in Neuenhain geboren, und seine Gemälde, in denen die Perfektion im Detail steckt, sind auf der ganzen Welt ausgestellt: in Dresden, Florenz, St. Petersburg, sogar im Louvre in Paris: „Hätten wir ein Original von ihm, stünden die Räuber hier Schlange, und wir bräuchten Wachpersonal“, sagt Schiffler.

Mit seiner Ausstellung beweist der Kurator, welch besondere Kunst von Bad Sodens Künstlern geschaffen wurde und dass sie längst den Weg in die weite Welt gemacht hat. In einem Katalog können Ausstellungsbesucher die Lebensgeschichten der Künstler nachlesen, ein Stadtplan zeigt ihre Wohnhäuser sowie die Standorte einiger Kunstwerke.

Die Ausstellung ist noch bis 30. Dezember mittwochs, samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr in der Stadtgalerie, Badehaus im Alten Kurpark, Königsteiner Straße 86, in Bad Soden zu sehen. Führungen finden samstags und sonntags statt. Der Eintritt ist frei.

Jetzt kommentieren

Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie dazu bitte auf das orange Symbol.

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Mainz

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Main-Taunus
Anzeigenmarkt
Bad Homburg
Twitter
FR-Event

Ferien zu Hause

Ferien zu Hause

Leser-Touren: Die FR führt Sie in Unternehmen und Institutionen. Programm und Anmeldeformular.

Einzigartige Erlebnisse: Praktikant in der Schokokuss-Fabrik, Tierpfleger bei den Wölfen oder Kapitän eines Mainschiffs - jeden zweiten Tag gibt's unsere große Verlosung. Programm und Teilnahme-Gewinnspiel.

Rabatte: Jeden Tag Coupon aus der Zeitung schneiden und günstig in Zoo, Schwimmbad oder Kino gehen. Mit dem FR-Sommerabo verpassen Sie keine Zeitung. Bestellformular.

Alle Informationen in unserem Online-Dossier.

-
Online-Kataloge
Anzeige
Sonderheft

Die Siebziger sind die Frankfurter Jahre. Von hier aus strahlt in die Republik, was das Jahrzehnt bestimmt: das Aufbegehren der Jugend, der Häuserkampf in und ums Westend, die terroristische Bedrohung der RAF - und die Flügelzange der Eintracht mit Grabowski und Hölzenbein.

FR-Geschichte: 70er Jahre in Frankfurt

Unser Sonderheft blickt zurück, dokumentiert Originaltexte und zeigt das Jahrzehnt in Bildern.

Spezial

Knapp 700.000 Besucher jährlich. Und eine TV-Sendung gibt es auch über den Tierpark. Da lauert Erzählstoff!

Spezial
Alexander Kraft

Raus - und aufs Bike! Alexander Kraft präsentiert die FR-Mountainbike-Routen abseits der berüchtigten "Biker-Autobahnen".

Spezial

Der Ausbau des Flughafens ist in der Region heftig umstritten. Die FR-Serie informiert über die Landebahn.

ANZEIGE
- Partner