Zwei Bergparks gibt es in Hessen - den größten Europas auf der Wilhelmshöhe bei Kassel und den Bergpark Villa Anna im Taunusstädtchen Eppstein. 200 exotische Bäume und Sträucher hat der Frankfurter Gartenarchitekt Andreas Weber dort einst an den steilen Hängen westlich des Bahnhofs pflanzen lassen, eine Art begehbares Landschaftsgemälde geschaffen mit romantischen Felsformationen und idyllischen Wiesenmulden.
In den letzten 100 Jahren aber sind Wege und Blickachsen zugewachsen, die seltenen Gehölze, die einst die Anlage dominierten, finden nur noch Fachleute. Das soll sich ändern.
"Wir wollen den Bergpark Villa Anna aus dem Dornröschenschlaf wecken", sagt Diana Seiler. Die Eppsteinerin ist erste Vorsitzende im Förderkreis Bergpark Villa Anna. Seit vier Jahren bemühen sich die rund 50 Mitglieder des Vereins darum, den Bergpark wieder ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken.
Kinder können malen
Jetzt ist erstmals ein Veranstaltungsprogramm erschienen, das Besuchern von April bis Oktober einmal im Monat einen Blick in den Eppsteiner Landschaftsgarten ermöglicht. Yvonne Winterer hat es zusammengestellt.
Den Anfang macht ein geologischer Spaziergang am 5. April mit Martin Alberts vom BUND Eppstein. Über Möglichkeiten, den historischen Bergpark in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen, berichtet Diplomforstwirt Mattias Bauer bei einer Führung am 10. Mai. Der Eppsteiner Stadthistoriker Bertold Picard führt am 14. Juni und 11. Oktober durch den Bergpark Villa Anna, am 13. September erzählt die Autorin und Journalistin Sabine Hock über Villen und Parks, die Frankfurter Bürger im 19. Jahrhundert in und um Frankfurt bauen ließen. Kinder und Jugendliche können am 11. Juli mit der Künstlerin Stella Costa im Bergpark malen und zeichnen. Am 8. August leitet die Biologin Carina Scherbaum-Heberer eine Kinderführung zu den Baumriesen.
Rundweg geplant
Geöffnet ist der Bergpark Villa Anna von April bis Oktober, samstags, sonntags und feiertags von 10 bis 17 Uhr. Noch in diesem Jahr will der Förderkreis einen Rundweg anlegen, auf dem Besucher die Anlage auch ohne Führer erkunden können. Außerdem ist geplant, den Bergpark langfristig wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. Dabei haben Denkmalschutzamt und Naturschutzbehörde ein Wort mitzureden. Und das Vorhaben kostet eine Menge Geld. Sponsoren sollen bei der Finanzierung helfen.
Dokumentiert werden die Arbeiten auf jeden Fall. Diana Seiler, von Beruf Fernsehjournalistin, dreht zusammen mit Kameramann Oliver Klös eine filmische Dokumentation über das Werden des "neuen Bergparks".

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