Mit Worten allein können Britta Rossbach und Reinhold Stumpf ihre Liebe zum Tanz nicht ausdrücken. Deshalb springen sie im Gespräch über ihr Hobby auch mal von den Stühlen auf und zeigen geschwind ein paar Tanzschritte. Dann erzählen die Sulzbacherin und der Liederbacher weiter. Mit leuchtenden Augen und mit begeisterter Stimme berichten sie über ihre Turniere, Erfolge und Niederlagen. Der jüngste Sieg: Bei der Europameisterschaft Tango Argentino gewannen sie die Bronzemedaille.
Rossbach begann ihre Tanzkarriere eher ungewöhnlich. Wie viele junge Mädchen wollte sie in die Tanzschule. Doch ihre Eltern, die zu dem Zeitpunkt ein Haus bauten, scheuten die Ausgaben. Die Tochter kam schließlich im kostengünstigen Mainzer Tanzclub Rot-Weiss Casino unter. Der Spareffekt war aber nur kurzfristig. Das Mädchen fand Gefallen am Tanzsport. Sie brauchte Übungsstunden und Turnierkleider. "Somit haben meine Eltern ein Vielfaches bezahlt", lacht Rossbach.
Stumpf ging dagegen den klassischen Weg über die Tanzschule. Der Sport machte ihm große Freude. Er wollte mehr lernen und wechselte zum Mainzer Tanzclub Rot-Weiss Casino. Rossbach und Stumpf lernten sich kennen und beschlossen, gemeinsam zu tanzen. Sie war damals Rheinlandpfalzmeisterin in der C-Klasse in Standard und Latein. Er tanzte eine Klasse höher und freute sich über den Titel des Rheinlandpfalzmeisters in Standard.
Das Paar, das immer nur tänzerisch und nie privat zusammen gehörte, kämpfte sich bis in die höchste deutsche Klasse, die S-Klasse hinauf. Auch hier tanzten sie Standard und Latein. Die Zeit als Tanzpaar der Sonderklasse ist ihnen in schöner Erinnerung, wenngleich sie sich damals über manche Regel der Turniersportwelt ärgerten wie die, dass ältere Paare ungern gesehen werden.
1991 entschied sich Britta Rossbach, ins Saarland zu gehen, um die Tanzpartnerin eines talentierten jungen Mannes zu werden. Mit ihm wollte sie sich den Jugendtraum von der Weltmeisterschaft in Latein erfüllen. Doch über den Titel Saarlandmeister kam das Paar nicht hinaus. Rossbach kehrte zwei Jahre später ins Rhein-Main-Gebiet zurück. Vom Turniertanzen hatte sie erst einmal genug.
Das änderte sich erst, als sie Jahre später Reinhold Stumpf wiedertraf. 1998 begannen die beiden als Showtanzpaar durchzustarten. Auf einer Veranstaltung trafen sie ein Paar, das Turniertango und den im Vergleich dazu weniger stark reglementierten Tango Argentino zeigten. Sofort stand fest: Den Tango Argentino wollten sie lernen. Dafür fuhren sie sogar nach Buenos Aires.
Am Tango Argentino schätzen die beiden die Freiheiten. Im Unterschied zu den Standardtänzen sei man hier bei den Stilen nicht eingeengt. Auch gefalle ihnen, dass der Rhythmus nicht mehr das A und das O ist. "Man kann auch nach der Melodie tanzen oder nach einem Instrument," schwärmt Stumpf. Längst ist er mit seiner Partnerin auch wieder auf Turnieren.

Die Stadt und Region auf einen Blick: unsere neue Übersichtsseite für Frankfurt und Rhein-Main - das Pflicht-Lesezeichen für alle Hessen.
Berichte aus Bad Homburg, Hochtaunus | Bad Vilbel, Wetterau | Darmstadt | Frankfurt | Kreis Groß Gerau | Hanau, Main-Kinzig | Main-Taunus | Mainz | Offenbach | Kreis Offenbach | Wiesbaden.
Facebook | Twitter überregional | Google+