Der Countdown läuft. Nur noch bis zum heutigen 31. Dezember hat die Stadt Eschborn Zeit, einen Investor für das lange geplante Seniorenzentrum in Niederhöchstadt zu finden. Jedenfalls, wenn es nach dem schwarz-grünen Koalitionsvertrag geht.
Das könnte sogar noch klappen, hofft Bürgermeister Wilhelm Speckhardt (CDU). „Wir sind schon sehr weit“, schildert er die Verhandlungen mit einem Interessenten. Dessen Namen will er aber erst nennen, wenn die Tinte unter dem Vertrag trocken ist.
Unter Zeitdruck will sich der Rathauschef aber auch nicht setzen lassen. „Auf zwei, drei Wochen kommt es nicht an“, sagt er. Das sehe auch der grüne Koalitionspartner so.
Das Senioren-Projekt in Niederhöchstadt hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Art unendlicher Geschichte entwickelt. Schon 2003 hatte die Stadt das Grundstück an der Ecke Hauptstraße/Gartenstraße gekauft – und seitdem ist das Thema ein Dauerbrenner in der Kommunalpolitik. Die Opposition wirft der Stadtverwaltung vor, den Bau des Seniorenzentrums zu verschleppen, der Bürgermeister und die jeweilige Koalition verweisen auf die Hindernisse, die Denkmalschutz und Besitzverhältnisse einer raschen Lösung in den Weg gestellt haben. Außerdem kritisiert die Opposition das Investorenmodell. Im Haushalt ist dafür ein Zuschuss von 2,5 Millionen Euro eingestellt. Stattdessen fordert etwa die SPD, die Stadt solle lieber selbst bauen.
So ist es inzwischen für ein ähnliches Projekt in Eschborn vorgesehen, falls Gespräche mit der katholischen Kirche scheitern sollten.
Ziel in Niederhöchstadt war von Anfang an der Bau von Wohnungen und Pflegeplätzen für ältere Mitbürger. Die aktuellen Pläne gehen von zwei Pflegewohngemeinschaften mit jeweils zwölf Patienten und dazu 24 Senioren-Wohnungen aus. Dafür soll die Wiese auf dem hinteren Teil des Grundstücks bebaut werden.
Außerdem ist geplant, die Hofreite an der Hauptstraße grundlegend zu sanieren. Die hat der Stadt bislang die meisten Kopfschmerzen bereitet. Denn zum einen steht sie unter Denkmalschutz, zum anderen war sie langfristig vermietet. Der Mietvertrag ist zwar inzwischen ausgelaufen, doch der Mieter wohnt immer noch in dem Gebäude – und will auch gar nicht ausziehen.
Kündigen kann ihm die Stadt erst dann, wenn ein fertiges Konzept für die künftige Nutzung vorliegt. Und dafür ist wiederum der Vertrag mit dem Investor die Voraussetzung. Zudem will die Stadt den bisherigen Mieter auch nicht einfach vor die Tür setzen. „Wir werden eine vernünftige Lösung finden“, kündigt Bürgermeister Speckhardt an.
Und auch der für Soziales zuständige Stadtrat Thomas Ebert (Grüne) ist optimistisch: Bis 2014 werden beide Seniorenzentren in Niederhöchstadt und Eschborn stehen, hatte er vor Kurzem im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau angekündigt.

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