Das Foto auf den Flyern, die Bürgermeister Christian Seitz (CDU) jüngst an alle Krifteler Haushalte verteilen ließ, zeigt ihn mit Frau Tanja und Bearded Collie Smokey gut gelaunt auf einem Spielplatz hockend. So präsentiert sich Seitz am liebsten: Als Familienmensch. „Familie und Ehrenamt“, das seien seine größten Anliegen, sagt Seitz. „Ich bezeichne mich als Sozialpolitiker.“ Er unterstützt Familien mit Bauzuschüssen und gibt sich als nahbaren Politiker. Eben einer, zu dem man als Bürger mit seinem Anliegen einfach mal im Büro vorbei kommen kann. Dafür ist er bekannt.
Vor allem bei den vielen Kriftelern, die sich in Vereinen engagieren, kommt er gut an. Und dass, obwohl er erst seit 2004 in Kriftel wohnt. Geboren wurde er in Langen, aufgewachsen ist er im Hofheimer Stadtteil Wallau. Bei den Stadtwerken Frankfurt machte er seine Ausbildung zum Industriekaufmann. Bis 2004 leitete er das Sozial- und Wohnungsamt Flörsheim und studierte BWL in Mainz. Er hat zwei Kinder, seine Tochter ist elf, sein Sohn acht Jahre alt.
„Wir wollen für junge Paare mit Kindern attraktiv sein“, sagt er. Dazu gehört die finanzielle Entlastung mit Hilfe der Wohnbauförderung ebenso wie der Ausbau der sozialen Infrastruktur. 4,4Millionen Euro gibt die Gemeinde für die Kindertagesstätte Linsenberg aus. Auch mit der mobilen Sozialarbeit für Senioren sieht Seitz die Gemeinde für den demographischen Wandel gut gewappnet.
Doch das kostet viel Geld. Den maroden Haushalt will der 40-Jährige mit Mehreinnahmen aus der Gewerbesteuer sanieren. Rund fünf Millionen Euro fließen jährlich in die Stadtkasse, zwei Millionen Euro zusätzlich verspricht sich Seitz von der Erweiterung des Mönchhofgebiets. Zudem spare die Gemeinde an allen Ecken und Enden, wie den Ferienspielen oder der Bibliothek. Beides wird ehrenamtlich betreut.
Schutzwand soll Lärm verringern
Beim Thema Umgehungsstraße B 519 neu sind sich in Kriftel alle einig. „Das Konzept passt nicht mehr in die Zeit“, sagt Seitz. Um den Lärm von der nahen A 66 zu mindern, will sich Seitz für eine Geschwindigkeitsbegrenzung und Lärmschutzwände stark machen. Ebenfalls mit einer Wand soll der Krach, der von der Bahn ausgeht, gemindert werden. Zur Energiewende habe Kriftel bereits mit vielen Solarmodulen auf städtischen Gebäuden beigetragen, sagt er. Daran wolle er weiter anknüpfen. (jen.)

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